Auch die Grundschule in Unterhaugstett wird 2021 auf Vordermann gebracht. Foto: Fritsch

Bad Liebenzells Bürgermeister Dietmar Fischer vermisst in der Corona-Krise den persönlichen Austausch.

Bad Liebenzell - Im vergangenen Jahr sind in Bad Liebenzell einige Maßnahmen angestoßen worden. Und auch in diesem Jahr ist einiges geplant. Der Schwarzwälder Bote sprach mit Bürgermeister Dietmar Fischer über dessen Erwartungen.

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Welche Projekte/Meilensteine fallen Ihnen als Bürgermeister als Erstes ein, wenn Sie an 2020 denken?

Der erste Glasfaseranschluss und die neue Sportarena in Möttlingen. Die Sanierungen in unseren Kindergärten und Schulen. Einweihung Erkingerweg. Zuschussbescheide für unsere Einrichtungen, insbesondere der Paracelsus-Therme.

Was steht in Ihrer Stadt an größeren Projekten im Jahr 2021 an?

2021 wird ein sehr interessantes, arbeitsreiches und strukturreiches Jahr werden. Folgende Themen und der Ausbau unserer Infrastruktur stehen an: Sanierungen der Reuchlin-Schulen und der Grundschulen Unterhaug­stett und Möttlingen, Erweiterung Kindergarten Monakam und eventuell Unterlengenhardt, Baugebiete in Monakam, Beinberg, Möttlingen und Unterhaugstett, Gewerbegebiet Egarten II, Glasfaserausbau, Spatenstich Ochsenareal, städtebaulicher Wettbewerb Mühlenareal, Erweiterung Erddeponie, Eröffnung Thermenhotel, Eröffnung dritter Stock Paracelsus-Therme, Bau Technikerweiterung Paracelsus-Therme, Teilsanierung Kurhaus, Neubau Brücke Kurpark, Investitionen im Abwasser- und Wasserbereich, Gründung Wohnungsbaugesellschaft, Planungen städtebaulicher Neugestaltung Talwiesen und Bahnhofstraße.

Was haben Sie persönlich 2020 wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie am meisten vermisst?

Das persönliche Treffen mit Menschen, sämtliche gesellschaftlichen Zusammenkünfte jeglicher Art, die direkte Kommunikation. Es war schon ungewöhnlich – Weihnachten ohne Kirche. Das Städtepartnerschaftsfest in Lourinha, das im Juni geplant war.

Und wer oder was hat Sie in den vergangenen Monaten besonders geärgert?

Das nach außen kommunizierte Chaos. Verordnungen, die Sonntagnachmittag eingehen und am Montag ihre Gültigkeit haben.

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn die Corona-Beschränkungen aufgehoben werden? Was werden Sie als Erstes machen?

Menschen zu begegnen, sich auszutauschen, persönliche Gespräche zu führen und wieder frei und unbekümmert die schöne Zeit, Natur und unsere vielen Einrichtungen mit Freunden, Gästen, Geschäftspartnern zu genießen. Den gemeinsamen Sport in den Vereinen betreiben und wieder ein Grußwort in unserem schönsten Saal des Nordschwarzwaldes zu sprechen. Bei den ersten Terminen werden mich Linsen und Spätzle mit Saitenwürstle in unser Kurhaus führen.

Werden Sie sich impfen lassen?

Ja. Allerdings gehöre ich zu keiner Risikogruppe an und werde daher warten.

Welche Schwierigkeiten stehen Ihrer Stadt aufgrund von Corona noch bevor?

Wir sind aktuell gut durch das Jahr 2020 gekommen. 2021 bringt neue Herausforderungen, denen wir uns gerne stellen. Wir lernen täglich aus dem Vergangenem und werden für die Zukunft die aus heutiger Sicht beste Infrastruktur und Grundlagen für die nächsten Jahre und Generationen schaffen. Mit den heutigen Möglichkeiten sind die künftigen Aufgabenstellungen zu bewältigen. Da gab es in der Vergangenheit leider schon größere Täler, aus denen wir gemeinsam nach oben gestiegen sind. Positiv die Zukunft gestalten und Lösungen erarbeiten und umsetzen sind unsere Ziele.

Wie steht es um den Zusammenhalt in Ihrer Stadt seit Beginn der Corona- Krise?

Der Zusammenhalt und die Unterstützung waren schon immer Eigenschaften, die uns hier ausgezeichnet haben. Während der Corona-Krise wurde noch deutlicher, wie flexibel, situationsabhängig und schnell viele Bürgerinnen und Bürger reagiert haben. Der Umgang mit etwas Neuem hat uns gefordert und dank der außerordentlichen Unterstützung aller Beteiligten haben wir diese Zeit gemeistert, und wir werden auch künftig Lösungen parat haben.

Was waren die größten Herausforderungen der Gemeindemitarbeiter bei der Bewältigung der Corona-Krise?

Die ständig wechselnden Vorschriften und Verfügungen gepaart mit nur wenigen Stunden Vorlauf in fast allen Bereichen (Kindergarten, Schulen, Handel, Gewerbe) haben uns gefordert. An dieser Stelle vielen Dank an alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für ihre Unterstützung und Flexibilität, die uns gut durch diese Zeit bringen. In der Krise zeigt sich, wie gut alle mit anpacken. Herzlichen Dank.

Können Sie Corona und den Folgen generell etwas Positives abgewinnen?

Corona selbst nicht. Aber vielleicht ist einigen Menschen wieder bewusst geworden, wie zerbrechlich unsere Gemeinschaft sein kann. "Alte" Werte – Gemeinschaft, Rücksicht, Zusammenhalt, Miteinander – haben eine Renaissance erfahren und bleiben hoffentlich lange in unserer Erinnerung, besser noch: Sie werden Bestandteil unseres täglichen Lebens.

Wer kennt nicht die Märchen, in der die gute Fee vorbeikommt und man drei Wünsche frei hat. Wie würden Ihre fürs kommende Jahr lauten?

Gesundheit, Zufriedenheit/ Freude am Leben, Frieden.

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