Bäckermeister Manuel Beha verrät im Interview, was er vom Einsatz von Insektenmehl hält. Foto: Birgit Heinig

Im Gespräch mit unserer Redaktion informiert der Villinger Bäckermeister Manuel Beha, ob seine Kunden auf die Freigabe von UV-behandeltem Insektenmehl in der EU reagieren.

Pulver von gelben Mehlwürmern oder gemahlene Grillen in Lebensmitteln zu verarbeiten, das ist in der EU schon länger erlaubt. Nun macht eine Verordnung aus Brüssel den Weg frei, auch UV-behandeltes Insektenmehl zu verarbeiten, beispielsweise in Backwaren. Im Gespräch verrät der Villinger Bäckermeister Manuel Beha, ob das in seinem Betrieb in der Kanzleigasse eine Rolle spielt.

 

Herr Beha, macht es sich bei Ihnen und Ihrem Verkaufsteam bemerkbar, dass sich die Kunden mit dem Thema beschäftigen und nach den verwendeten Zutaten fragen?

Unsere Kunden bewegt das dieses Mal überhaupt nicht. Als vor einiger Zeit die grundsätzliche Freigabe von Insektenmehl für bestimmte Lebensmittel kam, gab es die ein oder andere Nachfrage. Da hat das Thema manche umgetrieben. Aber jetzt geht es ja nur um die zusätzliche Zulassung der UV-Bestrahlung, um die Keimfreiheit sicherzustellen.

Haben Sie sich jemals überlegt, Insektenmehl in Ihrer Backstube zu verwenden?

Für uns kommt das nicht in Betracht. Wir müssten solche Beimischungen deklarieren und allen gut sichtbar zugänglich machen, gerade auch wegen möglicher Allergien. Da hätte sicher die Lebensmittelkontrolle ein Auge darauf. Zudem könnten Kunden verunsichert sein und befürchten, dass wir für die Zubereitung des Teigs die gleichen Maschinen verwenden und Spuren übrig bleiben. Das wollte ich ohnehin nicht riskieren.

Würde sich der Einsatz solcher Alternativen überhaupt lohnen, um die Backwaren billiger anbieten zu können?

Für Bäckereien ist Insektenpulver eigentlich kein Thema. Es ist viel teurer als herkömmliches Mehl und also auch kein Ersatz, um die Produktionskosten für Gebäck zu senken. Bei der Verwendung für Nahrungsmittel geht es eher um den hohen Eiweißgehalt, der zum Beispiel bei der Sportlernahrung gefragt ist. Als neue Proteinquelle könnten diese Produkte in der Zukunft durchaus an Bedeutung gewinnen, vielleicht auch als Fleischersatz. Als Sportler interessiert es mich schon, mal einen Burger-Patty aus Insektenmehl zu probieren. In der Bäckerei habe ich dafür keine Verwendung.