Volker Schuler Foto: Wolfgang Schlumberger

Zum Anfang des neuen Jahres blickt Ebhausens Bürgermeister im Interview zurück auf 2024. Die Stimmung beim erfahrenen Schultes war schon einmal besser.

Das abgelaufene Jahr hat für die Kommunen auch im Kreis Calw viele Herausforderungen bereitgehalten. Im Interview erzählt der Ebhäuser Bürgermeister Volker Schuler, was ihm im vergangenen Jahr besonders wichtig war und was die größte Herausforderung im Jahr 2025 sein wird.

 

Ganz allgemein gefragt: War 2024 ein gutes Jahr für Ihre Stadt/Gemeinde? Und warum oder warum nicht?

Es war ein ordentliches, aber anstrengendes Jahr weil alles viel zäher wie früher läuft.

Was war 2024 der wichtigste Meilenstein für Ihre Stadt/Gemeinde?

Die Einweihung und Übergabe der Sanierung und Erweiterung der Gemeinschaftsschule als größtes Hochbauprojekt der Gemeinde Ebhausen

Welches Projekt wird für Ihre Stadt/Gemeinde 2025 das wichtigste sein?

Weiterer Ausbau von Bildung und Betreuung – vor allem im Kiga/Hort-Bereich, geordnete Finanzen und deren Controlling.

2025 ist Bundestagswahl. Was für eine Regierung wünschen Sie sich?

Eine Regierung, die weiß, dass man nur das Geld ausgeben kann, das man zuerst erwirtschaftet hat und nicht die junge Generation mit noch mehr Schulden belastet.

Wenn Sie plötzlich Bundeskanzler wären – würden Sie das Amt annehmen?

Und worum würden Sie sich zuerst kümmern wollen? Nein. Nach meiner Meinung sollte man Erfahrungen und Kompetenzen für ein Amt mitbringen.

Ständig ist seit einiger Zeit die Rede von künstlicher Intelligenz (KI). Was glauben Sie: Welche Aufgaben kann eine KI bis 2030 in Rathäusern übernehmen?

Standardisierte Verfahren und Bescheide, Übermittlung von Verbrauchs-Daten und automatische Abwicklung, Texte, Beantwortung von Fragekatalogen der Presse (der Bürgermeister fügte hier einen Smilie an).

Hesse-Bahn und Krankenhaus Calw sollen beide 2025 fertig werden. Sind diese Projekte für Ihre Stadt/Gemeinde und deren Bürger eher Bereicherung oder finanzielle Belastung?

Die Verbesserung der Infrastruktur im Landkreis dient den Gemeinden und den Einwohnern. Alle drei Projekte – HHB, Kliniken Calw und Nagold – sind wichtig für die Zukunft unserer Bevölkerung und der Region. Wir wünschen uns jedoch eine effizientere Umsetzung mit weniger Auflagen, Bürokratie und Kosten, nicht so wie zum Beispiel bei der HHB.

Was sollte der Kreis Calw unbedingt haben – an Gebäuden, Angeboten oder auch Freizeitmöglichkeiten (lassen wir dabei mal außer acht, ob das realistisch wäre)?

Bessere Südanbindung des Landkreises an die Schiene mit Ebhausen als Haltepunkt verbunden mit einer Seilbahn nach Wöllhausen und in die höhergelegenen Neubaugebiete als Zubringer.

Überall fehlt es an Geld, die Konjunktur schwächelt, die Ausgaben sind hoch. Schnell heißt es in solchen Zeiten, Städte und Gemeinden würden die Kassen mit Bußgeldern füllen. Aber mal in Zahlen: Wie viel nimmt Ihre Stadt/Gemeinde eigentlich pro Jahr tatsächlich mit Bußgeldern ein? Und wie viel Prozent der Haushaltserträge macht das aus?

Vernachlässigbar. 0,0001 %

Was wird 2025 die größte Herausforderung für Ihre Stadt/Gemeinde?

Die finanzielle Situation und die Personalgewinnung, vor allem im Bildungsbereich

Und zu guter Letzt noch etwas Persönliches: Was war Ihr schönster Moment 2024?

Der Urlaub auf dem Alpe–Adria-Radweg