Endlich tut sich etwas beim ’s Rössle – kürzlich hat die Stadt das Einkaufscenter gekauft. Und das hat auch Auswirkungen auf das Sanierungsgebiet in Schwenningen.
In der kommenden Gremiumsrunde gilt es für die Stadträte wieder, einen ehemals gefassten Beschluss aufzuheben. Diesmal aber ist das Projekt – im Gegensatz zur Sanierung der Villinger Straße vor Kurzem – damit nicht gestorben, im Gegenteil.
Es geht um das Sanierungsgebiet Innenstadt, dessen Satzung im Jahr 2023 beschlossen wurde und bis 2032 bewilligt ist. Der Grund für die Festlegung eines Sanierungsgebiets: um für städtebauliche Missstände Maßnahmen zu entwickeln, die diesen entgegen wirken – und die – vom Bund oder Land – gefördert werden, macht die Vorlage der Verwaltung deutlich.
Bisher 15 Hektar
Eigentlich umfasst das rund 15 Hektar große Sanierungsgebiet den Bereich von der Turnerstraße im Westen, führt entlang der Oberdorfstraße unter Aufnahme von Teilen des Oberdorfs, über die Fußgängerzone vom Hocken- bis zum Muslenplatz mit Einbindung des Schwenninger Rathauses sowie des ehemaligen ’s Rössle im Osten.
Das ehemalige Einkaufscenter war jedoch anfangs nicht im Förderrahmen enthalten. Bei der Aufnahme ins Förderprogramm 2023 habe der Rahmen noch bei 28 Millionen Euro gelegen – mit einem Finanzhilfebedarf von 17 Millionen Euro –, heißt es vonseiten der Verwaltung, und sei im Jahr 2024 auf mehr als 34 Millionen Euro mit einem Finanzhilfebedarf von 20 Millionen Euro gestiegen.
Fokus auf Rössle
Bekannterweise hatte man sich im Zuge der Haushaltsberatungen Anfang 2024 für eine Fokussierung auf die Zukunft des ’s Rössle entschieden – und damit gegen die Zukunft des Museumsquartiers Bürk. So wurde das Projekt auch als Fördermaßnahme aufgegeben und hingegen das Sanierungsziel „Bewältigung der Handelsbranche Rössle“ aufgenommen.
Verhaltener Mittelabfluss
Jetzt kommt wieder Bewegung ins Thema Sanierungsgebiet, nämlich durch den Erwerb des Einkaufscenters und den geplanten Abriss durch die Stadt. Denn: „In Anbetracht des angekündigten Förderbedarfs bedarf es weiterer Schritte und Beschlüsse um der Förderbehörde die Verlässlichkeit der Stadt VS zu belegen“, so die Verwaltung. Der „bislang verhaltene Mittelabfluss und sich verzögernde oder nicht mehr verfolgte Projekte (Museumsquartier, Muslenplatz) rechtfertigten keine kontinuierliche Mittelbereitstellung durch die Förderbehörde“.
Deshalb möchte man das Sanierungsgebiet neu abgrenzen – und verkleinern. Vor allem die westlichen Teilbereiche rund um die Oberdorfstraße und das Oberdorf, also auch die Württembergische Uhrenfabrik, würden nicht mehr im Fokus der Sanierungsanstrengungen liegen.
Das bedeutet: Künftig beginnt das Sanierungsgebiet in der Harzerstraße und umfasst weiterhin die Bereiche der Fußgängerzone sowie des ’s Rössle.
Jetzt 9,5 Hektar
Miteinbezogen werden soll – zur Sicherung der Förderfähigkeit – auch der Parkplatzbereich an der Austraße, hier ist der Bau eines Parkhauses geplant. Ebenso soll das denkmalgeschützte VHS-Gebäude in der Metzgergasse aufgenommen werden, um eine mögliche Modernisierung fördern zu können. Rund 9,5 Hektar soll das neuabgegrenzte Sanierungsgebiet in Zukunft umfassen.
30 Millionen Euro
Und das macht die Verwaltung gleichzeitig deutlich: Landes- und Bundesmittel würden nur fließen, wenn die Maßnahmen schnell umgesetzt und ein verlässlicher Mittelabfluss gewährleistet ist. Im Aufstockungsauftrag für 2025 hatte die Stadt einen Finanzhilfebedarf von inzwischen 30 Millionen Euro angemeldet.
Dieser werde sich aber basierend auf der Beschlusslage des Gemeinderats zu den Einzelprojekten reduzieren. Diese Maßnahmen mit Finanzierung und Umsetzungszeitraum sollen in einer gesonderten Vorlage in die Gremien eingebracht werden.
Das alte Sanierungsgebiet Marktplatz
Das wurde umgesetzt
Das Sanierungsgebiet Marktplatz ist der Vorläufer des aktuellen Sanierungsgebiets Innenstadt. Nach 15 Jahren ist es im Jahr 2022 ausgelaufen. Neben der Erneuerung des Marktplatzes waren unter anderem die Verlagerung der Feuerwehr in die Silcherstraße und daraus ergebend die Erweiterung der Gartenschule in der ehemaligen Feuerwache oder die Ansiedelung der Seniorenresidenz Menetatis auf dem einstigen Emes-Gelände hinter dem Marktplatz Maßnahmen, die erfolgreich realisiert wurden. Erweitert wurde das Sanierungsgebiet unter anderem durch den Bereich Neckarhalle beziehungsweise Bahnhof oder durch den Muslenplatz.