Günther-Martin Pauli wird heute 60 Jahre alt, wir gratulieren dem Landrat zu seinem Ehrentag. Foto: Roland Beck

An diesem Freitag feiert Günther-Martin Pauli seinen 60. Geburtstag. Aus diesem Anlass verrät der Landrat unserer Redaktion, wie er diesen Tag verbringt und was den Zollernalbkreis so besonders macht.

Günther-Martin Pauli ist seit 2007 Landrat des Zollernalbkreises. An diesem Freitag feiert er seinen 60. Geburtstag. Er befindet sich bereits in seiner dritten Amtszeit und hat schon zuvor zahlreiche berufliche Stationen in seinem Heimatkreis durchlaufen. Unter anderem war er Rechtsreferendar im Landgerichtsbezirk Hechingen, Bürgermeister in Geislingen sowie Dozent an der Staatlichen Verwaltungsschule in Haigerloch.

 

Im Interview mit unserer Redaktion spricht er anlässlich seines Ehrentages darüber, wie im Hause Pauli der runde Geburtstag gefeiert wird, was seine Heimat so besonders macht und was er sich für die Zukunft wünscht.

Herr Pauli, am Freitag, 10. Januar, werden Sie 60 Jahre alt. Wie feiern Sie Ihren runden Geburtstag?

Der wird mit Kolleginnen und Kollegen, mit dem Freundeskreis und einigen Weggefährten gefeiert. Abends geht es dann weiter im erweiterten Familienkreis. Eine große offizielle Feier wird es nicht geben, das haben wir so noch nie gemacht. Für mich ist der Geburtstag nichts Spektakuläres,sondern er wird gerne mit Dankbarkeit und Respekt begangen.

Günther-Martin Pauli, damals Bürgermeister von Geislingen, zusammen mit Amtskollege Daniel Serre, bei der Unterzeichnung des Vertrags, der die Städtepartnerschaft zwischen Geislingen und Ruoms (Frankreich) besiegelt Foto: Landratsamt

Sie haben am 10. Januar nicht als einziger Geburtstag. Einige prominente Persönlichkeiten – Rod Stewart, Peer Steinbrück und Frauke Ludowig – feiern am selben Tag. Verbinden Sie etwas mit diesen drei Personen?

Peer Steinbrück durfte ich tatsächlich mal in Bisingen live beim Politischen Aschermittwoch begegnen. Das war in gewisser Weise sehr beeindruckend. Wir Demokraten müssen respektvoll miteinander umgehen, alle wollen etwas Gutes für unsere Gesellschaft erreichen. Da ist man zwischendurch gerne bei anderen Parteien zu Gast und hört sich verschiedene Sichtweisen an. Bei Rod Stewart weiß ich seit über 40 Jahren, dass er am selben Tag Geburtstag feiert und habe mich dann infolgedessen mit seiner Musik angefreundet. Mit Klatsch und Tratsch – bezogen auf Frauke Ludowig – habe ich nichts am Hut.

Sie sind im Zollernalbkreis aufgewachsen und haben hier einige berufliche Stationen durchlaufen. Was macht den Zollernalbkreis und die Arbeit in Ihrer Heimat so besonders?

Ich durfte in meinem jungen Leben alle politischen Ebenen kennenlernen. Ich habe mich dann aber für die Kommunalpolitik entschieden, weil man hier durch den direkten Kontakt mit den Menschen und zusätzlich mit den Alltagsproblemen und Früchten der Arbeit jeden Tag konfrontiert wird. Man ist gefordert und hat eine ganz andere Erdung – das hat mich schon früh überzeugt. Vor allem die Vielfalt: das kommunalpolitische Zusammenleben und die politische Gestaltung in den verschiedenen Gemeinden und Ortschaften. Das ist so vielfältig und herausfordernd, dass einem nie langweilig wird. 1989 bin ich zum ersten Mal in meiner Heimatstadt in ein kommunales Wahlamt gewählt worden und habe da zunehmend mehr Freude dran.

Erstmalige Verpflichtung von Günther-Martin Pauli als Landrat des Zollernalbkreises 2007 mit Edmund Merkel, damaliger Oberbürgermeister von Balingen (links), und dem Tübinger Regierungspräsidenten Hermann Strampfer Foto: Landratsamt

Und das Interesse an der Kommunalpolitik verschwand auch nicht, als es für Sie im Jahr 2001 als Abgeordneter in den baden-württembergischen Landtag ging?

In dieser Zeit war immer das kommunalpolitische Amt – Bürgermeister von Geislingen und Landrat des Zollernalbkreises – das Standbein. Es ist gut, wenn die Erfahrungswerte aus kommunaler Ebene direkt im Landtag und in der Landespolitik einfließen können. Das war immer ein Erfolgsrezept über Jahrzehnte: die enge Verzahnung von Kommunal- und Landespolitik. Leider geht das zunehmend verloren, da der Landtag nun ein sogenanntes Vollzeitparlament ist.

Sie werden 66 sein, wenn Ihre dritte Amtszeit mit der aktuellen Legislaturperiode zu Ende geht. Wie geht es dann weiter?

Ich bin gerade in der Mitte meines Lebens angekommen, da wäre es völlig verfrüht, zu sagen, was in sieben Jahren ist. Also aktuell wird daran noch überhaupt kein Gedanke verschwendet.

Sie feiern heute Ihren runden Geburtstag, vor zwei Jahren feierte der Zollernalbkreis 50-jähriges Bestehen. Gibt es Meilensteine, auf die sie als Landrat besonders gerne zurückschauen?

Mit dem Jubiläum vor zwei Jahren haben Sie schon einen großen Meilenstein genannt. Die 50-Jahr-Feier haben wir mit einem ganzen Blumenstrauß an Aktivitäten auf der Gartenschau und Publikationen begangen. Als Beispiel fallen mir da direkt die Jubiläumsausstellung, die durch den Kreis tourt, oder unser Wimmelbuch ein. Wir haben in den letzten Jahren kreativ gewirkt, um den Landkreis immer weiter zu einem familienfreundlichen Kreis zu gestalten. Wir haben hier viele Vorzüge, auch wenn wir mit der ein oder anderen Belastung gesegnet sind. So haben wir einen Strukturwandel nach dem anderen überwältigen müssen. Leider geht es mit den Verkehrsanbindungen nur schleppend voran. Worauf wir richtig stolz sein können, ist, dass wir über die Jahre sehr solide mit den uns zur Verfügung stehenden Steuergeldern gewirtschaftet haben. Wir stehen im Vergleich zu vielen anderen Kreisen sehr gut da, was ein Ergebnis der konstruktiven Zusammenarbeit der verschiedenen Gremien und Verwaltungsorgane ist.

Zum Geburtstag darf man sich ja etwas wünschen. Wie sehen Ihre Wünsche im persönlichen Bereich und im beruflichen Umfeld aus?

Ganz persönlich spielt natürlich das Thema Gesundheit eine große Rolle. Da bin ich dankbar, dass ich über ein robustes Naturell verfügen darf und somit den vielen Herausforderungen entsprechend achtsam und wachsam, aber auch zuversichtlich begegnen kann. In der Kommunalpolitik hat sich in den letzten Jahren einiges gewandelt. Da muss man auf der Höhe der Zeit sein und darf sich nicht auf dem bislang Erreichten ausruhen. Für mich ist es etwas Besonderes, in meinem Heimatlandkreis mitwirken zu dürfen. Ein großer Wunsch von mir ist, dass wir den demokratischen Geist, der bei uns herrscht, in Zukunft weiterpflegen und weiter danach leben. Besonders an die jungen Menschen bei uns gerichtet wünsche ich mir, dass sich speziell diese Generation wieder stärker für ihre Interessen einsetzt und es nicht dem Zufall überlässt, wer gerade für sie das Wort ergreift.