Die großen Blätter und die vielen kleinen weißen Blüten gehören zu den äußeren Merkmalen des Japanischen Staudenknöterichs. Foto: Landschaftserhaltungsverband Schwarzwald-Baar-Kreis e.V. (LEV)

Schnell wachsend und schwer zu stoppen: Der Japanische Staudenknöterich wird zum Problem für Natur, Gärten und Gebäuden. So kann man aktiv gegen die rasante Ausbreitung vorgehen.

Der Japanische Staudenknöterich ist ein hochinvasiver Neophyt aus Ostasien, der heimische Pflanzen durch sein schnelles Wachstum verdrängt. Der Knöterich wurde im 19. Jahrhundert als Zier- und Futterpflanze in Europa eingeführt. Auch im Schwarzwald-Baar-Kreis stellt er ein Problem für einheimische Pflanzen dar. Der Landschaftserhaltungsverband Schwarzwald-Baar-Kreis (LEV) nennt Details.

 

Die invasive Pflanze bevorzugt nach Angaben des LEV feuchte, nährstoffreiche Standorte wie Flussufer, Bachläufe, Waldränder, Bahndämme und Brachflächen. Aufgrund seiner extremen Ausbreitung über Wurzeln und Gartenabfälle bildet der Knöterich dichte Bestände, die heimische Arten verdrängen.

Die Hauptblütezeit des Japanischen Staudenknöterichs erstreckt sich von Juli bis September. In dieser Zeit bildet die Pflanze rispenartige, kleine, cremeweiße bis hellrosa Blüten aus, die reich an Nektar sind.

Mögliche Eindämmungsmethoden

Der Japanische Staudenknöterich ist sehr hartnäckig, weshalb es einen langen Atem und eine Kombination von verschiedenen Methoden erfordert, um ihn zurückzudrängen. Bei kleineren, neu entstandenen Beständen empfiehlt der LEV, die Sprosse im Abstand von zwei bis vier Wochen regelmäßig auszureißen – und zwar konsequent über mehrere Jahre hinweg.

Auf größeren Flächen bietet sich hingegen eine intensive Mahd an. Dabei werden die Triebe etwa auf 40 Zentimeter Höhe zurückgeschnitten, ebenfalls in kurzen Intervallen und mit zahlreichen Wiederholungen pro Jahr. Eine weitere Möglichkeit stellt die gezielte Beweidung dar, bei der beispielsweise Schafe, Ziegen, Rinder oder Pferde die Pflanzen mehrmals jährlich stark verbeißen.

Auch das Abdecken mit einer lichtundurchlässigen Folie zur Unterbindung der Photosynthese kann die Ausweitung des Knöterichs verhindern. An Gewässerufern haben sich zudem pflanzenbauliche Maßnahmen bewährt: Durch die gezielte Anpflanzung heimischer Gehölze wie der Schwarz-Erle oder den Einbau von Weidenspreitlagen kann der Knöterich langfristig verdrängt werden.

Einheimische Alternative

Als einheimische Alternative für den invasiven Japanischen Staudenknöterich, die ähnliche Funktionen im Garten erfüllt, ohne sich unkontrolliert auszubreiten, eignet sich zum einem das Echte Mädesüß, eine robuste, horstbildende Staude, die feuchte Standorte liebt. Zudem ist der Wasserdost, der ebenfalls feuchte Böden bevorzugt, eine Alternative.

Mini-Serie: Invasive Pflanzen

Sie verdrängen heimische Arten und verändern Landschaften: Eine neue Serie zeigt, welche invasiven Pflanzen den Schwarzwald-Baar-Kreis bedrohen – und was dagegen getan werden kann. Diesmal geht es um den Japanischen Staudenknöterich.

Meldeportal für Neophyten im Schwarzwald-Baar-Kreis

Meldebogen
Seit 2023 gibt es ein eigenes Meldeportal für Neophyten im Schwarzwald-Baar-Kreis, entwickelt vom Amt für Digitalisierung des Landratsamts und dem Landschaftserhaltungsverband (LEV). Mithilfe des Portals bekommt der LEV einen Überblick über das Vorkommen der Neophyten und kann eine gezielte Eindämmung sowie Bekämpfung, wo es nötig und sinnvoll ist, durchführen. Alle eingehende Meldungen können öffentlich eingesehen werden. Der Link zum Meldebogen: Irasbk.maps.arcgis.com/home/index.html