Die Suche nach einem Architektenbüro für die Solemarerweiterung ist beendet Deborah Kuczawa, stellvertretende Geschäftsführerin der Kur und Bäder GmbH sowie deren Geschäftsführer Markus Spettel, stellen Ludwig Schweiger und Thomas Hertkorn vor, die Inhaber des Büros Schweiger Architektur GmbH in Rottweil. Foto: Strohmeier

2024 soll die Solemarerweiterung fertig sein, der Architekturauftrag wurde nun nach einer längeren Ausschreibungsphase von der Kur und Bäder vergeben. Gewonnen hat die Ausschreibung Schweiger Architektur GmbH aus Rottweil.

Bad Dürrheim - Wem der Name bekannt vorkommt der bringt ihn mit dem Bau der Kindertagesstätte der Stadtkäfer in Zusammenhang, ebenfalls von dem Architekturbüro konzipiert, Namensgeber Ludwig Schweiger wohnt mit seiner Familie auch in einem Bad Dürrheimer Teilort. Sein Kompagnon im Büro ist Thomas Hertkorn, beide zeichnen für das Projekte verantwortlich.

Die Kur und Bäder GmbH musste aus rechtlichen Gründen die Suche nach einem Architekten für das 4,5 Millionen Projekt EU weit durchführen. Es hätten sich jedoch nur Büros aus der weiteren Region gemeldet, erklärt Kur und Bäder Geschäftsführer Markus Spettel. Für die Auswahl gab es verschiedene Kriterien. Dazu gehörten die Kostenkontrolle, der Vorentwurf, Termineinhaltung, Kosten, Nachhaltigkeit der Baumaterialien oder auch Energieeffizienz und die Nutzerfreundlichkeit des Entwurfs.

Erweitert werden im Solemar der Ruhe- und Liegebereich, sowie die Gastronomie der Strandperle. Wie die Erweiterungslösung genau aussehen wird, das kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht endgültig gesagt werden. Es gebe noch einiges zu klären, auch wollen die Architekten eine Lösung erst im Aufsichtsrat der Kur und Bäder vorstellen, erläutert Ludwig Schweiger. Die Erweiterung ist schon architektonisch eine Herausforderung. "Das Solemar ist ein prägnantes Bauwerk, das darf nicht darunter leiden", äußert sich Spettel. Ludwig Schweiger beschreibt, dass er mit dem gesamten Büro einen Betriebsausflug nach Bad Dürrheim ins Solemar durchführte, damit sein Team es kennenlernt.

Der Anbau sei eine Spannung aus Integration und der Komplexität des Bades. Solche Probleme hat das Büro um die beiden Inhaber Schweiger-Hertkorn jedoch wohl schon mit Erfolg gelöst. Das Umsatzvolumen beziffert Schweiger auf 40 bis 50 Millionen Euro jährlich, es gibt elf Mitarbeiter vom Architekt bis zur Sekretärin, und man baut vor allem im Industriebereich, habe aber auch schon denkmalgeschützte Objekte als Projekt gehabt. "Wir freuen uns riesig über den Wettbewerbserfolg", so Schweiger, der verrät, dass es ihm ein bisschen auch ein persönliches Anliegen war.

Als das Solemar im Oktober 1987 eröffnete, hatte ein Gastronomiebereich alles andere als Priorität. In den 34 Jahren seit der Eröffnung hat sich hier nun einiges gewandelt, das sieht man auch an den Mitbewerbern, entlang des Bodensees. Man will hier wieder eine Vorzeigetherme werden. Es gibt zwar nun erste Entwürfe, die sind jedoch noch nicht abschließend. Erweitert wird zudem der Ruhe- und Liegebereich im Solemar, die Erweiterungsfläche ist rechts des Haupteingangs. Noch nicht ganz klar ist, ob man einen Teil des kleinen Parkplatzes nutzen wird, der als Erweiterungsfläche im Bebauungsplan ausgewiesen ist – nach den ersten Angaben Seitens Architekten sowie Kur und Bäder ist es jedoch sehr wahrscheinlich.

Der Anbau hat ein Finanzierungsvolumen von 4,5 Millionen Euro. Eigentlich hätte die Kur und Bäder Geld aus den Rücklagen genommen, diese wurden jedoch im Zuge der Corona-Pandemie aufgebraucht. Die Stadt hat eine Zusage von 3,5 Millionen Euro abgegeben, die letzte Million, so hofft man, wird es aus der Tourismusförderung des Landes Baden-Württemberg geben. Der Antrag muss bis zum 1. Oktober in Stuttgart sein, die Entscheidung wird im Mai oder Juni 2022 durch den Ausschuss getroffen. Davor stehen eher vorbereitende Maßnahmen für den Baubeginn.