Auf WhatsApp wird der Betrug oft angebahnt. Foto: dpa/Zacharie Scheurer

Wer wissen will, was Deutschland droht, der kann jetzt schon nach China blicken.

Werbung ist in der Regel ja ein ziemliches Ärgernis. Manchmal bietet Werbung aber auch ein beachtliches Stück gesellschaftlicher Aufklärung. Der Telekom ist derzeit solch eine Kampagne gelungen. Mit brennenden Flaschen ruft der Spot im Fernsehen und im Kino dazu auf, erst nachzudenken, bevor auf den so genannten sozialen Medien etwas geteilt wird. Andernfalls droht ein Flächenbrand an Desinformation. Einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag hat sich der Konzern diesen Clip kosten lassen. Hinweise dieser Art kann es gar nicht genug geben. Die Verbreitung von Fake News ist schließlich auch der Unbekümmertheit einer breiten Masse geschuldet.

 

Geld überweisen oder Link anklicken

Einer Masse, die häufig unbewusst Täter ist – und immer wieder auch Opfer. Dann nämlich, wenn Ganoven in die elektronische Trickkiste greifen. Sehr beliebt ist die Textnachricht, die suggeriert, dass das eigene Kind in Schwierigkeiten steckt. Da wird dann eine angeblich neue Telefonnummer kundgetan und darum gebeten, wahlweise Geld zu überwiesen oder auf einen Link zu klicken – was dramatische Auswirkungen haben kann. Betrügereien, die in Deutschland noch in Textnachrichten eingeleitet werden, haben in China schon das nächste Level erreicht. Zu sehen bei den dortigen Aufklärungskampagnen.

Das Kind im Video ist nicht das Kind

In den sozialen Medien macht dort ein Trick die Runde, auf den sich Deutschland vorbereiten muss. Auch im China bittet das angeblich in Schwierigkeiten steckende Kind seine Eltern um finanzielle Hilfe, aber nicht per Textnachricht. Das Kind ist im Video zu sehen, redet dort, ist scheinbar echt – und doch in Wirklichkeit von der Künstlichen Intelligenz erschaffen. Im Aufklärungsspot klingelt der echte Nachwuchs an der Wohnungstür, als die Mutter am Handy mit dem Avatar spricht. Gerade noch rechtzeitig.