Im Schwarzwald breitet sich die Asiatische Hornisse zunehmend aus. Auch in Horb? Was es bei der invasiven Art zu beachten gilt.
Schwarzwald-Baar-Kreis, Ortenau und Rottweil: Rund um Horb mehren sich die Sichtungen der Asiatischen Hornisse. Für Bienen ist die insektenjagende Art besonders gefährlich.
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) unterscheidet sich deutlich von der heimischen Hornisse (Vespa crabra). Während letztere gelb mit schwarzen Streifen ist, zeigt sich die Velutina schwarz mit dünnen, gelben Streifen – so Ralf Dreiling, Hornissenexperte des Naturschutzbundes (Nabu) in Horb. Auffällig sind zudem ihre gelben Beine. Rechtlich gilt die asiatische Hornisse nicht mehr als invasive Art, sondern als etabliert.
„Beide Arten benötigen für die Aufzucht der Brut Proteine in Form von Insekten und für die Erwachsenen Tiere wird quasi als ’Flugbenzin’ Kohlenhydrat, also Zucker benötigt“, erzählt Dreiling. „Die Hornissen kümmern sich nicht um menschliche Nahrung, die saugen Baumsäfte, gehen manchmal an reifes Obst.“
„Die Biene kann sich zwar gegen einzelne Tiere wehren (Crabra), aber nicht gegen einen großen Jagdtrupp (Velutina). Die Velutina kann sehr heftig in einem Bienenvolk wüten“, weiß der Hornissen Experte.
Asiatische Hornisse: Hier baut sie ihr Nest
„Die Asiatische Hornisse beginnt den Nestbau meist an ähnlichen Orten wie die heimische Art“, erklärt Dreiling. Wird das Nest zu klein, ziehe sie in ein sogenanntes "Filialnest“ um. „Diese liegen in der Regel hoch oben in Baumkronen“, so Dreiling. „Versteckt im Laub sind sie von unten kaum zu sehen und werden oft erst im Herbst entdeckt.“ Wer ein Nest oder eine einzelne Asiatische Hornisse sichtet, sollte den Fund über das Portal der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) melden. Die Sichtungen stellt die LUBW auf einer Karte dar.
Doch ganz wichtig: „Die Asiatinnen sind, anders als die heimische Hornisse, recht heftig in der Gegenwehr. Da kommen nicht 10, 20 oder 50 Hornissen zur Nestverteidigung, sondern fast das gesamte Volk“, warnt Dreiling. „Eine Entfernung der Nester sollte deshalb ausschließlich durch Fachleute wie Schädlingsbekämpfer und Imker durchgeführt werden“, stimmt Diana Fischer, Pressesprecherin der Stadt Horb, zu.
Asiatische Hornisse: Entwarnung für Horb
Für die Bienen rund um Horb gibt es fürs erste keinen Grund zur Sorge: „Bisher sind bei der Stadtverwaltung Horb am Neckar keine Meldungen zur asiatischen Hornisse eingegangen“, heißt es auf Anfrage unserer Redaktion von der Stadt Horb. Auch Nabu-Experte Dreiling weiß von keinen Sichtungen in Horb.