Ein Insolvenzverfahren sorgt aktuell für Gesprächsstoff in Balingen: Steht die Di Lucia Group vor dem Aus? Der vorläufige Insolvenzverwalter bringt Licht ins Dunkel.
Felice Di Lucia ist Chef der in Balingen bekannten Di Lucia Group, unter der Läden wie das Place to be, das Trendhaus und das Outlet by Di Lucia angesiedelt sind. Nun sorgt ein beantragtes Insolvenzverfahren für Gerüchte und Gesprächsstoff in der Kreisstadt.
Dunkel ins Licht brachte am Freitagmittag der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Olaf Spiekermann, den wir telefonisch zum Insolvenzverfahren angefragt haben und der uns diesen Sachstand bestätigen konnte.
Schlechte Zahlen in jüngster Vergangenheit
„Unmittelbar nachdem ich mit diesem Insolvenzverfahren betraut wurde, habe ich mir einen ersten Eindruck verschafft“, berichtete Spiekermann am Telefon. Er besuchte demnach die Geschäfte in Balingen und verschaffte sich einen Eindruck über die wirtschaftliche Situation und über die Stimmung bei der Belegschaft.
„Felice Di Lucia hat bereits angegeben, dass er die Geschäfte nicht dauerhaft fortführen kann und möchte“, so der Rechtsanwalt. Das bestätigen wohl auch die Bücher der Geschäfte – laut Insolvenzverwalter Spiekermann verliefen die Geschäfte in letzter Zeit in einem „defizitären Rahmen“.
Läden sollen offengehalten werden
Dennoch sollen die Läden in der Balinger Innenstadt zunächst offengehalten werden. Beim Rundgang durch die Fußgängerzone am Freitag hatten sowohl das Trendhaus als auch das Outlet by Di Lucia geöffnet. Die Türen des Place to be jedoch waren am Donnerstag und am Freitag trotz der geltenden Öffnungszeiten verschlossen. Im Innenraum schien kein Licht, der Laden war verwaist.
Hierfür hatte Spiekermann ebenfalls eine Erklärung: Neben der Absicht, die Läden offenzuhalten teilte er mit, dass das Place to be an beiden Tagen geschlossen war. Als Grund dafür nannte er Streitigkeiten zwischen Vermieter und Schuldner, „die am Abend des 5. März eskalierten und die Polizei auf den Plan riefen“.
Bekanntheit durch Modenschau in der Stadtkirche
Und wie geht es langfristig mit den Verkaufsräumen der Di Lucia Group weiter? Laut Informationen des Insolvenverwalters gab es bereits vage Interessensbekundungen für die Standorte des Place to be und des Trendhauses. Felice Di Lucia selbst war telefonisch am Freitag nicht zu erreichen.
Im Juli 2023 eröffnete die Di Lucia Group in Balingen den Place to be: Auf rund 800 Quadratmetern gibt es im ehemaligen „Lederwaren Gess“, Friedrichstraße 12, Mode, Lifestyle und Einrichtungsideen. Bereits im Jahr 2004 hatte di Lucia in Hechingen sein erstes Geschäft eröffnet.
Bekanntheit erlangte die Di Lucia Group zudem mit ihrer außergewöhnlichen Modenschau im Oktober 2023. Außergewöhnlich deshalb, weil sie in der Balinger Stadtkirche abgehalten wurde – Laufsteg statt Gottesdienst.
Weitere Details wollte Rechtsanwalt Spiekermann am Freitag zum laufenden Verfahren nicht nennen. Es ist aber davon auszugehen, dass das Thema auch in nächster Zeit Gesprächsstoff in Balingen bieten wird.