Seit drei Jahren veranstalten die Hoffnungshäuser das Café Plus. Viele Menschen kommen hier zusammen, um vor allem eines zu tun: Deutsch zu lernen.
Montagnachmittag, eigentlich keine gewöhnliche Zeit, an der sich das Haus der Christusgemeinde im Nagolder Hasenbrunnen mit Leben füllt. Und doch trudeln immer wieder Leute ein, zwischen 40 und 50, und das Woche für Woche.
Seit April 2022, keine zwei Monate, nachdem Putins Russland die Ukraine überfiel, hat das Hoffnungshaus in Nagold dort ein Sprachcafé – das Café Plus – für ukrainische Geflüchtete ins Leben gerufen. Der Treff wird auch heute noch gut angenommen, und das nicht nur von ukrainischen Geflüchteten.
Menschen aus Pakistan, dem Iran oder auch Palästinenser treffen beim Café Plus auf ukrainische Geflüchtete, Rentner aus Nagold und der Umgebung sowie auf die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Die Gruppe ist vielfältig, ebenso wie die Gespräche, die dort zustande kommen.
Spannende Gespräche kommen zustande
So wie bei Mohammed. Der junge Mann ist aus dem Gaza-Streifen geflüchtet, an diesem Tag das erste Mal im Café. Er holt sich einen Schokokuchen an der Theke ab – Snacks und Getränke sind hier umsonst – und setzt sich an einen gut gefüllten Tisch.
Mit den Männern kommt er schnell ins Gespräch. Auf Deutsch versteht sich – wenn auch leicht gebrochen. „Ich bin Mohammed“, stellt er sich vor. „Das ist cool, ich heiße auch Mohammed“, entgegnet ihm einer der Café-Besucher. Er stamme aus dem Iran, erzählt er.
Die beiden kommen ins Gespräch, unterhalten sich über ihre Wohnorte. Einer von ihnen wohne in Gündringen. Sie kommen darauf, dass in ihren Wohnorten eigentlich gar nicht so viel geht. Ein Rentner aus Nagold schaltet sich dazwischen, erzählt vom Nachtleben aus vergangenen Zeiten. Drei Discos habe es damals gegeben, in Calw sowie in Wildberg. „Alle zugemacht.“ Die Jungs hören ihm gespannt zu.
Beim Spielen kommen die Menschen zusammen
Am anderen Tisch sitzen die Jüngeren und spielen eine Runde Uno. Ein Junge und seine ältere Schwester kommen ins Café, werden herzlich begrüßt. „Wollt ihr direkt mitspielen, die Runde fängt gerade an.“ Eine ukrainische Frau und ihre Tochter gesellen sich dazu, mit den anderen unterhalten sie sich über Sprachen.
Die Tochter lerne gerade Deutsch, doch neben der ukrainischen, englischen und sogar französischen Sprache – alle hat sie in der Schule bereits gelernt – falle es ihr manchmal schwer zu unterscheiden.
Früher gab es mehr Kuchen als Leute
Christoph Hartmann ist der Leiter des Hoffnungshauses in Nagold. Er beteiligt sich an den Gesprächen, schaut zufrieden in den vollen Raum. Dass sich der Treffpunkt so entwickeln würde, das habe er vor drei Jahren kaum gedacht. „Früher gab es mehr Kuchen als Leute“, erzählt er, „doch wir haben einfach weitergemacht.“
Heute mangle es weder an Kuchen noch an Gesprächspartnern. Der Treffpunkt findet jeden Montag zwischen 15 und 18 Uhr im Gebäude der Christusgemeinde, Talstraße 23, statt.