Jürgen Ott (von links) vom Calwer Gewerbeverein, Dieter Deninger von Trolleymaker, David Mogler von der Stadt Calw und Nicolai Stotz (ebenfalls vom Gewerbeverein) präsentierten die neue „CalwCard“. Foto: Terkowsky

Seit 15 Jahren gibt es in Calw den analogen „Calwer Einkaufsgutschein“. Doch dessen Tage sind gezählt. Der digitale Nachfolger, die „CalwCard“, wurde bereits vorgestellt. Mit einer erweiterten Funktionalität soll sie vieles leisten, was der Gutschein nicht kann.

Viele kennen die Situation: Verzweifelt durchwühlt man den Inhalt seiner Schubladen – weil der 50-Euro-Gutschein, den man vor Jahren geschenkt bekommen und jedes Mal vergessen hat nun endgültig verschollen scheint. Die neue digitale „CalwCard“ soll sicherstellen, dass solche Szenarien künftig der Vergangenheit angehören. Sie wird die vor 15 Jahren eingeführten „Calwer Einkaufsgutscheine“, die es ausschließlich in analoger Papierform gab, ersetzen.

 

700 000 Euro Umsatz habe man mit diesen während der 15 Jahre regional gebunden, erklärt Nicolai Stotz, der Vorsitzende des Calwer Gewerbevereins, bei der Präsentation der neuen Karte. Das sei ein gutes Ergebnis für diese simple Lösung, aber das System der Gutscheine ist „veraltet und sperrig“, fährt er fort.

„Außerdem wollen wir nicht einfach nur einen Papier-Gutschein durch eine Plastikkarte ersetzen“, sagt Stotz. Stattdessen soll die neue Karte eine deutlich erweiterte Funktionalität bieten. Sie soll Gutschein-, Bonus- und Mitarbeiterkarte in einem sein.

Dazu soll sie einfach in der Handhabung sein, sich möglichst nahtlos und barrierefrei in den Geschäftsalltag einfügen und einen echten Mehrwert bieten – für Konsumenten, Händler und Arbeitgeber. Hohe Ziele. Und um die zu erreichen, hat man sich einen erfahrenen Partner gesucht.

Partner werden jetzt gesucht

Gefunden hat man ihn mit der Firma Trolleymaker. Das aus Karlsruhe stammende Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, Innenstädte mithilfe einer smarten Gutschein- und Bonuslösung attraktiver zu machen. Der Ansatz: den Umsatz in der Region halten, indem man möglichst viele regionale Partner ins Boot holt. Und das Mitmachen möglichst simpel gestaltet.

So lasse sich die neue „CalwCard“ problemlos in alle gängigen digitalen Kassensysteme integrieren. „Man braucht keine neue Hardware oder zusätzliche Geräte“, erklärt Dieter Deninger, der Gründer und Geschäftsführer von Trolleymaker, bei der Auftaktveranstaltung. Und für den Fall, dass ein Händler keine digitale Kasse besitzt, ist man gewappnet. „Für diese Fälle reicht ein Handy mit Internetanbindung, auf dem man unsere App installiert“, sagt Deninger.

Da der Erfolg und die Akzeptanz der neuen Karte maßgeblich davon abhängt, wie viele Gewerbetreibende und Unternehmen sich daran beteiligen, setze man auf individuelle Beratung und Unterstützung, führt Deninger aus. Beispielsweise kommen vor der Einführung Mitarbeiter von Trolleymaker bei den neuen Partnern vorbei und sichern die reibungslose Funktionalität.

Zukünftig weitere Einbindung möglich

Und während die bisherigen Gutscheine ein Projekt des Gewerbevereins (und damit auch nur dessen Mitgliedern zugänglich) waren, steht die Teilnahme an der „CalwCard“ allen Calwer Unternehmen frei. Dazu müsse man sich lediglich im Internet auf www.calwcard.de registrieren. Dort findet man auch weitere Informationen.

Seitens der Stadt Calw sieht man großes Potenzial in der Einführung der „CalwCard“. Wirtschaftsförderer David Mogler kann sich die „CalwCard“ als eine Art neue Stadtwährung vorstellen. Mittelfristig bestehe sogar die Hoffnung, die Bezahlung in Parkhäusern mittels der Karte zu ermöglichen, lässt er durchblicken.

Der Zeitplan ist eng getaktet. Während der nächsten Wochen gilt es für die Verantwortlichen möglichst viele Händler und Arbeitgeber zu informieren und ins Boot zu holen. Denn geplanter Start der „CalwCard“ ist bereits Anfang Dezember.