Dieses Jahr soll in Gechingen mit dem Bau der Kindertageseinrichtung Wolfswiesen begonnen werden. (Symbolfoto) Foto: Anspach/dpa

Vieles muss kurzfristig geregelt werden. Gechinger halten in der Krise fest zusammen.

Gechingen - Bauprojekte wie die Kindertageseinrichtung Wolfswiesen oder die Breitbandversorgung stehen in diesem Jahr in Gechingen auf der Agenda. Was 2021 sonst noch ansteht und was er sich für das neue Jahr wünscht, verrät Bürgermeister Jens Häußler im Interview.

Welche Projekte/Meilensteine fallen Ihnen als Bürgermeister als Erstes ein, wenn Sie an 2020 denken?

Das Baugebiet Furt und die Tagespflege. Für diese wichtige Infrastruktureinrichtung wurden im Vorfeld der baulichen Umsetzung im Baugebiet Furt die Weichen mit dem Bauträger Paulus Wohnbau GmbH und späteren Betreiber Krankenpflegeverein Althengstett gestellt. Außerdem stehen Maßnahmen im Bereich Breitbanderschließung im Mittelpunkt und der Naturkindergarten wurde mit einem Grundsatzbeschluss des Gemeinderats auf den Weg gebracht. Ein weiteres Thema sind der Spatenstich und Beginn der Erschließung Gewerbepark Lindenrain gemeinsam mit Calw und Bad Teinach-Zavelstein.

Was steht in Ihrer Gemeinde an größeren Projekten/Meilensteinen im Jahr 2021 an?

Es soll die Planung für die Kindertageseinrichtung Wolfswiesen fertiggestellt und der Bau begonnen werden. Die Entwurfsplanung für die Hochwasserschutzmaßnahmen soll fertig werden. Grunderwerb, Antrag auf wasserrechtliche der Planfeststellung, Genehmigung, Zuschussantrag und das Strukturgutachten Wasserversorgung sollen vorangebracht werden. Bei der Breitbanderschließung geht es um die bauliche Umsetzung der Maßnahmen laut Generalunternehmerausschreibung, ebenso die Umsetzung der Planung für Dach und Fassade der Schulturnhalle. Der Naturkindergarten soll eingerichtet werden.

Was haben Sie persönlich 2020 wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie am meisten vermisst?

Persönliche Kontakte zu anderen Menschen im Beruf und in der Freizeit waren zum Teil stark eingeschränkt. Mein persönlicher Ausgleich durch Sport war nicht so wie seither gewohnt möglich.

Und wer oder was hat Sie in den vergangenen Monaten besonders geärgert?

Ich möchte weder Zeit noch Energie aufwenden, um mich nochmals mit Inhalten zu beschäftigen, die mich geärgert haben.

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn die Corona-Beschränkungen aufgehoben werden? Was werden Sie als Erstes machen?

Ich freue mich auf persönliche Kontakte im Beruf und in der Freizeit. Tennis spielen und, wenn überhaupt in diesem Winter möglich, Skifahren.

Werden Sie sich impfen lassen?

Konkret stellt sich die Frage derzeit nicht, da es noch Monate dauern wird, bis ich an der Reihe bin. Insgesamt kann die Impfaktion nur erfolgreich sein, wenn sich ein hoher Prozentsatz der Bevölkerung in Deutschland und anderen Ländern impfen lässt. Insofern werde ich mich voraussichtlich auch impfen lassen.

Welche Schwierigkeiten stehen Ihrer Gemeinde aufgrund von Corona noch bevor?

Durch Corona hat es bisher zahlreiche Überraschungen, Kurzfristigkeit und viel Arbeit gegeben. Das wird meines Erachtens auch zukünftig so sein. Die Zukunft ist nur eingeschränkt planbar.

Wie steht es um den Zusammenhalt in Ihrer Gemeinde seit Beginn der Corona-Krise?

Meines Erachtens ist der Zusammenhalt gut. Es gab verschiedene Aktionen zum Beispiel von den Sportfreunden Gechingen (Einkaufshilfe), dem Posaunenchor (sonntagabends musizieren im Bereich vom Pflegeheim), der Bürgerunion (Essen ausliefern fürs "Rößle"). Wenn jemand in Quarantäne war, gab es wertvolle Hilfe aus der Nachbarschaft oder dem sonstigen Freundeskreis oder von anderen Familienmitgliedern. Viele Hilfsaktionen sind nur im kleinen Kreis bekannt.

Was waren die größten Herausforderungen der Gemeindemitarbeiter bei der Bewältigung der Corona-Krise?

Kurzfristigkeit. Maßnahmen wurden durch die Medien schon publiziert. Die Verordnungen lagen uns aber noch nicht vor, obwohl die Umsetzung zu erledigen war. Zum Beispiel trat der Lockdown mit Wirkung vom Mittwoch 16. Dezember in Kraft, konkretere Infos erhielten wir per Mail am 15. Dezember um 23.24 Uhr. Unsere Erzieherinnen wurden bereits am 14. Dezember bezüglich Notbetreuung gefragt.

Können Sie Corona und den Folgen generell etwas Positives abgewinnen?

Die Einstellung und das Verhalten von Menschen ändert sich zum Teil. Inhalte, die zuvor als selbstverständlich hingenommen wurden, werden wieder mehr wertgeschätzt.

Wer kennt nicht die Märchen, in der die gute Fee vorbeikommt und man drei Wünsche frei hat. Wie würden Ihre fürs neue Jahr lauten?

Alle Viren, die Erkrankungen wie Corona auslösen und alle Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden, verschwinden von unserer Erde. Gesundheit für meine Familie und mich. Und ein gutes Vorankommen bei den Projekten der Gemeinde Gechingen durch konstruktives Miteinander von allen Beteiligten, auch durch Kooperation der Eigentümer, wenn die Gemeinde Grunderwerb benötigt und durch Bewilligung der beantragten Zuschüsse.