Der Arbeitskreis Integration und kulturelle Vielfalt hilft bei der Vermittlung von Arbeitsplätzen. Das ist wegen fehlender Abschlüsse nicht immer einfach. Und auch die Bürokratie funkt manchmal dazwischen.
„Jedes viertel Jahr bringen wir vier oder fünf Menschen in Arbeit“, erzählt Angelika Hener. Sie ist zweite Vorsitzende des Arbeitskreis Integration und kulturelle Vielfalt Althengstett. Der frühere AK Asyl kümmert sich ehrenamtlich mit vielfältigen Angeboten um Geflüchtete in der Gemeinde. Da gibt es zum Beispiel einen Gesprächstreff für Menschen aus der Ukraine, einen interkulturellen Frauentreff oder ein Jobcafé.
Das Ziel: auf eigenen Beinen stehen
Ein Ziel dieser Integrationsarbeit ist, dass die Geflüchteten auf eigenen Beinen stehen können. Dazu gehört auch ein Arbeitsplatz. Den zu bekommen, ist trotz vieler offenen Stellen nicht gerade einfach. Das liegt nur zum Teil an den Geflüchteten selbst. „Die bemühen sich sehr“, meint Hener über diese Menschen. Auch in anderen Kulturen sei es selbstverständlich, jeden Tag zu arbeiten. Allerdings kämen viele ohne einen anerkannten Abschluss. Und bei den meisten fehle die Sprachkompetenz.
Zu wenig Sprachkursangebote
Zwar gebe es Sprachkurse. Und die Geflüchteten besuchten diese auch gerne und regelmäßig. Allerdings fehle es an solchen Angeboten. „Manchmal liegen mehrere Wochen zwischen dem Abschluss des einen und dem Beginn des anderen Kurses“, so Hener. Für den Lernerfolg sei das schlecht. Und dann komme noch die Bürokratie dazu. Denn die Sprachkurse seien verpflichtend, fänden aber oft tagsüber statt. Hätte dann jemand einen Job gefunden, könne er diesen nicht machen, weil er zum Sprachkurs müsse. Deshalb sei sie für mehr Abendkurse. Aber auch bei den Sprachlehrern gebe es Fachkräftemangel.
Oft kommen nur Hilfsarbeiten infrage
Dieses Phänomen betrifft mittlerweile fast alle Branchen. Und die Geflüchteten lösen den Fachkräftemangel nur bedingt, je nach Herkunftsland. Denn die Ukrainer, so erklärt Hener, seien sehr gut ausgebildet. Bei den Menschen aus Kamerum sei das eher nicht der Fall. Arbeiten wollten zwar alle. Aber für letztere seien oft nur Hilfsarbeiten, zum Beispiel in der Lagerlogistik, möglich.
Eine weitere Möglichkeit wäre, dass die Firmen die Geflüchteten selbst qualifizierten. Das bedeute aber zusätzlichen Aufwand. Und den hätten die Unternehmen ohnehin schon, wenn sie Geflüchtete anstellten. Denn es brauche die Arbeitserlaubnis. Dazu könne jederzeit ein Sprachkurs dazwischen kommen. Und je nach Herkunftsland könnten Geflüchtete auch sehr kurzfristig abgeschoben werden.
Nur wenige Negativbeispiele
Trotzdem hat Hener alleine in Althengstett zu einem knappen dutzend Firmen Kontakt. Der sei über den Gewerbe- und Handelsverein Althengstett zustande gekommen. Und da klappe es mit der Vermittlung ganz gut, so Hener. „Die Unternehmen sind wirklich zufrieden“, berichtet sie. Es gebe auch negative Beispiele. Aber das seien wenige. Und trotz eines fehlende Abschlusses, überzeugten viele Geflüchtete beim Probearbeiten.
Unter den Geflüchteten gebe es auch Akademiker, so Hener. Hier sei es etwas einfacher. Ärzte fänden bei Nachweis eines ausreichenden Sprachniveaus schnell einen Job. Für Lehrer sei das schon wieder komplizierter. Für Hener wird da viel Potenzial verschwendet. Deshalb fordert sie, dass es es mehr Sprachkurse und Qualifizierungsangebote gebe. Und zwar nicht in den einzelnen Firmen, sondern überbetrieblich. „Die einzelnen Betriebe können das gar nicht leisten“, so Hener.
Das sei, neben der Wohnungsnot, das große Problem in der Flüchtlingshilfe. Und Hener hofft, dass sich die Lage verbessert. Denn seien die Menschen einmal lange aus dem Arbeitsleben heraus, sei es schwer, für sie wieder einen Job zu finden.