Wann kommt Glasfaser, fragen sich einige Horber. (Symbolbild) Foto: Anusorn - stock.adobe.com

Nach dem Aus von UGG beim Glasfaser-Ausbau sucht das Rathaus eine neue Firma, die endlich das beste Internet bringt. Wie die Lage ist.

Seit 2010 kämpft Michael Laschinger – damals noch als CDU-Kreisrat – für den Glasfaserausbau. Doch bis zum Haus von „Mr. Glasfaser“ hat es bis heute nicht geklappt. Letzte Hiobsbotschaft: Ende April kündigte die UGG den eigenwirtschaftlichen Ausbau der Glasfaser für Horb.

 

Michael Laschinger: „Erst wurde mir im Rahmen der Ausbauarbeiten in Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Glasfaser mit Netze BW von Ende 2023 bis April 2024 das Grundstück aufgebuddelt und ein Leerrohr für Glasfaser ans Haus gelegt. Dann kam die Pleite mit der Deutschen Glasfaser, die urplötzlich abgesagt hatte.“

Mitte 2024 gab die Deutsche Glasfaser bekannt, dass sie den eigenwirtschaftlichen Ausbau in Horb aufgibt. Im November 2024 erklärt die UGG, dass sie den Ausbau übernimmt. Doch auch die UGG hat ihre Pläne für Horb aufgegeben.

„Mr. Glasfaser“: Jetzt haben wir gar nichts mehr

Michael Laschinger: „Nach der Deutschen Glasfaser kam die Grüne Glasfaser. Und jetzt haben wir gar nichts mehr.“ Und fügt hinzu: „Ich hoffe, das ist nur vorläufig.“

Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP) hatte das Desaster schon Anfang April 2026 geahnt. Ende April kam die Absage von UGG. Heißt: Wann Altheim, Bildechingen, Dettensee, Dettingen, Grünmettstetten, Horb, Ihlingen, Nordstetten und Rexingen Glasfaser-Internet bekommen, steht in den Sternen.

Michael Laschinger bei der OB-Wahlkampfveranstaltung von Winfried Asprion im Juni 2025. Schon seit 2010 kämpft er für Glasfaser – für ihn privat bisher vergeblich. Foto: Lück

Bürgermeister Zimmermann sagt, wie es jetzt weitergeht

Horbs Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP): „Die Verhandlungen mit Stiegeler zum Glasfaseraubau werden derzeit als grundsätzlich positiv eingeschätzt.“

Baut Stiegeler den Rest aus?

Aktuell ist nicht davon auszugehen, dass das gesamte verbleibende Stadtgebiet von Horb durch Stiegeler erschlossen wird. Allerdings hat das Unternehmen grundsätzlich Interesse am weiteren Ausbau in zusätzlichen Ortsteilen signalisiert. Hier ist aber insbesondere die wirtschaftliche Machbarkeit noch zu prüfen, da die derzeitige herausfordernde Situation im Telekommunikationsmarkt mit beispielsweise hohen Zinsen den Ausbau generell erschwert. 

Steigt das Rathaus wieder ein?

Aufgrund geänderter Förderregularien besteht für die Große Kreisstadt Horb am Neckar derzeit keine Möglichkeit mehr, einen geförderten Breitbandausbau zu realisieren. Das Innenministerium des Landes Baden-Württemberg (IM) ist aktuell für den Breitbandausbau zuständig. Die Stadt hat sich daher an das IM gewandt, um Unterstützung bei der Ansprache und Vernetzung mit weiteren maßgeblichen Telekommunikationsunternehmen zu erhalten, die für einen eigenwirtschaftlichen Ausbau in Frage kommen.

Ist ein neues Unternehmen im Spiel?

Ich pflege mit der Deutschen Telekom gute Kontakte und verspreche mir hiervon direkten Zugang zu den entscheidenden Stellen, um gute Gespräche führen zu können.

Wie lange müssen Kunden wie Mr. Glasfaser noch warten?

Ein konkreter Zeitpunkt für den Abschluss der laufenden Gespräche kann derzeit noch nicht benannt werden. Der eigenwirtschaftliche Ausbau in Städten und Gemeinden des ländlichen Raums ist grundsätzlich als sehr anspruchsvoll und zeitintensiv zu bewerten.