Die Instrumente des MV Altenahr wurden weggeschwemmt. Foto: Mönch

Nachdem in Bergfelden das Sommer-Open-Air ausgefallen war, beschlossen die Verantwortlichen des Musikvereins Bergfelden kurzerhand, ihr Vereinsfest mit Hammelbraten zum Sammeln von Spenden zu verwenden.

Sulz-Bergfelden - Üblicherweise müssen die Mitglieder ihr Essen zum Einkaufspreis selbst bezahlen, erklärt Vorsitzender Steffen Strobel. In diesem Jahr bezahlte der Musikverein Bergfelden sowohl das Essen als auch die Getränke und bat die Mitglieder um eine Spende. Für die Vereinsführung sei schnell klar gewesen, dass man die Summe einem Musikverein spenden wollte.

Wie es der Zufall wollte, kam der Vorsitzende Steffen Strobel bei einer beruflichen Schulung in Bad Neuenahr-Ahrweiler mit Betroffenen der Flutkatastrophe ins Gespräch und erfuhr, dass das 60 Jahre alte Blasorchester Altenahr ziemlich heftig von der Katastrophe betroffen ist. Daraufhin nahm Strobel Kontakt zum Altenahrer Vorsitzenden Wolfgang Mönch auf, und die Sache kam ins Rollen. Strobel erfuhr, wie wichtig Spenden für den Verein mit 40 Hobbymusikern sind. So wurde das Haus, in dem der Proberaum des Blasorchesters untergebracht war, bei der Flutkatastrophe im Juli so stark beschädigt, dass das Gebäude abgebrochen werden musste.

Aus dem Proberaum seien alle Instrumente, Equipment, wie Notenständer, ganze Schränke mit Noten und Uniformen sowie das ganze Elektronik-Equipment und eine kleine Bargeldkasse weggeschwemmt worden.

Nach mehr als vier Wochen wurden in einem Seitental von Altenahr sogar noch Notenständertücher und eine Tuba gefunden, so hatte der Vorsitzende Strobel berichtet. Die Neubeschaffung von Tuba, Schlagzeug, Marschtrommeln, Pauken, Trompeten, Röhrenglocken und mehr macht eine fünfstellige Summe notwendig. Dank der angelieferten Wohn-Container könne zumindest der Probebetrieb bald wieder aufgenommen werden, wie Strobel erfuhr. "Wir sind fest entschlossen, unser Vereinsleben wieder neu zu starten, und wir arbeiten mit aller Kraft daran, dass das Blasorchester Altenahr weiter bestehen bleibt", hieß es von Wolfgang Mönch.

Da kommen die 1550 Euro aus Bergfelden gerade recht. Ein persönliches Treffen der beiden Vorsitzenden hat es allerdings noch nicht gegeben. "Wir wollen warten, bis sich ihre Situation wieder ein wenig gebessert hat", so der Bergfelder Vorsitzende Steffen Strobel.