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Internet Kampagne verspricht "besseres Facebook"

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Mit dieser Anzeige kündigt Facebook Maßnahmen gegen Datenmissbrauch und Fake News an. Foto: Screenshot/sb

Region - Werbespots im Fernsehen und ganzseitige Zeitungsanzeigen, auch im Schwarzwälder Boten: Wenn der Internet-Riese Facebook auf klassische Medien zurückgreift, deutet das darauf hin, dass es der Milliardenkonzern ernst meint - zumindest mit dem Versuch, sein Image aufzubessern. Mit einer breit angelegten Kampagne unter dem Motto "ein besseres Facebook" will der Konzern möglichst vielen Menschen sagen: "Facebook ändert sich", wie es auf der eigens dafür eingerichteten Webseite heißt.

Das Unternehmen gesteht Fehler ein, "möchte sich entschuldigen" und scheint Reue zu zeigen. So stehe "F für unsere Fehler", sagt eine Stimme im TV-Spot. In der Vergangenheit sei man seiner "Verantwortung nicht immer gerecht geworden", ist online zu lesen. Und auch in der Zeitungsanzeige nimmt man das "F" auf, das "zuletzt" für Dinge gestanden habe, "für die Facebook nicht stehen sollte". Es folgen Erläuterungen und Versprechen, die künftig "ein besseres Facebook"  auszeichnen sollen, sodass das allgegenwärtige "F" ab sofort für positive Eigenschaften wie "fortschrittlicher" stehe. Aber was ändert sich in Zukunft wirklich? Und was soll sich dadurch verbessern? Wir haben uns durch das Meer von Marketing-Sprüchen gewühlt und das Wichtigste zusammengefasst.

Was ist neu?

Laut der Homepage www.facebook.com/einbesseresfacebook gibt es vor allem Neuerungen in den Bereichen "Datenschutz" und "Fake News". Es seien aber "weitere Veränderungen auf allen Ebenen" geplant, in den kommenden Monaten sollen zusätzliche Informationen folgen. Alle bereits bekannten Neuheiten haben gemeinsam, dass sie in der alltäglichen Nutzung von Facebook wohl kaum auffallen. Die neuen Funktionen muss man eher aktiv suchen, um auf sie aufmerksam zu werden.

Was passiert in Sachen Datenschutz?

Facebook kündigt an, im News-Feed verstärkt Hinweise zu verschiedenen Datenschutz-Themen anzuzeigen. Zudem bekomme jeder Nutzer eine Zusammenfassung seiner bereits getroffenen Entscheidungen zu Datenschutz und Privatsphäre zu sehen. Dank der neuen Funktion "Privatsphäre auf einen Blick" soll man in "wenigen Schritten schnell auf die am häufigsten verwendeten Datenschutzeinstellungen und -tools zugreifen" können. Das neue Tool namens "Zugriff auf deine Informationen" biete  außerdem eine Möglichkeit, auf die eigenen Posts, Reaktionen, Kommentare und Suchbegriffe zuzugreifen und sie zu verwalten. Im Kampf gegen Datenmissbrauch setzt Facebook künftig auch auf engagierte Nutzer - und will sie dafür "belohnen", wie es  heißt: Wer einen Datenmissbrauch von App-Entwicklern meldet, soll dafür bezahlt werden. Die Höhe des Betrags hängt laut Facebook von verschiedenen Faktoren ab.

Wie geht das Unternehmen mit "Fake News" um?

Gleich zu Beginn der Ausführungen zu diesem Thema erklärt Facebook, dass es "hohe Summen investiert, um die Verbreitung von Fake News einzudämmen und um hochwertigen Journalismus und Medienkompetenzen zu fördern." Als Teil seiner neuen "Strategie" nennt der Konzern die Faktenprüfung, für die man mit spezialisierten Drittunternehmen zusammenarbeite. Künftig würden so die Aufrufe "irreführender Inhalte" um durchschnittlich 80 Prozent reduziert, heißt es auf der Webseite. Auch gegen "Fake Accounts" will man verstärkt vorgehen, indem mehr Prüfpersonal eingestellt werde und "ständig neue KI-Tools" entwickelt würden. Zudem sollen Beiträge der Sorte "Clickbait, Spam oder Fake News" künftig seltener im News Feed auftauchen. Damit die Urheber solcher unseriösen Inhalte weniger davon profitieren, will Facebook finanzielle Anreize beseitigen und die Verbreitung von Links zu "minderwertigen Websites" bestrafen.

Wird Facebook wirklich besser?

Die angekündigten Maßnahmen klingen zunächst vielversprechend, bleiben aber oft unkonkret. Erst in einigen Monaten wird sich zeigen, ob unseriöse Inhalte und Datenmissbrauch tatsächlich eingedämmt werden. Belastbare Zahlen und Fakten darüber kann nur das Unternehmen selbst liefern, das bisher - auch in der eigenen Pressearbeit - nicht gerade mit Transparenz glänzte.

Insbesondere aber ist die neue Kampagne vor dem Hintergrund zu betrachten, dass Facebook spätestens seit dem Skandal um Cambridge Analytica massiven Imageschaden erlitten hat - und dass jeder verlorene Nutzer für den Zuckerberg-Konzern entgangene Einnahmen bedeutet. So verwundert es umso mehr, dass Mark Zuckerberg quasi parallel zum Start der neuen Kampagne erneut in die Schlagzeilen geriet: Er wolle Facebook-Posts von Holocaust-Leugnern nicht löschen, sagte er jüngst in einem Interview mit dem Technikblog "Recode".

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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