Sie sorgen dafür, dass beim Sozialen Netzwerk alles rund läuft (von links): Kaplan Georg Henn, Annette Wolber, Gerhard Gaiser, Birgit Maier, Bushra Alahmar, Pfarrer Markus Luy und Irene Müller (Andrea Hauser und Didier von Zeppelin fehlen). Foto: Verein Foto: Schwarzwälder Bote

Vereine: Soziales Netzwerk hat schwieriges Jahr hinter sich / Weihnachtslichtle für bedürftige Kinder

Zur Hauptversammlung des Vereins Soziales Netzwerk Schiltach/Schenkenzell im Pater-Huber-Saal begrüßte die Vorsitzende Annette Wolber alle Anwesenden, darunter auch erstmals Pfarrer Markus Luy und Kaplan Georg Henn als Vertreter der beiden Kirchengemeinden.

Schiltach/Schenkenzell. Als Gäste hieß sie Claudia Buchholz und Corinna Bühler, Integrationsmanagerinnen der Stadt Schiltach und der Gemeinde Schenkenzell, willkommen.

Im Jahresrückblick stellte Annette Wolber dar, dass einige Vereinsaktivitäten aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnten, so auch der Deutschkurs für Frauen mit Kinderbetreuung. Auch an umliegenden Volkshochschulen fanden Deutschkurse nur begrenzt oder online statt, so dass viele Flüchtlinge und Migranten nur wenig Gelegenheit hatten, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Besuche in den Familien waren durch die Kontaktbeschränkungen eingeschränkt, was die soziale Isolation verstärkte.

Verkaufsfläche erweitert

Dennoch waren die Vereinsmitglieder nicht untätig gewesen. Während des ersten Lockdowns hat das Kreiselteam die Zeit genutzt und den Verkaufsraum umgestaltet und die Verkaufsfläche erweitert. Ein Team von fleißigen Näherinnen, darunter auch einige Flüchtlinge, hat im März vergangenen Jahres damit begonnen, Mund-Nasen-Schutz zu nähen. Die Stoffmasken wurden an die Pflegeheime in Schiltach und Wolfach abgegeben und in Arztpraxen, Apotheken und Geschäften der Bevölkerung gegen Spende angeboten. Am Ende waren es über 4000 Stoffmasken, die in dieser Zeit angefertigt wurden.

Homeschooling stellte viele Kinder und Jugendliche vor besondere Herausforderungen. Besonders prekär war die Situation für diejenigen, die zu Hause über keine Geräte verfügten und mit Handys oft mühsam versuchten, ihre Schulaufgaben zu erledigen. Nach einem Aufruf in der Presse erhielt der Verein gebrauchte Computer und Laptops, die von einem Mitglied geprüft und kostenlos an Familien mit geringem Einkommen ausgegeben wurden.

In der Gemeinschaftsunterkunft Sonne Schenkenzell wurde ein WLAN-Anschluss installiert und ein PC-Arbeitsplatz eingerichtet. Auf Initiative der Firmen Hansgrohe und Vega/Grieshaber sowie der Stadt Schiltach wurde ein Hilfsfonds aufgelegt, um bei Notlagen finanzielle Hilfe geben zu können.

Hilfsfonds kommt gut an

Mit dem Hilfsfonds für Privatpersonen wurde das Soziale Netzwerk betraut, Gewerbetreibende können bei der Stadt Unterstützung erhalten. Marlene Schwöbel-Hug, damalige Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde, hat bei der Einrichtung des Hilfsfonds mitgewirkt.

Im Juli vergangenen Jahres erhielten nach Änderung der Vereinssatzung daraufhin beide Kirchengemeinden einen Sitz in der Vorstandschaft kraft Amtes.

Mit der Aktion Weihnachtslichtle konnte für 49 Kinder aus Familien mit geringem Einkommen ein Weihnachtswunsch erfüllt werden – dank Unterstützung aus der Bevölkerung. Auch für die Zukunft sind weitere Aktivitäten angedacht, die Annette Wolber kurz vorstellte.

Der Bericht der Kassiererin Andrea Hauser zeigte eine positive Kassenlage und die Kassenprüfer Andreas Müller und Joachim Waidele bescheinigten der Kassiererin eine einwandfreie Kassenführung.

Nach Entlastung von Kassiererin und Vorstand folgten Wahlen, die keine Veränderungen brachten. Annette Wolber wurde als Vorsitzende bestätigt, ebenso Gerhard Gaiser als Schriftführer sowie Birgit Maier und Bushra Alahmar als Beisitzerinnen.

Situation von Flüchtlingen

Da im vergangenen Jahr keine Netzwerktreffen auf persönlicher Ebene stattfinden konnten, wurde im Anschluss an den offiziellen Teil die Gelegenheit zum Austausch genutzt. Die stellvertretende Vorsitzende Irene Müller berichtete über die Allgemeinsituation von Flüchtlingen in Landkreis und Kommune. Anschließend kamen aktuelle Themen zur Sprache, mit denen auch die Integrationsmanagerinnen immer wieder konfrontiert sind.

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