Das Insolvenzverfahren bei der BBS Autotechnik aus Schiltach ist am 1. Oktober eröffnet worden. Foto: Dold

Nach den Verzögerungen bei Lohnzahlungen und Insolvenzgeld müssen die Mitarbeiter der BBS Autotechnik aus Schiltach nun sogar noch auf ihre Kündigungen warten. Das ist der Grund.

Warten, bangen, hoffen – das mussten die Mitarbeiter der BBS Autotechnik in den vergangenen Monaten immer wieder. Erst beklagten sie fehlende Löhne für die Monate Mai und Juni, die schließlich mit reichlich Verzögerung und nach einer Kundgebung vor dem Werk in Hinterlehengericht ausgezahlt wurden.

 

Dann folgte der Insolvenzantrag, und die Mitarbeiter mussten wieder einmal warten – diesmal auf das vorfinanzierte Insolvenzgeld für den Juli, da die Geschäftsführung sich erst bei der Bank legitimieren musste. Eine Vorfinanzierung der Gelder für August und September war ob der wirtschaftlichen Lage von BBS gar nicht erst möglich.

Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Oktober war das Schicksal der Mitarbeiter dann besiegelt – diejenigen, die nicht für die Abwicklungsarbeiten benötigt werden, sollten von Insolvenzverwalter Dirk Pehl freigestellt und gekündigt werden.

Doch wie unsere Redaktion aus Mitarbeiterkreisen erfuhr, sollen die Kündigungen auch Stand Freitag – also zehn Tage nach Insolvenzeröffnung – noch nicht zugestellt worden sein. Was ist da los? Unsere Redaktion fragte bei Pehls Kanzlei Schultze und Braun nach.

Versand soll am Montag erfolgen

„Bevor die Kündigungen versandt werden können, musste zuvor mit dem Anwalt des Betriebsrates noch der Interessensausgleich und der Sozialplan verhandelt und unterzeichnet werden. Dieser Prozess hat etwas mehr Zeit benötigt als ursprünglich geplant. Erst anschließend konnte die Massenentlassungsanzeige bei der Arbeitsagentur abgegeben werden. Dies ist jeweils Voraussetzung für die Kündigungsschreiben, die nun am kommenden Montag unterzeichnet und versandt werden“, teilt Pressesprecher Ingo Schorlemmer mit.

Doch gab es dabei angesichts der wirtschaftlichen Situation von BBS überhaupt noch etwas zu verhandeln? Dazu erklärt Schorlemmer: „Aufgrund der Insolvenzsituation sind natürlich keine großen Sprünge möglich. Dennoch müssen rein rechtlich Interessensausgleich und Sozialplan natürlich ausverhandelt werden, weil das arbeitsrechtlich vorgeschrieben ist.“

16 Mitarbeiter im Abwicklungsteam

Auf Anfrage teilt der Sprecher auch die Größe des Abwicklungsteams mit: „Es handelt sich um 16 Mitarbeitende.“ Damit wird Pehl rund 220 Kündigungsschreiben unterzeichnen müssen – zuletzt waren bei der BBS Autotechnik laut dem Insolvenzverwalter noch 240 Mitarbeiter beschäftigt.