Oliver Hauer (von links), Oliver Zeller, Christian Kinzel, Matthias Winter und Thomas Schefold freuen sich auf das Internationale U19-Fußballturnier. Foto: Cools

Gut, dass Oliver Hauer und sein Orga-Team so hartnäckig sind. Sonst hätte eine Entscheidung des DFB dem Internationalen U19-Turnier in Oberndorf durchaus den Garaus machen können. Eine Terminverschiebung wurde nötig. Die hat aber auch ihr Gutes: „Wir erwarten volles Haus“

So herausfordernd war die Planung des Internationalen U19-Turniers in Oberndorf wohl noch nie. Das machte Oliver Hauer, von Anbeginn einer der Organisatoren, beim Pressegespräch am Donnerstag deutlich.

 

Der Grund: die nicht ganz glückliche Kommunikation des Deutschen Fußballbundes. Der hatte nämlich entschieden, die neue Saison früher beginnen zu lassen, und dies verhältnismäßig kurzfristig bekanntgegeben.

Somit mussten die Oberndorfer ihr Turnier vom angestammten August-Termin – für die Teams oft eine Art Generalprobe für die neue Saison – nun auf den 26. bis 28. Juli verschieben.

Hotel-Reservierungen und Terminüberschneidungen

Etwas, das mehrere Probleme nach sich zog, wie Thomas Schefold vom Orga-Team erklärte. Zum einen waren bereits alle Hotels reserviert und manche davon eine Woche früher gar nicht mehr verfügbar. Die Spieler und ihre Betreuer sind nun auf Unterkünfte von Balingen bis Sulz-Glatt, Schramberg-Sulgen und Deißlingen verteilt.

Zum anderen kam es bei den eingeladenen Teams zu Terminüberschneidungen mit Trainingslagern beispielsweise. Das machte die Vorbereitung des mittlerweile 19. Fußballturniers um den Sparkassen-Finanzgruppe-Cup unerwartet herausfordernd.

Die neue Idee der Organisatoren: eine Art kleine Europameisterschaft. Somit sind diesmal sechs Länder vertreten, die auch bei der EM 2024 dabei sind. Ausgewählt wurden Teams, die sowohl einen guten Namen, aber insbesondere auch eine besonders gute Jugendarbeit vorweisen können.

Das sind die Teams

Dabei sind der Titelverteidiger SC Freiburg, der VfB Stuttgart und der Hamburger SV als deutsche Teams, zudem der FC Midtjylland (Dänemark), der FC St. Gallen (Schweiz) und erstmals Honvéd Budapest (Ungarn). Nur allzu gerne hätte Hauer die „EM-Gruppe der Deutschen“ vollgemacht und ein schottisches Team in Oberndorf begrüßt. Das habe aber leider nicht geklappt.

Die Alternative kann sich mit Aston Villa (England) jedoch sehen lassen. Außerdem reist Atalanta Bergamo (Italien) an, die man schon seit vielen Jahren nach Oberndorf einladen wollte.

Das Eröffnungsspiel findet am Freitag, 26. Juli, um 16.30 Uhr statt. Das Endspiel ist für Sonntag, 28. Juli, 15.30 Uhr, angesetzt.

Die vielen Helfer

Damit ein Fußballturnier dieser Größe und Professionalität durchgeführt werden kann, brauche es aber vor allem viele helfende Hände, machte das Organisationsteam deutlich. Diese zu finden, werde immer schwieriger, gibt Oliver Zeller von der Spielvereinigung Oberndorf zu.

Zwar habe man rund 350 bis 400 Mitglieder im Verein, nicht alle könnten jedoch als potenzielle helfende Hände betrachtet werden, beispielsweise wegen des Alters. Rund 180 Helfer werden in diesem Jahr für das Turnier benötigt. Alle habe er noch nicht zusammen, er sei aber zuversichtlich, dass es klappe. Zumal man damit die Chance habe, die spannenden Spiele selbst zu sehen.

7000 Zuschauer 2023

„Das Event bewegt die ganze Region“, bekräftigte Christian Kinzel, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Rottweil, des Hauptsponsors des Turniers. Das sei Sport und Kultur zugleich. Fußball baue Brücken zwischen den Menschen, so unterschiedlich sie auch seien. Und als Zuschauer erhalte man die Chance, die Stars von morgen zu sehen.

Knapp 7000 Zuschauer kamen 2023 zum Turnier. „Bei gutem Wetter hätten wir sicher den Zuschauerrekord gebrochen“, meinte Oliver Hauer. Vielleicht klappt es in diesem Jahr. Denn ein Gutes habe die Terminverschiebung: Viele Menschen seien da noch nicht im Urlaub. „Wir erwarten also volles Haus.“

Außerdem gab es 2023 rund 200 000 Zugriffe auf die Turniermedia, sprich auf die Livestreams der Spiele, insbesondere auch aus dem Ausland. Das Internationale U19-Fußballturnier trage also auch entscheidend zur Bekanntheit Oberndorfs bei.

„Oberndorf ist eine Sportstadt“

„Oberndorf ist eine Sportstadt“, bekräftigte Bürgermeister Matthias Winter, der in diesem Jahr erstmals die Schirmherrschaft hat. Das sei ihm deutlich lieber als selbst zu spielen, meinte er, obgleich er bekennender Fußballfan sei. Welche Rolle der Sport in der Neckarstadt spiele, sehe man an den vielen vertretenen Sportarten, den zahlreichen Vereinen und Veranstaltungen.

Er freue sich auf das Turnier, meinte Winter, zumal man dann, zwei Wochen nach dem Finale der EM, sicherlich noch in der passenden Fußballstimmung sein werde.

Vom Empfang zum Kino

Erneut geplant ist ein Empfang der Sponsoren und Teams in der Klosterkirche am Samstagabend, 27. Juli. Zwar finde zeitgleich das Sommernachtskino im Klosterhof statt, gab Oliver Hauer zu bedenken, man habe aber mit den Organisatoren eine Einigung getroffen. Die Gäste des Empfangs könnten im Anschluss gleich ins Open-Air-Kino wechseln und sich dort den Fußballfilm „Die Wochenendrebellen“ anschauen.

Bei der Organisation des U19-Turniers wurde folglich alles bedacht. So darf man sich sicherlich auf zahlreiche Zuschauer und angesichts des anspruchsvollen Teilnehmerfelds auf spannende Partien freuen. Weitere Informationen: www.u19-oberndorf.com