Bösingens Bürgermeister Peter Schuster erwartet für 2026 einen Ergebnishaushalt mit einem Minus. Kämmererin Elena Flindt stellte dem Gemeinderat das Planwerk vor.
Bürgermeister Peter Schuster sieht die Gemeinde im kommenden Jahr in einer „herausfordernden finanziellen Situation“. Der Ergebnishaushalt 2026 weist nach aktuellem Stand einen Minusbetrag von 553 000 Euro auf. Kämmererin Elena Flindt stellte das Planwerk in der jüngsten Sitzung dem Gemeinderat vor. Den Minusbetrag könnte die Gemeinde – sollte das Ergebnis so eintreffen - mit einer Entnahme aus den Rücklagen ausgleichen. Auf dem Rücklagenkonto befanden sich am Ende des vergangenen Jahres immerhin 6,35 Millionen Euro. Zudem wird die im Haushaltsjahr 2025 erwartete Kreditaufnahme von 600 000 Euro nicht benötigt. Im nächsten Jahr stehen wiederum größere Vorhaben an. Teilweise werden laufende Projekte fertiggestellt. Die Auszahlungen im Finanzhaushaltsplan 2026 betragen insgesamt 4,2 Mio. Euro. Nach Abzug der Einzahlungen (1,6 Millionen Euro) steht unterm Strich ein Finanzierungsmittelbedarf von 2,6 Millionen.
Kläranlage und Kindergarten kosten Millionen
Davon ab geht die Kreditsumme in Höhe von einer Million Euro, so dass für die Investitionen noch 1,6 Millionen Euro aus den Rücklagen entnommen werden müssten. Die Aufrüstung der Bösinger Kläranlage ist der dickste Brocken auf der Ausgabenseite. Eine Million Euro fallen für den ersten Bauabschnitt an. Der Ausbau Kindergarten Herrenzimmern mit einem weiteren Gruppenraum (Gesamtkosten: 1,32 Millionen Euro) schlägt im kommenden Jahr mit 700 000 Euro zu Buche. Die Maßnahme wird mit 60 Prozent Landesmitteln gefördert. Für die Streusalzlagerung will die Gemeinde eine Fläche (200 000 Euro) erwerben. Der Schultes könnte sich einen Standort der Silos im Bereich der Kläranlage vorstellen. In den nächsten Tagen werde sich dies konkretisieren, deutete Schuster an.
Investitionen in Infrastruktur, Schulen und Bauplätze
Die Salzsilos sind mit 20 000 Euro veranschlagt. Für weitere Grundstückserwerbe (Bauplätze) stehen 605 000 Euro im Haushalt. Im nächsten Jahr soll der Lückenschluss im Gewerbegebiet „Pfarrbrühl“ (330 000 Euro) in Angriff genommen werden. 150 000 Euro will die Gemeinde in die Verbesserung des Kanalnetzes (Maßnahmen im Rahmen der Eigenkontrollverordnung) investieren. Die Kanalumleitung vor der Kläranlage (Bypass) ist mit Kosten in Höhe von 130 000 Euro veranschlagt.
Die Kosten für die PV-Anlage auf den Dachflächen des Schulgebäudes und des Mehrzweckhallenkomplexes liegen bei 100 000 Euro. Der Bau der Druckleitung startet mit einer ersten Investition von 60 000 Euro. Bei der Umbaumaßnahme an der Bösinger Schule ist noch ein Restbetrag von 50 000 Euro zu finanzieren. Für die Sanierung des Lehrschwimmbades ist eine Planungsrate von 50 000 Euro eingestellt. Derselbe Betrag soll in den Ausbau der Feldwege fließen. Für die beiden Friedhöfe werden 50 000 Euro bereitgestellt.