Einweihung des Insektenhotels mit (hintere Reihe, von links): Manuela Bessey und Ortsvorsteher Bruno Bessey, Kinga Barabas, Petra Reutter und Annette Bury; vordere Reihe: die Bewohner aus der Holztherapie, Bildmitte: Arbeitstherapeut Martin Merkle. Foto: Stadler

Aus Lärchen- und Douglasienholz sowie einem Dach mit Biberschwanzziegeln gestalteten fünf Bewohner des Oberschwandorfer "Haus Waldachblick" in 540 Stunden Holzarbeits-Therapie ein imposantes Zuhause für Bienen und Insekten.

Haiterbach-Oberschwandorf - Seinen Standort hat das Insektenhotel auf dem Privatgrundstück von Ortsvorsteher Bruno Bessey am Sonnenweg gefunden. Finanziell gefördert wurde das Projekt vom Nachhaltigkeitsteam der Volksbank Herrenberg-Nagold-Rottenburg.

Dem Projekt "Nachhaltigkeit Insektenhotel" ging eine schwierige Grundstückssuche voraus. Ortsvorsteher Bruno Bessey blickte bei der Einweihung des von Bewohnern im Haus Waldachblick geplanten und realisierten Refugiums für Wildbienen zurück auf zahlreiche Gespräche mit Forst, Landratsamt und Regierungspräsidium, die allesamt nicht das gewünschte Ergebnis brachten. Ursprünglich war daran gedacht, beim Naturlehrpfad in Haiterbach einen Standort für ein Wildbienenzuhause zu bekommen. Letztendlich stellte Bessey sein privates Grundstück am Waldrand, oberhalb des Hauses Waldachblick, zur Verfügung.

Sonniger Platz an Spazierpfad

Ein sonniger Platz, direkt am gut frequentierten Spazierpfad namens Sonnenweg. Dort trafen sich die fünf Bewohner mit Betreuer, Heimleitung sowie Ortsvorsteher Bessey und dem Nachhaltigkeitsteam der Volksbank Herrenberg-Nagold-Rottenburg mit Petra Reutter, Manuela Bessey und Franziska Renz, um das im vergangenen Herbst fertiggestellte Insektenhotel gemeinsam einzuweihen.

Für die beteiligten Bewohner Simon Würfel, Martin Böser, Ralf Kemmler und Timo Kober berichtete Andreas Mund über das zeitaufwendige Projekt, das in 540 Arbeitsstunden während der Holz-Arbeitstherapie, betreut von Martin Merkle und Michael Wagner, entstanden ist.

Zunächst wurde geplant, skizziert und Fachliteratur gelesen, um Fehlerquellen auszuschalten, bevor nach der Materialbeschaffung die Bearbeitung von Holz und Bambusrohr starten konnte und das Grundgerüst aufgebaut wurde, benannte er die Arbeitsschritte. Schwierig gestaltete sich das Aufstellen des Insektenhotels mit Wurzeln entfernen, der Bodenverankerung und dem Dachaufbau, auf dem Biberschwanzziegeln verlegt wurden.

Voller Stolz präsentierte die Gruppe das fertige Werk mit 2,40 Metern Höhe und zwei Metern Breite, das bereits schon während der Bauphase die ersten tierischen Bewohner anlockte und beherbergte.

Petra Reutter vom Nachhaltigkeitsteam der Volksbank zeigte sich begeistert von der beeindruckenden Teamarbeit, die sie mit ihrem Team aus ökologischer Sicht gerne finanziell unterstützt habe.

Verzögerung bei Materialbeschaffung

Arbeitstherapeut Martin Merkle erinnerte an die Lieferschwierigkeiten, die mit der Materialbeschaffung zusammenhingen und dem Kraftakt beim Entfernen der Wurzeln an dem Hanggrundstück. Trotz dieser Anstrengungen hatte das gesamte Team riesigen Spaß bei der Realisierung des Projektes, so sein Eindruck.

Die Heimleiterin und therapeutische Leiterin des Hauses Waldachblick, Annette Bury, bezeichnete die entstandene Auftragsarbeit als etwas Besonders, über das sie sich sehr freue, vor allem über den idealen Standort in Sichtweite zur Wohneinheit. Dankbar ist Bury auch Ortsvorsteher Bessey für die seit Jahren bestehende Begleitung des Vereins für soziale Integration und seelische Gesundheit seitens der Ortsverwaltung und der guten Vernetzung mit dem Wohnheim Haus Waldachblick in Oberschwandorf.

Besuch in der Werkstatt

Die Einweihung des Insektenhotels klang mit einem Besuch in der Werkstatt aus. Dort werden im Rahmen der Arbeitstherapie von den Bewohnern allerlei Gegenstände aus Holz hergestellt, angefangen von Nistkästen und Futterhäuschen über Hausnummern auf Bestellung, Schlüsselanhängern, Handyhaltern bis hin zu Kugelschildkröten und Spielsachen.