Auf Sulz-Kastell entsteht ein neues Gebäude in ökologischer Holzrahmenbauweise – und zwar für den städtischen Bauhof. Damit fängt eine lange Reihe von Sanierungen und Neubauten an.
„Gute Leistung braucht eine gute Grundlage“, findet Bürgermeister Jens Keucher – und hat dabei die Mitarbeiter des Werkhofs im Blick. Denn für die Generalsanierung wird die Stadt die nächsten Jahre rund zwei Millionen Euro in die Hand nehmen, aufgeteilt in sechs einzelne Bauabschnitte.
„Bei dem Erweiterungsbau machen wir ein Richtfest, damit wir was zum Anstoßen haben“, schmunzelt er. Und erinnert sich gleich an seine Jugend, als er als Ferienjobber auf Kastell gewesen ist. „Da ist vieles seit vielen Jahren unverändert geblieben“, spricht er das Sanierungspotenzial an.
484.000 Euro
Das wolle man nun anpacken, um den städtischen Bauhof auf den Stand der Zeit zu bringen. Der erste Bauabschnitt beinhaltet einen Büroanbau, der neu errichtet wird. Die Grundfläche ist mit 117 Quadratmetern angegeben. „Das hat die Fläche eines Einfamilienhauses“, zieht er einen anschaulichen Vergleich.
Die Kosten belaufen sich auf etwa 484.000 Euro, mit denen neben neuen Büroräumen für die Bauhofleiter, Gärtnerei und Wassermeister auch Sanitär- und Umkleideräume für Frauen entstehen.
Es gibt immer was zu tun
Der Einzug in das neue Gebäude, das in ökologischer Holzrahmenbauweise errichtet wird, ist für Oktober vorgesehen. Zusätzlich sollen zwei Wallboxen für den Bauhof installiert werden, die mit Strom vom Dach – 27 kWp sind vorgesehen – versorgt werden sollen.
„Der Bauhof ist eine wichtige städtische Einrichtung – wie die Feuerwehr“, schlägt Keucher die Brücke zum gegenüberliegenden Gebäude der Floriansjünger. Während diese immer dann im Einsatz seien, wenn es um Leib und Leben ginge, müssten die Kollegen vom Bauhof immer dann auszurücken, wenn es „was zu tun“ gebe.
Richtige Rahmenbedingungen
„Sie haben orange Lichter, die Feuerwehr das Blaulicht“, zieht Keucher weitere Parallelen. Damit seien sie überall anzutreffen, ganz egal, ob es um die städtischen Hallen, Grüngut oder weitere Liegenschaften geht.
„Und ist die Mannschaft den ganzen Tag für uns unterwegs, ist es uns wichtig, dass wir die richtigen Rahmenbedingungen schaffen“, schildert er die Position der Verwaltung. Und blickt schon einmal fünf weitere Bauabschnitte in die Zukunft. „Ich bin gespannt, wenn alles fertig ist – und wir nochmal feiern können.“
Das Glas zersplittert
Das übernimmt jedoch schon Tobias Strobel. Mit seinen Zimmermännern steht er hoch oben auf dem Flachdach und erklärt noch einmal, für wen die ganze Arbeit gemacht wird. Denn die, um die es geht, seien Tag für Tag draußen, ob im Winterdienst bei Eiseskälte oder zur heißen Mittagszeit.
Und stellt klar: „Ohne eine richtige Brotzeit läuft auf dem Bau gar nichts.“ Deshalb sei die im Gebäude entstehende Vesperstube schlichtweg eines der wichtigsten Projekte… Trinkt sein bis an den Rand gefülltes Weinglas in einem Zuge aus und wirft es auf den Asphalt tief unten, wo es in unzählige Teile zerspringt.
Weitere Baumaßnahmen
Beim anschließenden Gang durch das im Entstehen begriffene Gebäude kommt Holzhausens Ortsvorsteher Armin Hipp, der die nachhaltige Holzbauweise begutachtet, ebenfalls auf das neue Zuhause der Bauhof-Mitarbeiter zu sprechen. „Wenn sie von draußen zurückkommen, sollen sie sich hier wohlfühlen“, wünscht er ihnen.
Doch was gibt es noch alles zu tun, bevor man, wie von Keucher angesprochen, erneut zum Feiern auf Kastell kommen kann? Der zweite Bauabschnitt umfasst ab 2027 die Sanierung der Sozialräume sowie eine Küche.
Bauhof und Feuerwehr
Im nächsten Schritt erhält der Eigenbetrieb „Soziales Wohnungs- und Baumanagement“ eine Wärmedämmung an den Außenwänden sowie neue Fenster, im vierten Bauabschnitt wird ab 2028 die Werkhalle saniert – mit neuer Elektrik, LED-Beleuchtung und modernen Fenstern.
Die beiden letzten Bauabschnitte umfassen im selben Jahr die Außenanlage sowie die Hofflächen des Bauhofs und der Feuerwehr.