Bald hat am Nagolder Longwyplatz die Eisbahn wieder geöffnet: Dem Schlittschuhspaß für die ganze Familie steht dann nichts mehr im Weg. Foto: Thomas Fritsch

Der Event-Unternehmer Christoph Römmler bringt die Eisbahn wieder nach Nagold. Im Interview erklärt er, wie weit die Vorbereitungen gediehen sind, was er am Standort Nagold so schätzt, und warum er den Eisbahnbetrieb trotz hoher Energiekosten für vertretbar hält.

Ab 30. November ist auf dem Longwyplatz wieder Eislaufen angesagt. Freuen können sich die Besucher nicht nur auf eine mehr als 300 Quadratmeter große Eislauffläche sondern auch auf kulinarische Winter-Genüsse im kleinen Weihnachtsdorf und ein täglich wechselndes Live-Musik-Programm. Wir sprachen mit Christoph Römmler, dem Herrn des Eises.

 

Herr Römmler, wie laufen die Vorbereitungen?

Wir sind mit den Planungen und Vorbereitungen für die Eisbahn Nagold soweit durch. Mittlerweile haben wir ja auch einige Erfahrung in Nagold und kennen unsere Ansprechpartner und Lieferanten. Viele Abläufe brauchen nur eine kurze Bestätigung oder ein Telefonat. Es kann also bald losgehen!

Hat sich in Ihren Augen die Eisbahn in Nagold schon etabliert?

Auf jeden Fall. Die Eisbahn Nagold ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt und die Region. Viele Menschen kommen extra wegen der Eisbahn nach Nagold und nutzen den Besuch für einen Einkaufsbummel. 2022 gab es ja leider keine Eisbahn – die Nachfrage war damals sehr groß – und auch jetzt bekommen wir viele Rückmeldungen, dass sich alle freuen, dass in der Advents- und Weihnachtszeit wieder Eislauf in Nagold möglich ist.

Es liegen ja harte Jahre hinter Ihrem Business. Denke ich mir zumindest. Erst die Corona-Zeit, dann im vergangenen Winter die Absage der Eisbahn aus Gründen der Energieeinsparung. Wie kommt man als Event-Unternehmer durch solche Zeiten?

In der Tat waren das schwierige drei Jahre für unsere Branche. Viele Betriebe haben es nicht geschafft, oder nur mit großen Veränderungen. Wir sind sehr breit aufgestellt, da wir als Konzertveranstalter und Eventagentur ein breites Portfolio anbieten und auch in schwierigen Zeiten unsere Kunden haben. Trotzdem möchte ich die vergangenen drei Jahre ungern nochmal erleben müssen.

Christoph Römmler im Interview zur Eisbahn in Nagold Foto: Marc Gilden

Der Betrieb einer Eisbahn ist dennoch nicht unumstritten. Was sagen Sie Kritikern, die in Zeiten des Klimawandels und der hohen Energiepreise solch ein Event für unangebracht halten?

Kritik, sofern sachlich vorgetragen und auf Augenhöhe ausdiskutiert, ist absolut ok. Ja, die Eisbahn braucht Strom. Wenn man aber alles abwägt, und weiß, dass der Verbrauch für die gesamte Eisbahn-Zeit nicht einmal dem Jahresverbrauch von drei Haushalten entspricht, dann relativiert sich das Thema sicherlich wieder. Die Eistechnik sowie das Energiemanagement sind heute so effizient wie noch nie – vor 14 Jahren als wir die erste Eisbahn in Emmendingen gebaut haben, war der Stromverbrauch noch circa dreimal so hoch. Da hat sich sehr viel getan und gegen den Energieverbrauch muss man natürlich auch den Mehrwert stellen, den die Eisbahn im Stadtmarketing und im Erlebnis für – insbesondere – Kinder und Jugendliche hat. Ich bin überzeugt davon, dass man den Betrieb einer Eisbahn durchaus gut vertreten kann.

Energie ist ja auch für Sie ein Kostenfaktor. Gibt es auch bei der Eisbahn Bereiche, wo sie sich sagen, da können wir noch etwas einsparen?

Natürlich schauen wir immer, wo wir etwas einsparen können. An der Eisbahn selbst kann man nicht viel machen, da regeln die Außentemperaturen den Verbrauch und auf die haben wir keinen Einfluss. Die Eistechnik wird aber immer effizienter – da sind wir bei Innovationen immer vorne mit dabei. Außerdem haben wir komplett auf LED-Beleuchtung umgestellt und auch im Gastro- Bereich einige Einsparungen vorgenommen.

Was macht denn den Reiz der Nagolder Eisbahn aus?

Die Eisbahn Nagold ist primär ein generationenübergreifendes Familien-Thema. Eltern gehen mit ihren Kindern, Oma und Opa mit den Enkeln, Jugendliche mit Freund oder Freundin. Es ist ein Angebot für alle Altersklassen und dementsprechend positiv besetzt. Wir erleben es ganz oft, dass kleine Kinder das erste Mal mit den Eltern über die Bahn rutschen und über die Jahre immer wieder kommen und bei uns das Eislaufen lernen. Da gibt es tolle, sympathische Geschichten. Die Eisbahn hat einen hohen emotionalen Faktor und ist bei Preis und Leistung ein tolles Angebot für die Menschen in einer Zeit, in der Ablenkung auch einfach mal gut tun.

Entsprechend groß war wieder die Unterstützung in der Stadt?

Die Stadt Nagold ist letztendlich Auftraggeber und größter Unterstützer der Eisbahn. Aber ohne die vielen Sponsoren und Partner wäre es auch der Stadt nicht möglich die Eisbahn zu beauftragen. Der Betrieb einer solchen Eisbahn ist über die Eintrittspreise so nicht refinanzierbar – daher braucht es viele Unterstützer und die haben wir in Nagold.

Wie schaut‘s mit dem Rahmenprogramm aus? Was ist geboten? Was sind die Highlights?

Der „Star“ ist die Eisbahn - da braucht es gar nicht so viel Rahmenprogramm. Das tägliche Live-Musik-Programm auf der Rundbogenbühne hat sich als abendlicher Treffpunkt mittlerweile sehr gut etabliert. Jeden Abend zwischen 18 und 20 Uhr treten Solisten, Duos, Trios, Bands auf und unterhalten die Gäste im Gastro-Bereich mit toller Musik.Zur Eröffnung am 30. November hat sich der Weihnachtsmann angesagt, der für die Kinder sicherlich manche Leckerei mitbringen wird.

Was schätzen Sie am Standort Nagold?

Der Standort Nagold bietet für uns als Veranstalter wie auch für die Eisbahn an sich eine ideale Infrastruktur. Die Zusammenarbeit mit der Stadt funktioniert hervorragend, die Unterstützung von lokalen und regionalen Unternehmen ist sehr gut und das Einzugsgebiet der Eisbahn-Besucher ist sehr groß. Nagold als Einkaufs-Stadt funktioniert sehr gut – viele Besucher verbinden den Einkauf beziehungsweise den Besuch der Stadt mit einem Besuch an der Eisbahn.

Und Sie selbst sieht man auch mal über das Eis gleiten?

Für mein Team und mich ist die Eisbahn Arbeit. Wir betreiben im Winter insgesamt drei Eisbahnen, bereiten den nächsten Festival-Sommer vor und begleiten viele unserer Firmenkunden bei ihren Weihnachtsfeiern und Veranstaltungen. Da bleibt nicht viel Zeit – aber wenn, dann stehe ich lieber neben der Eisbahn mit einem Glühwein und freue mich, wenn alle Eisläufer viel Spaß und eine gute Zeit haben.

Infos

Christoph Römmler
ist Geschäftsführer der Konzert- und Eventagentur KAROevents GmbH & Co. KG. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Teningen.

Die Eisbahn Nagold
ist ab Donnerstag, 30. November bis Sonntag, 7. Januar auf dem Longwyplatz täglich in Betrieb. Die Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 14 bis 20 Uhr, Samstag, Sonntag und an den Ferientagen 11 bis 20 Uhr.