Jürgen Klopp will sein Team Liverpool erneut zum Meistertitel führen. Foto: Schrader

Internationaler Fußball: "Kloppo" freut sich auf seine sechste Saison mit Meister FC Liverpool. 

Jürgen Klopp aus Glatten (Kreis Freudenstadt) und der FC Liverpool starten mit einigen Fragezeichen in die Mission Titelverteidigung. Die Konkurrenz hat die Pause genutzt, um aufzuholen und will den Meister nun vom Thron stürzen.

Jürgen Klopp konnte sich den Seitenhieb auf die "Big Spender" aus Chelsea und Manchester nicht verkneifen. "Die einen kaufen Spieler, die anderen arbeiten gemeinsam daran, sich zu verbessern", sagte der Teammanager des englischen Meisters FC Liverpool vor dem Start der Mission Titelverteidigung. "Wir verteidigen keine Titel, wir wollen neue holen. Wir haben gerade erst angefangen mit dem Gewinnen", versprach der aus Glatten (Kreis Freudenstadt) stammende Klopp vor dem Saison-Auftakt mit dem Heimspiel gegen Aufsteiger Leeds United am Samstag (18.30 Uhr/Sky).

Seine Mannschaft sei längst noch nicht am Ende, sondern erst "mittendrin". Doch Klopp spürt den heißen Atem der Konkurrenz. "Wir leben in einer Welt voller Unsicherheiten", holte er kürzlich aus, um dann zu spötteln: "Für einige Klubs scheint es weniger wichtig zu sein, wie unsicher die Zukunft ist. Ihre Besitzer sind Länder und Oligarchen, das ist die Wahrheit! Wir sind eine andere Art Klub." Liverpool, betonte Klopp, könne sich nicht "über Nacht wie Chelsea benehmen" und "einen Haufen Spieler" holen.

Im Übrigen würden die Blues die Folgen ihres über 220 Millionen Euro teuren Kaufrausches noch zu spüren bekommen. "Du kannst nicht die besten elf Spieler der Welt holen und hoffen, dass sie eine Woche später den besten Fußball spielen", stichelte Klopp. Es sei "ein Vorteil" für seine Reds, dass sie "schon lange zusammenarbeiten".

Auch Klopp hätte Timo Werner (nun Chelsea) gerne gehabt. Die Transfer-Saga um den Münchner Triple-Helden Thiago entwickelt sich zur unendlichen Geschichte. Und auch Klopps dritter Wunschspieler Jamal Lewis (Norwich City) war zu teuer, stattdessen kam für 13 Millionen Euro der Linksverteidiger Kostas Tsimikas als einziger Neuer.

Die meisten Buchmacher sehen City in der neuen Saison vorne. Doch Klopp bleibt gelassen. "Alle Leute sagen mir: ›Jetzt wird es noch schwieriger. Jeder will euch schlagen.‹ Aber das war doch die letzten Jahre auch so", meinte Klopp. Er betonte: "Wir träumen nicht. Wir müssen in jedem Spiel für den Kampf bereit sein und voller Hingabe dahin gehen, wo’s weh tut. Es wird darum gehen, wie sehr wir es wollen."

Und das zunächst ohne Unterstützung der Fans: Zuschauer dürfen nicht vor dem 1. Oktober in die Stadien, die Liga befürchtet nach den Verlusten von über einer Milliarde Euro in der Vorsaison weitere Ausfälle in Höhe von 770 Millionen. Klopp bedauert dies – und brennt trotzdem auf seine sechste Saison mit Liverpool: "Ich kann es nicht erwarten."

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