Der Kindergarten in Monakam wird erweitert. Auch dafür bekommt die Stadt Bad Liebenzell einen Zuschuss vom Land. Foto: Kraushaar

Dietmar Fischer ist im vergangenen Jahr als Bürgermeister von Bad Liebenzell abgewählt worden. Dennoch ist er stolz darauf, was in den vergangenen Jahren in der Kurstadt geschaffen worden sei und dass trotz der Corona-Krise. Im Gespräch mit unserer Redaktion äußert sich Fischer zur Pandemie, zu Impfungen und Finanzen.

Bad Liebenzell - Das Jahr zwei der Pandemie neigt sich dem Ende zu. Trotz aller Widrigkeiten hat sich vieles voranbewegt. Und wie immer steht auch in der Zukunft noch einiges auf der Agenda. Bad Liebenzell stellt da keine Ausnahme dar. Im Interview äußert sich Ex-Bürgermeister Dietmar Fischer zu Finanzen, Corona und Impfungen.

Ende des vergangenen Jahres hatten viele Menschen die Hoffnung, dass die Corona-Pandemie 2021 ihren Schrecken verlieren und die Einschränkungen enden würden. Wird das Ihrer Meinung nach 2022 so weit sein?

Es bleibt nur zu hoffen, dass sich das Leben wieder normalisiert. Die gesellschaftlichen Veränderungen rutschen immer weiter in Situationen, die wir so nicht kennen und die wir auch nicht haben wollen. Klare Strukturen und Vorgehensweisen sind nicht richtig zu erkennen. Wir sehnen uns nach Normalität und wir müssen lernen mit den neuen Situationen zu leben. Unsere Gesellschaft – wir – dürfen uns nicht weiter voneinander entfernen. Es wird ein Zeitpunkt kommen müssen, der uns die bisherigen Strukturen wieder gibt und wir uns als Gemeinschaft die normalen Dinge machen lässt. Kultur, Sport, Kirche, ehrenamtliche Arbeit, Jung und Alt gemeinsam leben – das muss unser Ziel sein.

Waren Sie selbst schon infiziert?

Nein

Welche Pläne haben die Pandemie, das Virus und die Einschränkungen in diesem Jahr in Ihrem Privatleben verhindert oder unmöglich gemacht?

Viele Begegnungen mit Freunden haben nicht stattgefunden. Kulturelle und sportliche Veranstaltungen fielen größtenteils aus. Das Zusammenkommen bei Familienfeierlichkeiten war nicht immer möglich. Gerade spontane Treffen, die ja oftmals die schönsten waren, gab es fast nicht.

Mal abseits von Corona: Welche Projekte/Meilensteine fallen Ihnen als Ex-Bürgermeister als Erstes ein, wenn Sie an 2021 denken?

Förderbescheide, Förderbescheide, Förderbescheide – wir, die Stadt Bad Liebenzell, haben erhebliche finanzielle Mittel vom Land Baden-Württemberg erhalten für viele infrastrukturelle Investitionen wie Kindergärten, Schulen, Sportplatz, Kurhaus, Paracelsus-Therme, Wasser- und Abwasser, Brücken – dafür sagen wir: Herzlichen Dank. Der fünfte Stern für unsere Paracelsus-Therme, den wir zum ersten Mal in der Geschichte der Therme erhalten haben, ist eine Auszeichnung, die unsere Investitionen, die gemeinsame Anstrengungen und das tägliche hervorragende Arbeiten aller Mitarbeiter/innen widerspiegelt.

An tolle Mitarbeiter/innen in der Stadtverwaltung wie auch in der Freizeit und Tourismus Bad Liebenzell GmbH, die mit Leidenschaft und Engagement ihren Teil zum Erfolg beigesteuert haben. Wie schön doch unsere Region – unsere Heimat – sein kann.

Wie stehen Sie einer Corona-Impfpflicht gegenüber?

Die Impfung hilft bei einer Erkrankung. Dieser Tatsache wird niemand widersprechen. Auch lassen wir uns gegen viele Erkrankungen impfen, auch wenn wir nur in den Urlaub gehen. Die Polarisierung bei diesem Thema finde ich fehl am Platz und auch teilweise gefährlich. Sie spaltet unsere Gesellschaft unnötigerweise. Ich bin grundsätzlich für das Impfen und empfehle es jedem. Mit Überzeugung, Ehrlichkeit und Transparenz lassen sich wichtige Themen besser und nachhaltiger vermitteln. Früher waren Impfungen in Schulen normal, heute diskutieren wir bis über manche Grenzen hinweg. Der Ton macht die Musik – ein altes Sprichwort bekommt wieder mehr Gewicht – leider.

Sind Sie selbst geimpft?

Ja, dreimal.

Und zum Abschluss noch ein Klassiker: Welchen guten Vorsatz haben Sie für 2022?

Das Leben genießen, mit Freunden unterwegs sein und uns wieder aneinander gewöhnen. Das Zitat von Hermann Hesse "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne" kann 2022 neue Größe erreichen.