Die erste Etappe ist geschafft. Die Teilnehmer des Integrationskurses der Volkshochschule Balingen (VHS) in Stetten haben kürzlich ihre Deutschprüfung abgelegt.
Der Deutschkurs in Stetten dauerte insgesamt 600 Stunden und fand immer dienstags, mittwochs und donnerstags in der ehemaligen Werkrealschule in Stetten statt. In den Räumen der Schule ist auch die Volkshochschule Balingen untergebracht, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als zugelassene Einrichtung zertifiziert ist.
Es ist bereits der zweite Integrationskurs, der in diesen Räumen stattfindet. Begonnen hatte alles, als die erste Fluchtwelle aus der Ukraine einen stark erhöhten Bedarf an Integrationskursen auslöste. Viele junge ukrainische Frauen waren damals auf dem Schlossfeld in Haigerloch untergebracht.
Seit zehn Jahren Dozent
Egidius Fechter, der seit zehn Jahren Integrationsdozent an der Volkshochschule Balingen ist, hatte 2022 auf dem Schlossfeld einen ersten Deutsch-Vorbereitungskurs organisiert.
Dieser mündete dann in einen regulären Integrationskurs in den VHS-Räumen in Stetten. Als Mitdozent fand Egidius Fechter seinen alten Studienfreund und Nachbarn Karl-Heinz Schweizer, der als studierter Germanist sofort auch eine Zulassung vom BAMF bekommen hatte. Beide unterrichten seither für die VHS Balingen als Dozenten für Integrationskurse in Stetten und auch in Balingen.
Abends auf die Schulbank
Waren es beim ersten Kurs noch in der Mehrzahl junge ukrainische Frauen, die am Kurs teilnahmen, so ist dieser zweite Kurs gemischter. Von den insgesamt 21 Teilnehmern sind noch fünf aus der Ukraine, die Mehrzahl der Teilnehmer kommt aus Bosnien, aber auch Teilnehmer aus der Türkei und aus afrikanischen Ländern sind dabei.
Fast alle Kursteilnehmer gehen einer Vollzeitarbeit nach, die meisten von ihnen wohnen im Stadtgebiet von Haigerloch. Andere wohnen in Bisingen, Empfingen oder in Balingen. Da die meisten tagsüber arbeiten, finden die Kurse immer abends von 18 bis 21.15 Uhr statt. Viele haben also schon einen anstrengenden Arbeitstag hinter sich – und kommen trotzdem regelmäßig zum Deutschkurs.
Nach dem Ende des jetzigen Kurses, der mit der B1-Prüfung abschließt, folgt noch der sogenannte LiD (Leben in Deutschland). In diesem Kursteil geht es um die deutsche Geschichte, das politische System in Deutschland und um gesellschaftliche Fragestellungen. Und die sind teilweise, genau wie die Anforderungen im Sprachkurs, durchaus anspruchsvoll. Die beiden Kursdozenten Egidius Fechter und Karl-Heinz Schweizer sind zuversichtlich, dass ein Großteil der Teilnehmer die B1-Prüfung bestanden hat, da die Motivation der Teilnehmer im Vergleich zu anderen Kursen sehr hoch war. Dadurch, dass viele Teilnehmer schon längere Zeit in Deutschland leben und sich sowohl im Arbeitsprozess als auch im gesellschaftlichen Umfeld gut integriert haben, ist die entsprechende Motivation vorhanden.
Weil immer noch ein großer Bedarf an Integrationskursen besteht, wird wohl im Frühjahr ein neuer Kurs in Stetten mit den beiden bisherigen Dozenten angeboten werden. Schon beim ersten Kurs hörte man manche jungen Ukrainerinnen immer wieder sagen „Geh doch zu den zwei alten Männern nach Stetten und lerne Deutsch.“