Die Wasserversorgung der Bergstadt basiert zu zwei Dritteln auf eigenen Quellen. Die Aquavilla thematisierte im Gemeinderat aktuelle Veränderungen – und welche Investitionen nötig sind.
Immer noch recht gut mit Wasser versorgen eigene Quellen die Bergstadt, wie Patrick Gaus, technischer Leiter bei Aquavilla, im Gemeinderat bezüglich das Geschäftsjahrs 2024 berichtete. So lieferten eigene Quellen 66 Prozent des Gesamtbedarfs von 594 000 Kubikmetern. Der Rest kam vom Bodensee.
Der mittlere Wasserbedarf pro Tag lag bei 1627 Kubikmetern, das niedrigste tägliche Dargebot der Quellen im September bei 3400. Allerdings liege man aktuell bereits unter diesem Dargebot. Das sei nicht gravierend, aber man müsse die weitere Entwicklung abwarten. Insgesamt verkauft wurden an die Bürger knapp 524 000 Kubikmeter, was etwa pro Kopf und Tag 110 Litern entspricht. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 125.
Vom 115 Kilometer langen Rohrnetz wurden im vergangenen Jahr 630 Meter saniert, was nur etwa der Hälfte des Zielwerts von einem Prozent des Gesamtnetzes entspricht. Dirk Schmider sah darin eine Gefahr.
Die Wasserverluste sanken auf 9,7 Prozent. 2025 möchte man im einstelligen Prozentbereich bleiben. Die entsprechen laut Bernd Karsten Rieger aber immer noch fast 50 Millionen Litern. Laut Gaus wurde bereits vor Jahren intelligente Messtechnik beschafft. Allerdings summieren sich über die Zeit kleinste Leckagen auf. Geschäftsführer Michael Dold nannte zehn Prozent angesichts Messzähler-Toleranzen als „ganz gut“. Man habe aber den Anspruch, noch niedriger zu kommen.
Modernisierungen für 25 Millionen Euro geplant
Geplant sind Modernisierungen für 25 Millionen Euro, davon 1,9 Millionen für den Neubau des Hochbehälters Rupertsberg, 2,3 zur Herstellung einer Redundanz in Peterzell, 17 Millionen zur Erschließung von Außenbereichen, wo 371 Anlieger noch nicht am Netz sind.
Karola Erchinger nannte es beruhigend, dass 60 Prozent des Bedarfs aus Quellen kommen, fragte aber nach künftigen Entwicklungen. Auf absehbare Zeit habe man genug Quellwasser, so Gaus. Trotzdem sei die Stabilität des Grundwassers nicht mehr da, die frühere Filterwirkung des Bodens nicht mehr so vorhanden. Früher habe es deutlich länger gedauert, bis Niederschläge in Quellfassungen ankamen. Hinsichtlich der Aufbereitung müsse man deshalb nachbessern.
Gute Zusammenarbeit mit der Aquavilla
Die Zusammenarbeit mit der Aquavilla funktioniere gut, lobte Oliver Freischlader. Er fragte nach der Sinnhaftigkeit, nur so viel vom Bodensee zu nehmen, wie gebraucht wird. Laut Dold ist man dabei vertraglich an Mindestabnahmemengen gebunden. Die Bodenseewasserversorgung will gerne Bezugsrechte zurückhaben, Dold gab aber künftig mögliche weitere Ausschöpfungen des eigenen Vorrats zu bedenken.
Georg Wentz mahnte, dass in Ortsteilen einige auf den Anschluss warten, das Landratsamt auf der Sommerau lange bestehende Brandweiher in der bisherigen Größe nicht mehr gestattet. Den Stockwald hoch und bei der Kammererhöhe gebe es gute Gespräche, so Dold. Die Löchwasserversorgung im Außenbereich sei durch die Leitungen nie zu erhalten.
Stillgelegte Quellen wieder reaktivieren?
Laufer fragte nach der Möglichkeit, stillgelegte Quellen zu reaktivieren. Sollte Bedarf bestehen, könne man das gern untersuchen, so Dold. Vor allem bei Quellen an der Oberfläche stelle man wegen Trockenheit zunehmende Verwurzelung fest, so Gaus. Die zu ertüchtigen könne ein Thema sein. Bernhard Lobmeyer fragte nach Schwankungen jährlicher Verbräuche, die laut Gaus 30 000 bis 40 000 Kubikmeter betragen können.