Herkunftsländer, Anzahl und Herausforderungen von Flüchtlingen: Das Integrationsmanagement der Stadt Altensteig steht dem Ausschuss Rede und Antwort.
Welche Aufgaben übernimmt das Integrationsmanagement? Wo liegen die Herausforderungen? Gibt es Erfolgsgeschichten? Bei der jüngsten Sitzung des Verwaltungs- und Kulturausschusses in Altensteig berichtete das Team über Entwicklungen in seinen Aufgabenbereichen und präsentiert aktuelle Zahlen.
Altensteig beherbergt derzeit insgesamt 156 Flüchtlinge. Die meisten von ihnen sind im Schnitt zwischen elf und 20 Jahren alt. „Das bedeutet, dass dies insbesondere Bildungseinrichtungen wie Kitas und Schulen betrifft“, betont Michael Norman.
Zusammen mit Regina Ibrahim ist er für das Integrationsmanagement der Stadt Altensteig zuständig. Zu ihren Aufgaben gehört die Arbeit in vier zentralen Bereichen: Spracherwerb, Bildung und Integration, Gesundheitsversorgung sowie Gremienarbeit und Netzwerkpflege.
Sprachkurse in Altensteig sind gefragt
Das Unterbringungskonzept der Stadt ist dezentral organisiert: 13 Unterkünfte gibt es in der Kernstadt – drei weniger als 2023 –, außerdem zwei Unterkünfte in Walddorf und eine in Überberg. In Berneck hingegen gibt es aktuell keine Unterkünfte mehr – im Jahr 2023 war es noch eine. Die Stadt muss in diesem Jahr 50 Flüchtlinge aufnehmen: 37 davon wurden bereits aufgenommen.
26 Prozent der Flüchtlinge in Altensteig kommen aus Syrien, 24 Prozent aus Afghanistan, zehn Prozent aus Kamerun und neun Prozent aus dem Irak. Die restlichen Personen stammen aus der Türkei, Nigeria, Indien, Gambia, Eritrea, Bosnien-Herzegowina und Algerien.
Aktuell gebe es drei Flüchtlinge, die den Hausmeister des Gymnasiums freiwillig unterstützen. „Das ist eine echte Erfolgsgeschichte“, freut sich Norman. Denn das helfe gleichzeitig den Flüchtlingen, die Sprache besser zulernen.
„Integration gelingt nur gemeinsam“
Auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel in sozialen Bereichen sei Integration ein wichtiges Thema, sagt Norman. Doch dies könne nur durch Spracherwerb gelingen: „Sprache ist der Schlüssel dazu, Teil einer Gesellschaft zu werden“, fasst er zusammen. Ein Problem dabei: Aktuell seien Sprachkurse in Altensteig oft überlastet.
Etwa zehn Prozent der in Altensteig lebenden Geflüchteten stammen aus der Ukraine: Um sie kümmert sich insbesondere Ibrahim. Im Vergleich zu anderen Geflüchteten können ukrainische Staatsangehörige sich direkt auf Wohnungen bewerben. Dennoch bleibt der Neuanfang in einem fremden Land eine große Herausforderung. Vor allem die Anerkennung von Berufsabschlüssen stellt häufig ein Problem dar. „Integration gelingt nur gemeinsam – sie ist ein gesamtgesellschaftlicher Prozess“, betont Ibrahim.
Ein digitaler Ausbau der Sprachförderung ist das Ziel
Die Arbeit von Norman und Ibrahim wurde von den Ausschussmitgliedern anerkennend zur Kenntnis genommen und gelobt. Bürgermeister Oliver Valha wies in diesem Zusammenhang auf ein weiteres Problem hin: „Oft werden Bürger aus anderen europäischen Ländern, wie Rumänien, vergessen.“ Der Kontakt zu deutschsprachigen Kindern, etwa beim freien Spielen, komme hier häufig zu kurz.
Für die Zukunft plane die Stadt einen verstärkten digitalen Ausbau der Sprachförderung, „um auch Online-Angebote zur Verfügung zu stellen“, erklärt Norman und verweist auf die aktuelle Überlastung vieler Sprachkurse. Zudem arbeite man verstärkt an der Förderung von Ausbildungsplätzen: „Man muss junge Menschen dort abholen, damit sie Teil der Gesellschaft werden“, so Norman.