Die einen fahren ganz groß auf, die anderen sind besonders lustig – so kreativ beteiligen sich die Vereine und Feuerwehren im Wiesental an der Baumchallenge 2025.
Ihren Ursprung hat sie bei den Freiwilligen Feuerwehren, mittlerweile machen alle möglichen Gruppen und Konstellationen bei der Baumchallenge mit – ein Trend mit Klimaschutz-Wirkung, der viral geht. Bäume pflanzen – das klingt zunächst wenig spektakulär, doch bei dieser Challenge zeigen die Gruppen äußerst viel Kreativität. Wir haben uns einige der Beiträge aus dem Wiesental angeschaut.
Das Prinzip bei der Baumchallenge ist eigentlich ganz einfach: Eine Gruppe pflanzt einen Baum, der meist gespendet ist, filmt die Aktion und nominiert dann weitere Gruppen, die es ihr innerhalb einer Woche nachmachen sollen, aber ganz auf ihre Weise. Bei Nichteinlösung soll meist ein Vesper oder Getränke gestiftet werden.
Ein Apfelbaum bei Donnerwetter
In Schopfheim und im Wiesental sind die Hilfsorganisationen bei der Aktion ganz vorne mit dabei. So beteiligte sich etwa die Feuerwehr Schopfheim an der Aktion, wenn auch nur in kürzerem Rahmen. Denn sie pflanzte bei Donnerwetter einen Apfelbaum und nominierte daraufhin das THW Schopfheim, das wiederum mit seinen Fahrzeugen ganz groß auffuhr. „Helfen heißt für uns auch Verantwortung für unsere Umwelt zu übernehmen“, postet das THW unter seinem Video.
Auch die Feuerwehr aus Elbenschwand fährt mit Blaulicht zum Feld und auch die Abteilungen aus Gresgen, Kleines Wiesental und Raich werden nominiert und dürfen Bäume pflanzen.
Die Narrenzunft Schopfheim fährt ihren Baum mit einem Oldtimer zum Pflanzen und ruft dabei immer wieder „Schopfe Aruba“. Gepaart mit Werbung zum 11.11., passte das ja ganz gut. Ihr Video kann man auf Facebook anschauen.
Das wohl aufwendigste Video
Beim Blick in die Videos aus dem Wiesental sticht eines ganz klar hervor: das des Hexenzinken Gündenhausen. Es ist ein regelrechter Staffellauf, bis der Baum auf dem Feld ankommt, auf dem er schließlich gepflanzt werden soll. Die Hexen ziehen diesen im Strohschuh hinter sich her, fliegen mit ihm auf dem Besen, reiten auf einem Pferd, rennen, und transportieren ihn sogar in einem Bus für Ehrengäste. Auch auf dem Rad und dem Quad macht er sich auf den Weg. Mit diesem originellen Video hätten die Hexen bestimmt einen Preis verdient. Sie nahmen einen Riesen-Aufwand für maximale Unterhaltung auf sich.
„Vier Stunden lang waren wir beschäftigt und hatten einen Mega Spaß dabei. Unser neuer Hexenführer Andreas Enz hat das Video dann geschnitten und wir konnten es fristgerecht hochladen“, erzählt Schriftführerin Jenny Post. Der Apfelbaum wurde übrigens bei zwei Ehrenmitgliedern im Garten gepflanzt. Die Hexen seien der Wiecher Buure Fasnacht dankbar für die Nominierung, „ da wir einen super Nachmittag zusammen hatten und uns als Gruppe wieder mal außerhalb der Fasnacht trafen und unsere Ehrenmitglieder sind glücklich über das Bäumchen.“
Alter und neuer Amtsträger pflanzen Baum gemeinsam
Auch die Zeller waren bei der Challenge voll dabei. Die Handballer nahmen es nicht so genau und pflanzten ihren Baum in einen Topf. Sie nominierten wiederum die Stadt Zell, deren Mitarbeiter auch einen Baum pflanzten – und wiederum die einzelnen Gemeinderatsfraktionen nominierten.
Marion Isele, die zur neuen Bürgermeisterin von Zell gewählt wurde und ab 1. Dezember im Amt ist, wurde von der Gemeinde Steinen angesprochen, ob sie nicht mitmachen möchte. Da sie noch nicht im Amt ist, hat der Gemeinderat Zell – natürlich inklusive dem amtierenden Bürgermeister Peter Palme – die Herausforderung angenommen. „Denn jeder gepflanzte Baum ist ein kleines, aber wichtiges Zeichen für mehr Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und aktiven Klimaschutz“, schreibt Isele und ihrem Video von der Challenge.
Es sei ein schönes Zeichen gewesen, dass er mit seiner Vorgängerin den Baum gepflanzt habe, sagt Palme im Gespräch mit unserer Redaktion. Da die meisten Zeller Vereine bereits nominiert wurden, verzichtete der Zeller Gemeinderat auf eine Nominierung. „Sollte ein Verein noch nicht nominiert worden sein und gerne mitmachen wollen, darf er natürlich trotzdem einen Baum pflanzen“, heißt es in Iseles Post. Na, diese Message kann man natürlich auf alle Städte und Gemeinden übertragen, ganz in dem Sinne: Baum für Baum ein Zeichen setzen.