Der Depot in Nagold liegt direkt am Busbahnhof. Wie sieht die Zukunft der Filiale aus? Foto: Thomas Fritsch

Der Deko-Händler Depot versucht nach Beantragung der Insolvenz aus der Krise zu kommen. Jetzt soll ein Schutzschirmverfahren helfen. Was bedeutet das für die Filiale in Nagold?

Das Amtsgericht Aschaffenburg bewilligte im Juli ein sogenanntes Schutzschirmverfahren für den Einrichtungshändler Depot, der mit vollem Namen Gries Deco Company GmbH heißt. Laut einer Gerichtssprecherin wurde ein vorläufiger Sachwalter sowie ein vorläufiger Gläubigerausschuss einbestellt.

 

Das Insolvenz-Schutzschirmverfahren soll in die Krise geratene Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger schützen. Die Geschäftsführung kann das Unternehmen weiter verantwortlich lenken und selbstständig sanieren. Ihr wird allerdings ein Anwalt als sogenannter Sachwalter zur Seite gestellt.

Was bedeutet das für die Depot-Filiale in Nagold am Busbahnhof? Dort wurde der Mietvertrag erst vor wenigen Jahren erneuert und beim letzten Gespräch mit der Redaktion zeigte sich die Filialleiterin Nazan Brenner noch optimistisch. Damals, als es noch um die mögliche Schließung einzelner Filialen ging, sagte sie: „Wir gehören nicht dazu“ und: „Die Nagolder Filiale wird nicht schließen“.

Keine Angaben über Verlust

Nach Bekanntwerden der Insolvenz fragen sich viele Kunden, wie die Zukunft des Dekohändlers aussehen wird. Auf Nachfrage in der Nagolder Niederlassung verwies man jetzt an die offizielle Pressestelle des Unternehmens. Dort wurde nur um Verständnis gebeten, „dass wir hierzu aktuell noch keine Informationen geben können“.

Nach Unternehmensangaben erwirtschaftete das Unternehmen zuletzt einen Umsatz von rund 390 Millionen Euro. Angaben zu Gewinn oder Verlust wurden nicht gemacht. Zum Unternehmen zählten etwa 4 400 Beschäftigte und mehr als 300 Filialen in Deutschland.

Bis zum Jahreswechsel soll es einen Plan geben

„Wir werden sehr zügig auf alle Beteiligten – insbesondere natürlich Mitarbeiter, Vermieter, Lieferanten und Geschäftspartner – zugehen und gemeinsam die nächsten Schritte besprechen“, sagte Christian Gries, Unternehmenschef und Gründerenkel in einer Mitteilung.

Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens soll uneingeschränkt weiterlaufen. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten in Deutschland seien bis September gesichert. Ziel sei es, spätestens zum Jahreswechsel einen Plan zur Neuausrichtung des Unternehmens zu haben.