Der Jahreswechsel bietet auch immer die Möglichkeit, zurück und auch voraus zu blicken. Auch der Ostelsheimer Bürgermeister Jürgen Fuchs verrät im Interview, worauf er sich 2022 freut, welche Herausforderungen auf die Gemeinde warten und wie er einer Impfpflicht gegenübersteht.
Ostelsheim - Das Jahr zwei der Pandemie neigt sich dem Ende zu. Trotz aller Widrigkeiten hat sich vieles voranbewegt. Und wie immer steht auch in der Zukunft noch einiges auf der Agenda. Ostelsheim stellt da keine Ausnahme dar. Im Interview äußert sich Bürgermeister Jürgen Fuchs zu Finanzen, Corona und Impfungen.
Ende des vergangenen Jahres hatten viele Menschen die Hoffnung, dass die Corona-Pandemie 2021 ihren Schrecken verlieren und die Einschränkungen enden würden. Wird das Ihrer Meinung nach 2022 so weit sein?
Auch wenn es aktuell nicht nach einem schnellen Ende der Pandemie aussieht, sollten wir zuversichtlich bleiben.
Waren Sie selbst schon infiziert?
Nein, zum Glück nicht.
Welche Pläne haben die Pandemie, das Virus und die Einschränkungen in diesem Jahr in Ihrem Privatleben verhindert oder unmöglich gemacht?
Wir alle vermissen Veranstaltungen, Feste, Reisen oder persönliche Begegnungen. Es fehlt der ganz normale Alltag, beruflich, in den Vereinen, wie auch privat.
Mal abseits von Corona: Welche Projekte/Meilensteine fallen Ihnen als Bürgermeister als Erstes ein, wenn Sie an 2021 denken?
Das kommunalpolitische Highlight des Jahres ist sicherlich die Zusage von Norma, in Ostelsheim 2023 einen Markt zu errichten. Neben der Sanierung von Abwasserkanälen und der Wasserleitung in der Silcherstraße sowie dem dritten Bauabschnitt zur Modernisierung der Straßenbeleuchtung standen im Wesentlichen Projekte im Kontext mit der Hermann-Hesse-Bahn an: die Fertigstellung der Brückenbaumaßnahme in der Bahnhofstraße mit Verbreiterung von Straße und Gehweg, das Bebauungsplanverfahren für die P&R-Anlage und natürlich all die Baustellen im Ort, insbesondere die Großbaustellen Tunnelbau. Für Sportbegeisterte konnte am Sportgelände das Beachvolleyballfeld eingeweiht werden.
Und was steht in Ihrer Gemeinde an größeren Projekten/Meilensteinen im Jahr 2022 an?
Im kommenden Jahr werden wir wieder in Kindergarten und Grundschule investieren. Der Außenspielbereich für die Kleinkindbetreuung wird erneuert und die Planungen für die energetische Sanierung der Grundschule starten. Ferner wollen wir die bauplanungsrechtlichen Verfahren für den Nahversorger und zur Bebauung der Gärtnereifläche anpacken. Auch die Detailplanung zur Gestaltung der Park & Ride-Anlage steht auf der Agenda. Schön wäre es, wenn es 2022 (endlich) möglich wäre, die Erweiterung von Kindergarten und Feuerwehrmagazin sowie den Bauhof-Neubau mit einem Tag der offenen Türen der Bevölkerung zugänglich zu machen.
Welche Schwierigkeiten oder Herausforderungen warten 2022 auf Ihre Gemeinde?
Die aktuelle Pandemielage, die bestehenden Lieferengpässe sowie der Fachkräftemangel, werden sicherlich auch 2022 wieder zur einen oder anderen Herausforderung führen.
Wenn Geld keine Rolle spielen würde - welches Projekt würden Sie für Ostelsheim gerne in Angriff nehmen?
Auch künftig werden wir die für die Entwicklung unsere Gemeinde sinnvollen und wirtschaftlich darstellbaren Projekte angehen und umsetzen.
Und da wir gerade beim Geld sind: Auf was muss Ihre Gemeinde erst mal verzichten, weil sich dafür absolut kein Budget im aktuellen Haushalt finden lässt?
Den »Fahrplan« für unsere anstehenden Maßnahmen geben Haushaltsplan und mittelfristige Finanzplanung vor. Wir setzen die anstehenden Aufgaben und Projekte dann Zug um Zug, im Rahmen unserer Möglichkeiten, um.
Wie stehen Sie einer Corona-Impfpflicht gegenüber?
Das habe ich zum Glück nicht zu entscheiden.
Sind Sie selbst geimpft?
Ja.
Und zum Abschluss noch ein Klassiker: Welchen guten Vorsatz haben Sie für 2022?
Gesund bleiben und die anstehenden Aufgaben zielstrebig angehen.