Asiatische Hornissen sitzen auf einem Nest. Die dunkle Färbung ist charakteristisch für die Art. Foto: Roessler

Die Art breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Auch im Kinzigtal häufen sich die Funde. Ein Problem: Honigbienen stehen auf dem Speiseplan der invasiven Hornisse.

Sie ist dunkel gefärbt und baut teils beeindruckend große Nester: Die Asiatische Hornisse ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Auch im Kinzigtal wird die invasive Insektenart immer häufiger gesichtet. Sorgen bereitet die asiatische Hornisse insbesondere den Imkern der Region. Denn: Auch Honigbienen gehören zum Speiseplan der Hornisse.

 

Für Hans Armbruster ist die invasive Hornisse keine Unbekannte mehr. Der Vorsitzende des Imkervereins Wolftal rechnet damit, dass die Verbreitung in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. „Im vergangenen Jahr wurde sie in Oberwolfach gesichtet“, schildert der Imker. In diesem Jahr komme sie noch häufiger vor. An etwa zwei Dritteln der Bienenstände seien die Insekten aus Südostasien anzutreffen. Meist nur vereinzelt, betont Armbruster. An einigen Ständen sei das Aufkommen aber „massiv“ – auch wenn das die Bienenvölker bisher noch nicht stark bedrohe, fügt er hinzu.

Seit März 2025 gelten die Asiatischen Hornissen offiziell als etablierte Art in Deutschland

Die Sorge, dass sich die Hornissenart weiter ausbreiten wird, scheint sehr plausibel, wenn man einen Blick auf die Sichtungen der vergangenen Jahre wirft. Seit März 2025 gilt sie offiziell als etablierte Art in Deutschland. Im Jahr 2004 wurde sie erstmals in Europa festgestellt. „Vermutlich wurde eine Königin mit einer Warenlieferung eingeführt. Von Südfrankreich hat sich die Art rasant über ganz Frankreich ausgebreitet und ist mittlerweile in vielen europäischen Ländern verbreitet“, informiert die Landesanstalt für Umwelt.

Für Baden-Württemberg wurde eine Karte für Sichtungen der Asiatischen Hornisse und ihrer Nester ins Leben gerufen. Die interaktive Karte zeigt die seit 2024 erfassten Daten. Von der Rheinebene in Richtung Schwarzwald nehmen die Sichtungen zwar ab, im Vergleich zum Vorjahr haben sich aber auch dort die Sichtungen vervielfacht (siehe Info). Aus fast allen Kinzigtalgemeinden wurden Sichtungen gemeldet.

Imker werden bei der Hornissenabwehr kreativ

Das Problem für die Imker: Zwar ernährt sich die invasive Hornisse von Nektar oder Obst. Für die Larvenaufzucht wird aber proteinhaltige Nahrung gebraucht. Insekten in der Nähe des Hornissennests sind das Ziel. „Im Spätsommer und Frühherbst können Honigbienen einen Großteil der Nahrung darstellen“, heißt es auf der Internetseite der Landesanstalt für Umwelt.

Auch wenn sich die Imker angesichts der größer werdenden Bedrohung für ihre Bienen sorgen: Panik bricht bei Armbruster und seinen Kollegen vom Imkerverein Wolftal nicht aus. Denn: Es gibt Abwehrmethoden. Hornissengitter und sogenannte Maulkörbe können Abhilfe schaffen, weiß Armbruster. Die Gitter werden am Eingang des Bienenstocks angebracht. Durch das Gitter kommen die Bienen hindurch, die Hornissen werden aber gestoppt. Da die Hornisse die Honigbienen aber auch schon im Flug abfängt, habe sich der „Maulkorb“ bewährt. Dieser Art Käfig umhüllt den Eingangsbereich des Stocks. „Die Hornisse fühlt sich in dem Käfig nicht wohl“, so die Beobachtung des Wolftäler Imkers. Ein Allheilmittel sind die Gitter aber nicht, stellt er klar. „Wir sind noch in der Erprobung“.

Der Verein betreut 400 bis 450 Bienenvölker

Um Ideen zur Abwehr der asiatischen Hornisse zu sammeln, befinden sich die Wolftäler Imker im engen Austausch. Auch digital werden Tipps und Tricks weitergegeben, berichtet Armbruster. Zwischen 400 bis 450 Bienenvölker werden von den Mitgliedern des Imkervereins Wolftal betreut.

Werden Nester der Asiatischen Hornisse entdeckt, befinden sich diese oft weit oben in Bäumen. „Nestgrößen von einem Meter Höhe und 50 bis 80 Zentimeter Breite sind keine Seltenheit“, erklärt die Landesanstalt für Umwelt. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Sekundär- oder Filialnest. Im Frühjahr wird von der Königin zunächst ein sogenanntes Primär- oder Gründungsnest gebaut. Aus den dort abgelegten Eiern schlüpfen im Mai und Juni die ersten Arbeiterinnen. Erst im Sommer baut die Art dann ihr finales Nest.

Sichtungen melden

Mit Hilfe der Meldeplattform der Landesanstalt für Umwelt können Beobachtungen von Tieren und Nestern der Asiatischen Hornisse aus Baden-Württemberg gemeldet werden. Wichtig ist: Nur Meldungen mit einem Foto als Dateianhang können übermittelt werden. Anhand der Aufnahme eines der Tiere oder eines Nestes entscheiden die Experten dann, ob es sich um die Asiatische Hornisse handelt. Auf der interaktiven Karte erscheint bei einer Bestätigung dann die Sichtung mit dem dazugehörigen Bild. Weitere Informationen zu der Art, dem Meldeportal und der Fundortkarte sind unter www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/asiatische-hornisse zu finden.