Der Manager wendet sich an seine Mitarbeiter: „Unser Geschäftsmodell funktioniert heute nicht mehr in dieser Form“. Nun soll ein zweites Sparpaket verhandelt werden.
Porsche steht vor einem weiteren Sparprogramm. In einem internen Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, informiert Vorstandschef Oliver Blume die Belegschaft über die geplanten Maßnahmen. Hintergrund sind massive wirtschaftliche Herausforderungen, die das Unternehmen weltweit unter Druck setzen.
Blume kündigt an, dass die Unternehmensführung gemeinsam mit dem neu gewählten Betriebsrat ein zweites „Strukturpaket“ verhandeln werde, „um die Leistungsfähigkeit des Unternehmens langfristig abzusichern“. Wörtlich heißt es: „Unser Geschäftsmodell, das uns über viele Jahrzehnte getragen hat, funktioniert heute nicht mehr in dieser Form.“ Darauf müsse Porsche nun flexibel und schnell reagieren.
Die Zeiten stetig steigender Gewinne scheinen vorerst vorbei – die wirtschaftliche Lage sei weiterhin ernst, so Blume. Zwar profitiere Porsche aktuell noch von früheren Investitionen und einem starken Produktportfolio, doch die Herausforderungen seien massiv – insbesondere in den Märkten China und USA sowie bei der schleppenden Transformation zur Elektromobilität.
Porsche-Chef nennt drei zentrale Problemfelder
- China: Der Markt für Luxusfahrzeuge ist eingebrochen. Stattdessen dominiert ein preisaggressiver E-Auto-Massenmarkt unterhalb des Premiumsegments.
- USA: Neue Zölle und ein schwacher Dollar belasten das Geschäft trotz guter Verkaufszahlen.
- Elektromobilität: Die Nachfrage entwickelt sich langsamer als erwartet, während hohe Investitionen in flexible Antriebe und Lieferketten notwendig bleiben.
Blume spricht von einer „Krise der Rahmenbedingungen“. Um dieser zu begegnen, müsse Porsche „konsequent interne Optimierungspotentiale nutzen“. Was das konkret bedeutet, bleibt bislang offen.
Lesen Sie Auszüge des Briefs an die Belegschaft hier.
Dieser Schritt kommt jedoch nicht ganz überraschend: Bereits im Februar verkündete Personalchef Andreas Haffner, gemeinsam mit dem früheren Betriebsratsvorsitzenden Harald Buck, dass die bisherigen Sparmaßnahmen nicht ausreichen würden.
Porsche könnte Zusatzleistungen streichen
Buck betonte damals, dass es bei einem weiteren Sparprogramm nicht zu Einschnitten bei den Tarifverträgen kommen könne. Haffner erwiderte, dass sich im Laufe der Zeit viele Zusatzleistungen angehäuft hätten, „und manche wird es dann vielleicht nicht mehr in der Höhe geben wie bisher.“
Im ersten Sparprogramm hatte Porsche alle befristeten Verträge auslaufen lassen. Das betraf etwa 2000 Menschen. Zusätzlich kündigte Porsche an, weitere 1900 Stellen zu streichen. Da bei dem Sportwagenhersteller eine Standortsicherung bis 2030 gilt, sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Der Stellenabbau solle über Altersteilzeitregelungen, Fluktuation und in Ausnahmefällen über Aufhebungsverträge zustande kommen.
Das nun folgende zweite Sparprogramm – oder, wie Porsche es nennt, „Strukturpaket“, solle vertraulich und hinter verschlossenen Türen erarbeitet werden. Bisher gibt es keine Anhaltspunkte, wann die Belegschaft über das Ergebnis informiert wird.