Die Vielblättrige Lupine fällt mit ihren langen, aufrechten Blütenständen mit blau-violetten oder rosa-weißen Blüten auf. Foto: Landschaftserhaltungsverband Schwarzwald-Baar-Kreis e.V. (LEV)

Ein echter Blickfang in der Landschaft ist die Vielblättrige Lupine. Doch was auf den ersten Blick schön wirkt, stellt für die heimische Pflanzenwelt ein wachsendes Problem dar.

Die Vielblättrige Lupine ist ein invasiver Neophyt nordamerikanischer Herkunft, der im 19. Jahrhundert nach Deutschland als Zierpflanze eingeführt wurde und sich nun im Schwarzwald-Baar-Kreis verbreitet hat.

 

Neophyten sind Pflanzen, die durch menschlichen Einfluss in eine Region gelangt sind, in der sie ursprünglich nicht heimisch waren. Während einige Neophyten harmlos sind, können invasive Arten heimische Pflanzen verdrängen.

Der Landschaftserhaltungsverband Schwarzwald-Baar-Kreis (LEV) erklärt, dass sich die Vielblättrige Lupine gerne an schattigen Standorten mit mäßig feuchten, wasserdurchlässigen und kalkarmen Böden aufhält. Die Pflanze mag nährstoffarme Gebirgsregionen. Solche Bedingungen findet sie im Schwarzwald vielerorts: an Gewässern, auf extensiv genutzten Wiesen und Weiden, entlang von Straßenrändern, in Gräben, an Böschungen sowie in Waldschlägen.

Die Vielblättrige Lupine ist eine mehrjährige Staude, die Wuchshöhen von 60 bis 150 Zentimeter erreicht. Ihre Blütezeit reicht in der Regel von Juni bis September.

Wieso ist sie problematisch?

Der LEV informiert, dass der Neophyt sich sowohl über Samen als auch über sein Wurzelsystem vermehrt. Dadurch kann die Vielblättrige Lupine dichte Bestände bilden und andere Pflanzen verdrängen. Hinzu kommt, dass die Pflanze Stickstoff aus der Luft bindet und damit den Boden anreichert, was nährstoffarme Böden „überdüngt“. Somit verdrängt sie heimische Pflanzen wie zum Beispiel Orchideen, die auf nährstoffarme Böden angewiesen sind. Besonders problematisch ist dies für artenreiche Wiesen, deren natürliche Zusammensetzung sich durch die Ausbreitung der Lupine deutlich verändert.

Außerdem sind alle Pflanzenteile giftig. Kraut und Samen enthalten giftige, bittere Alkaloide und werden von Rindern eher gemieden. Allerdings fressen Schafe die jungen Triebe und Blütenstände, bevor die Samen reifen. Eine Beweidung ist dennoch zur Bekämpfung der Lupine nicht das Mittel der Wahl, teilt der LEV mit.

Was gegen die Ausbreitung hilft

Um die Ausbreitung einzudämmen, sind laut LEV frühzeitige und konsequente Maßnahmen notwendig. Bei kleineren Beständen können junge Pflanzen und Einzelpflanzen von Hand ausgerissen oder mit einem Ampferstecher/Spaten ausgestochen werden. Dabei ist es wichtig, die Sprossachse vollständig zu entfernen, da die Lupine sonst erneut austreibt. Dabei soll eine starke Bodenverwundung vermieden werden.

Auf größeren Flächen empfiehlt der LEV eine regelmäßige Mahd per Maschine oder Hand. Mindestens zwei Schnitte pro Jahr – vor der Blüte im Mai sowie ein weiterer Schnitt im Juli sind notwendig. Diese Maßnahme muss über mehrere Jahre hinweg konsequent durchgeführt werden, um nachhaltige Erfolge zu erzielen.

Wichtig ist zudem eine fachgerechte Entsorgung: Das Pflanzenmaterial darf nicht auf den Kompost oder die Grünschnittdeponie, sondern gehört in die Hausmüllverbrennung.

Alternative zur Vielblättrigen Lupine

Was der LEV rät: Keine invasiven Neophyten pflanzen oder weiterverbreiten, kleine Bestände im eigenen Garten frühzeitig und konsequent zu entfernen, führe zu langfristigem Erfolg. Einzelpflanzen und kleine Vorkommen in der Natur sollte man möglichst sofort beseitigen. Im Garten sollten gezielt heimische Pflanzenarten verwendet werden. Als Alternative zur Vielblättrigen Lupine eignen sich heimische Stauden wie Steppensalbei oder Ehrenpreis, die ähnliche Blautöne bieten und nützlich für Insekten sind.

Mini-Serie: Invasive Pflanzen

Sie verdrängen heimische Arten und verändern Landschaften: Eine neue Serie zeigt, welche invasiven Pflanzen den Schwarzwald-Baar-Kreis bedrohen – und was dagegen getan werden kann. Diesmal geht es um die Vielblättrige Lupine.

Meldeportal für Neophyten im Schwarzwald-Baar-Kreis

Meldebogen
Seit 2023 gibt es ein eigenes Meldeportal für Neophyten im Schwarzwald-Baar-Kreis, entwickelt vom Amt für Digitalisierung des Landratsamts und dem Landschaftserhaltungsverband (LEV). Mithilfe des Portals bekommt der LEV einen Überblick über das Vorkommen der Neophyten und kann eine gezielte Eindämmung sowie Bekämpfung, wo es nötig und sinnvoll ist, durchführen. Alle eingehende Meldungen können öffentlich eingesehen werden. Der Link zum Meldebogen: Irasbk.maps.arcgis.com/home/index.html