Trotz Hüftverletzung spielte Finn Jeltsch in München zunächst weiter. „Das würde er das nächste Mal vielleicht auch anders machen“, sagt Trainer Hoeneß. Foto: Baumann/Julia Rahn

Mit zwei Fehlern brachte Finn Jeltsch den FC Bayern beim 4:2 mit auf die Siegerstraße. Dabei war der VfB-Profi, der im Pokal nun verletzt ausfällt, bereits körperlich angeschlagen.

Es war ein Spiel, an dem ein junger Verteidiger wie der VfB-Profi Finn Jeltsch nur wachsen kann, denn auch negative Erfahrungen gehören zu einem Entwicklungsprozess eines 19-Jährigen mit dazu. Es war der erste Auftritt des Innenverteidigers beim deutschen Rekordmeister in der Fröttmaninger Arena überhaupt, als Jeltsch in der 31. und 32. Minute bei eigener 1:0-Führung durch Chris Führich quasi einen Doppelbock schoss – und damit reichlich Lehrgeld bezahlte.

 

Zunächst ließ sich der U21-Nationalspieler an der rechten Strafraumkante im 1:1-Duell von Bayerns Jamal Musiala düpieren, der daraufhin den Münchner Ausgleich von Raphael Guerreiro vorbereitete. Dann spielte Jeltsch keine Minute später auf Höhe der Mittellinie einen fatalen Fehlpass, den der FCB zur 2:1-Führung durch Nicolas Jackson nutzte. „Solche Fehler darfst du gerade in München nicht machen“, sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß kurz nach Spielschluss.

Inzwischen hat der Stuttgarter Chefcoach mit seinem Spieler gesprochen. „Finn will auf keinen Fall, dass seine Verletzung in Bezug auf diese Szenen als Erklärung herhalten muss“, sagte Hoeneß auf der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokal-Halbfinale gegen den SC Freiburg an diesem Donnerstag (20.45 Uhr/ARD), für das Jeltsch aufgrund einer Hüftverletzung als einziger VfB-Profi ausfallen wird: „Daher möchte ich darauf hinweisen, nachdem die Verletzung bekannt ist, dass es mit 80 Prozent Leistungsfähigkeit nicht so einfach ist, gegen Bayern München zu bestehen.“

Jeltsch hatte kurz vor dem verlorenen Zweikampf mit Musiala einen Ellenbogencheck von Luis Diaz an der Hüfte hinnehmen müssen, wurde behandelt – und kam danach zurück aufs Feld gehumpelt. „Er war da sehr erhrgeizig. Möglicherweise muss er sich direkt rausnehmen lassen nach so einer Verletzung. Aber er wollte es einfach weiter probieren – würde das vielleicht das nächste Mal auch anders machen“, sagte Hoeneß: „Aber das spricht ja nur für seine Ambitionen. Er war sehr heiß auf das Spiel.“

Spiele auf derlei hohem Niveau, so der VfB-Chefcoach weiter, habe Jeltsch eben mit gerade mal 19 Jahren noch nicht häufig gemacht. „Das sind Erfahrungen, die er jetzt auch machen muss“, so Hoeneß: „Er wird sie positiv kanalisieren – und das macht ihn nur zu einem besseren Spieler. Finn war ein bisschen geknickt – aber er wird da gut mit umgehen.“