Gemeinsam brillierten junge Musiker aus drei Ländern um Renate Musat. Foto: Groh

Mit einem "Galakonzert", das seinem Namen alle Ehre machte, ist der Internationale Musikalische Jugendaustausch mit Teilnehmern aus Israel, Rumänien und Deutschland zu Ende gegangen.

Albstadt-Ebingen - Anders als die vorangegangenen Konzerte, in denen Kammermusik gespielt worden war, wurde das dritte und letzte der Reihe vom "Projektorchester" bestritten, einem reinen Streichorchester, das sich aus Solisten der früheren Auftritte zusammensetzte und von Renate Musat umsichtig geleitet wurde. Den Anfang machte, flott gespielt und sauber phrasiert, "The Arrival of the Queen of Sheba" aus Georg Friedrich Händels Oratorium "Salomon" – man sah vor dem geistigen Auge, wie die Königin von Saba und ihr Gefolge Einzug an Salomos Hof hielten, genau, wie man anschließend in den beiden Sätzen aus Antonio Vivaldis "Frühling" das Erwachen und Aufblühen der Vegetation zu spüren meinte. Vogelgezwitscher und Donnergrollen im ersten Satz wurden von Geigensolistin Emily Diebold sehr überzeugend wiedergegeben; ein weiteres Violinsolo steuerte Emilia Rudnitzki im heiteren Hirtentanz bei.

Eine Rarität ist das Konzert für Viola in G-Dur von Georg Friedrich Telemann – der Viola den Solopart zuzugestehen, war im 18. Jahrhundert durchaus unüblich. Aya Sagiv aus Israel erwies sich als fähige Solistin, die in dem melodiösen Solo, das der getragenen Orchestereinleitung im "Moderato" folgte, ebenso zu gefallen wusste wie im kecken "Presto" mit dem tänzerischen Gestus – letzteres eröffnete ihr alle Möglichkeiten – klanglich und spieltechnisch zu brillieren.

Rumänisches Quintett brilliert

Im Konzert für Violoncello C-Dur von Joseph Haydn spielte Shira Levi, ebenfalls aus Israel, den Solopart und meisterte das der fröhlichen Orchestereinleitung folgende Solo in hoher und tiefer Lage gleichermaßen souverän. Abschließender Höhepunkt des ersten Programmteils war der erste Satz "Allegro ma non troppo" aus dem Klavierquintett A-Dur von Antonin Dvorak – die rumänischen Violinisten Petra Drăgan und Daniel Rareș Siclovan, Bratscherin Marta Lăpuște, die Cellistin Naomi Cusursuz und Pianist Theodore Mihai Mezei gaben ihn kraft- und ausdrucksvoll wieder.

Nach der Pause bekam das Publikum einen musikalischen Leckerbissen geboten, die "Rumänischen Volkstänze für Streicher und Klavier" von Bela Bartok – das Projektorchester spielte mit wechselnden Klavierspielerinnen und Klavierspielern zusammen; die Leitung hatte Bogdan Georgesco, von dem auch das Arrangement fürs Orchester stammte. Bela Bartok war ein unermüdlicher Sammler von Volksmusik gewesen; die sechs Tänze mit ihren in exotisch anmutenden Melodien und den packende Rhythmen gaben faszinierende Einblicke in die authentische Volksmusik Siebenbürgens.

Von Siebenbürgen nach Wien

Es folgte das Violinkonzert in G-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart. Das "Allegro" begann mit einer fröhlichen und eleganten Eröffnung durch das Orchester; anschließend nahm Solistin Shiraz Natanzon aus Israel das Thema auf, führte es fort und trat sodann in einen munteren Dialog mit dem Orchester – geradezu virtuos spielte sie die Kadenz, mit Doppelgriffen und Läufen in allen Lagen. Danach war das Klavier an der Reihe; im "Allegro" von Mozarts Kammerkonzert für Klavier in A-Dur spielte Maya Flavia Bodea den Solopart, im "Allegretto" desselben Werks dann Jan Luka Diebold – beide lösten ihre Aufgabe bravourös, spickten ihre Darbietungen mit perlenden Läufen, Arpeggien und Trillern gespicktes Spiel und meisterten auch schwierige Aufgaben scheinbar mühelos.

Den Abschluss des Konzertes bildete ein gelungenes Medley aus der "West Side Story" von Leonhard Bernstein. Danach brandete der Applaus der begeisterten Zuhörer auf, und Martin Franzki vom Verein Spitzenklänge dankte Renate Musat und ihrem Mitstreiterinnen mit bewegten Worten für die große Mühe, die sie sich bei der Vorbereitung und Organisation dieses Internationalen Musikalischen Jugendaustausches gegeben hatten – und den jungen Musikern für einen einzigartigen Kunstgenuss.