Die Sternenbäck-Filiale in der Herrenackerstraße in Hechingen. Wie es dort nach Jahresende weitergeht, ist von offizieller Seite noch nicht bestätigt. Foto: Roth

Im Mai hatte die Traditionsbäckerei mit allein sechs Filialen in der Zollernstadt Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt – und die Lage scheint sich zuzuspitzen.

Die Großbäckerei Sternenbäck schließt spätestens bis zum Jahresende den „Standort Hechingen“. Das hat Geschäftsführer Frank Winter in einer Pressemitteilung auf der Internetseite des Unternehmens bekanntgegeben.

 

Erst im Mai diesen Jahres hatte die Sternenbäck-Gruppe ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Damals hieß es, dass sich das Unternehmen „mit einer Reihe von Herausforderungen und insbesondere signifikanten Veränderungen der Rahmenbedingungen konfrontiert“ sehe.

Extrem gestiegene Produktionskosten – konkret Rohstoff-, Energie- und Personalkosten – hätten die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens derart beeinträchtigt, dass es keine Alternativen zu einer „gerichtlichen Sanierung“ mehr gegeben habe. Doch es hieß auch: „Der Geschäftsbetrieb wird daher mit seinen drei Produktionsstandorten und 123 Filialen in fünf Bundesländern unverändert fortgeführt.“

Sternenbäck: offenbar kein Investor für Hechingen

Zumindest für den Produktionsstandort in Hechingen scheint sich indes kein Investor gefunden zu haben.

Dagegen kündigt Geschäftsführer Frank Winter in der Pressemitteilung an, dass sich für die beiden weiteren Produktionsstandorte in Gera (Thüringen) und Spremberg (Brandenburg) zwischenzeitlich Fortführungslösungen abzeichnen.

Sternenbäck-Gruppe hat rund 1000 Mitarbeiter

Keine Informationen von offizieller Seite gibt es wiederum, was mit den sechs Filialen am Sternenbäck-Stammsitz in Hechingen, den vier weiteren in Albstadt sowie der in Bisingen nach Jahresende passiert.

Insgesamt betreibt die Großbäckerei 34 Filialen im Südwesten. Geschäftsführer Frank Winter und die Kanzlei RSM Ebner Stolz, die Sternenbäck im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung begleitet, waren am Montag auf Anfragen unserer Redaktion nicht zu erreichen.

Die Sternenbäck-Gruppe mit rund 1000 Mitarbeitern kämpft schon seit dem Jahr 2020 mit finanziellen Schwierigkeiten.

Erneute Insolvenz im vergangenen Mai

Während der Pandemie hat das Unternehmen, das vom Hechinger Lotzenäcker aus die Filialen im Südwesten beliefert, Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Damals mit Erfolg – allerdings auf Kosten geschlossener Filialen im Süden sowie in Ostdeutschland. Im Mai diesesn Jahres musste die Sternenbäck-Gruppe dann erneut Insolvenz beantragen.