Bürgermeister Hans Joachim Lippus zeigt auf die beiden Gebäude, die die Gemeinde an der Dormettinger Straße erwerben kann. Foto: Visel

"Das ist ein Traum" schwärmt Bürgermeister Hans Joachim Lippus. Die Gemeinde Dautmergen kann in der Ortsmitte zwei Grundstücke erwerben. Mit angrenzenden Flächen ergibt sich ein kleines Baugebiet.

Dautmergen - "Innenentwicklung vor Außenentwicklung" – diesem Motto, so Lippus, habe sich die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat verschrieben. Dieses Vorhaben könne man nun mit dem Erwerb der Grundstücke Dormettinger Straße 16 und 18 weiter verfolgen. Eines der Gebäude steht schon seit vielen Jahren leer, das andere seit zwei Jahren.

Zusammen mit den Grundstücken, die der Gemeinde beim Bauhof bereits gehören, sei die Entwicklung eines kleinen innerörtlichen Baugebiets möglich. Dort, so Lippus, könnten fünf Bauplätze entstehen. Mit dem Areal, das die Gemeinde von einer Erbengemeinschaft übernehmen kann, sei sie im Besitz eines rund 3500 Quadratmeter großen Gebiets, das zentral an der Ortsdurchfahrt in Richtung Dormettingen liege. "Damit ist es uns jetzt möglich, diesen Bereich vernünftig zu überplanen und zu verdichten."

Antrag über ELR

Für den Erwerb der Immobilien, deren Abbruch sowie die Überplanung des Areals rechnet Lippus mit Kosten von insgesamt rund 240 000 Euro. Er geht davon aus, dass über das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) rund 40 Prozent dieser Kosten bezuschusst werden. "Die Innenentwicklung ist im Rahmen des Förderprogramms hoch priorisiert", sagt er. Der ELR-Antrag dafür müsse bis 30. September eingereicht werden. Nach der Bewilligung des Bescheids könnte im Frühjahr 2023 der Abbruch der beiden Gebäude und die Planung für das Areal erfolgen.

Erste Vorplanung

Wie das Gebiet ausgestaltet werden soll, müsse der Gemeinderat noch entscheiden. Dabei geht es auch um die Frage, ob nur Einzelhäuser erstellt werden sollen oder ob eventuell in einem Teilbereich auch ein kleineres Mehrfamilienhaus in Frage komme. Lippus betont: "Eines ist klar. Die künftige Bebauung muss natürlich in die Umgebung passen, um den Dorfcharakter zu erhalten." Ein erster vager Entwurf, wie das Gebiet aussehen könnte, ist bereits erstellt worden.

"Gemeinde kommt voran"

Mit dieser Innenverdichtung, freut sich der Bürgermeister, komme die Gemeinde wieder ein gutes Stück voran. Ansonsten sind die Bauplätze in Dautmergen rar. Denn im Gebiet Ob Gärten, zweite Erweiterung, gehen die Plätze zur Neige. Dann plant die Gemeinde das Gebiet Ob Gärten III, das elf Plätze umfassen soll. Für Lippus stellt sich angesichts der sich jetzt bietenden Chance, im Innenbereich etwas zu tun, die Frage, ob zuerst das Gebiet an der Dormettinger Straße entwickelt werden soll, ehe man Ob Gärten III in Angriff nehme. Aber auch dieses müsse im Gemeinderat noch diskutiert und entschieden werden.

Jedenfalls kann der Bürgermeister stolz darauf verweisen, dass die Gemeinde in den vergangenen sechs Jahren rund 20 Bauplätze verkauft habe. Die Einwohnerzahl sei in dieser Zeit um 15 Prozent auf nunmehr 458 gestiegen.