Szene: Zeitzeuge Wolfgang Nossen aus Breslau besucht mit Teilnehmern des Workshops den jüdischen Friedhof. Foto: Karin Kaper Film

Das Central-Kino in Rottweil zeigt am Donnerstag, 29. September, den erschütternden und mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilm "Wir sind Juden aus Breslau". Darin werden die Schicksale von 14 Menschen nachgezeichnet, die den Holocaust überlebten.

Rottweil - Der Film "Wir sind Juden aus Breslau" läuft im Rottweiler Central-Kino in der Hauptstraße 59 am 29. September um 19.30 Uhr im Rahmen der interkulturellen Woche in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Integration der Stadt Rottweil und der Israelitischen Kultusgemeinde Rottweil/Villingen-Schwenningen. Der Eintrittspreis beträgt 7 Euro (6 Euro für Filmclub-Mitglieder) Reservierung ist möglich unter Telefon 07 41/81 00 oder über central-kino-rottweil.de.

14 Zeitzeugen berichten

Eine zusätzliche Schulvorführung findet am 30. September statt. Die Regisseure Karin Kaper und Dirk Szuszies werden bei beiden Terminen anwesend sein, eine Einführung geben und anschließend für ein Gespräch zur Verfügung stehen.

Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms "Wir sind Juden aus Breslau" stehen 14 Zeitzeugen, die sich an vergangene Zeiten und die Schreckensherrschaft unter den Nazis erinnern. Als Kinder waren sie voller Erwartungen und in Breslau zuhause, in der Stadt, wo einst die drittgrößte jüdische Gemeinde Deutschlands beheimatet war.

Doch als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, einte die Heranwachsenden die Verfolgung und die ständige Furcht vor dem Tod. Einige gingen ins Exil, andere überlebten die Gräueltaten im Konzentrationslager von Auschwitz. Ob in den USA, England, Frankreich oder auch Deutschland, sie alle bauten sich später ein neues Leben auf und wirkten sogar an der Gründung des Staates Israel mit.

Film schlägt Brücke in heutige Zeit

Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenporträt. Einige von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich, reisen ins heutige Wrocław, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen.

Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft.

Ein Film von aktueller Brisanz, der ein eindringliches Zeichen setzt gegen stärker werdende nationalistische und antisemitische Strömungen in Europa. Ein Film, der anhand der Lebensschicksale der Protagonisten auch die Gründung des Staates Israel mit den Erfahrungen des Holocaust in Verbindung setzt.

Eva-Elisabeth Fischer schrieb in der Süddeutschen Zeitung: "Zeugnis gegen die Unverbesserlichen. Es wird alles gesagt. Geschont wird niemand. Und das ist gut so." Björn Schneider kommentierte auf Spielfilm.de: "›Wir sind Juden aus Breslau‹ ist ein Kaleidoskop an ergreifenden, sprachlos machenden Einzel- und Familienschicksalen, die der Film klug, mitreißend und zu keiner Sekunde langatmig, miteinander verwebt. Und Dorothee Tackmann urteilte auf Programmkino.de: "In vierzehn Lebensläufen entsteht eine Reise um die halbe Welt. Eine bewegende, perspektivenreiche Dokumentation."