60 000 Euro kosten PVT-Module fürs Höfener Freibad, die sowohl Strom als auch Wärme erzeugen sollen. Das Beste daran: Für das Projekt erhält die Gemeinde eine hohe Förderung.
Die Gemeinde Höfen hatte sich an der Ausschreibung der dritten Runde des Innovationsfonds des Landkreises Calw beteiligt. Hierbei lagen noch rund 600 000 Euro im Topf, die zur Vergabe angestanden sind, heißt es in der Sitzungsvorlage zum Punkt Bekanntgaben in der jüngsten Höfener Gemeinderatssitzung.
Schnelles Handeln
Eingabeschluss sei bereits am 6. Januar gewesen, sodass hierbei „kurzfristige Ideen und schnelles Handeln erforderlich war“, ist in der Vorlage weiter zu lesen. Höfen beantragte Mittel für gleich zwei Projekte: einen Elektro-Bürgerbus sowie PVT-Module für das Freibad. Die Abkürzung PVT beschreibt photovoltaisch-thermische Hybridmodule, die die Photovoltaik, also die Stromerzeugung, mit Solarthermie, also Wärmegewinnung, in einem Bauteil vereinen.
Die Jury habe die Förderfähigkeit geprüft und die Bewertung der eingereichten Projektanträge vorgenommen. Auf dieser Grundlage habe dann der Umweltausschuss des Landkreises Calw in seiner Sondersitzung am 26. Januar einen Beschluss gefasst, ist der Vorlage zu entnehmen. „Dem Antrag auf einen ‚Bürgerbus (Elektro)‘ konnte leider aufgrund eines bestehenden Förderprogrammes (hier: LGVFG) nicht über den Innovationsfonds gefördert werden“, heißt es in der Bekanntgabe der Gemeindeverwaltung. Hierzu will die Verwaltung einen Antrag bis zum 31. Januar entsprechend neu ausarbeiten und einreichen.
100-prozentiges Ehrenamt
Beim Antrag „PVT-Module für das Freibad“ kam die Gemeinde dagegen zum Zug und kann sich über eine 80-prozentige Förderung der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben in Höhe von 50 000 Euro freuen. Maßgeblich sei hierbei das 100-prozentige Ehrenamt zum Wohle der Allgemeinheit wertgeschätzt worden. 10 000 Euro verbleiben entsprechend als Eigenanteil. „Da dies in etwa den monatlichen Stromkosten entspricht, ist eine schnelle Amortisation gewährleistet und die Existenz des Bades durch eine extreme Kostenminderung weiter gewährleistet“, heißt es weiter.
Betreiberverein gegründet
Das Höfener Freibad stand bereits kurz vor dem Aus. Die Gemeinde konnte und wollte sich den jährlichen Abmangel von rund 200 000 Euro nicht mehr leisten. Ende der Saison 2022 gab die Gemeinde den Betrieb des Bades auf.
Im Dezember 2022 wurde dann ein Betreiberverein gegründet, der künftig das Bad unter dem neuen Namen „Nachtwächterbad im Förtelbachtal“ in Eigenregie betreiben wollte. Ziel war eine Wiedereröffnung 2024. Und das gelang: Im Mai 2024 öffnete das Bad unter der neuen Regie des Fördervereins.