Bei den Events kommt die Stadt Bad Dürrheim bei den unter 40- und über 60-Jährigen gut weg, bei den Personen mittleren Alters etwas schlechter. Foto: Strohmeier

In Sachen Innenstadt gab es in Bad Dürrheim nun einige Umfragen und Erhebungen. Eine davon ist die "City-Benchmark" in verschiedenen Städten – somit hat man einen gewissen Vergleich.

Bad Dürrheim - Viele Fragen wurden gestellt, viele Zettel geklebt, viele Vorschläge von Bürgern zusammengetragen – zusätzlich gibt es auch Umfragen und Erhebungen, die man für eine Weiterentwicklung der Innenstadt heranziehen kann. Jetzt geht es an die konkrete Umsetzung, und die Stadt hat für 2023 bereits verschiedene Maßnahmen aufgelistet. Der Gewerbeverein und die beteiligten Bürger – egal an welcher Aktion sie teilgenommen haben – warten auf eine Umsetzung und mahnen diese auch an. Im Gemeinderat soll am 24. November die Konzeption vorgestellt werden.

Eine der Umfragen, die in Zusammenarbeit beziehungsweise im Auftrag der IHK gemacht wurde, ist die "City-Benchmark". Der Begriff Benchmark kommt aus dem Marketing und bedeutet in etwa so viel wie ein systematisches Vergleichen von Produkten oder auch Dienstleistungen. In mehr als 40 Städten befragte die beauftrage Firma die Besucher der Innenstadt.

Umfrage aus dem August 2022

In Bad Dürrheim fand die Umfrage am Dienstag, 9. August, nachmittags in der Innenstadt statt. Die beauftragte Firme markierte die Städte, in denen samstags befragt wurde, da diese in der Regel von vornherein eine bessere Bewertung bekamen.

Die Kurstadt schnitt augenscheinlich gar nicht so schlecht ab. In Bezug auf die Attraktivität der Innenstadt vergaben sechs Prozent die Note eins; bei 37 war es die zwei, zusammen 43 Prozent. Allerdings: In vergleichbaren Städten liegt dieser Wert im Mittel zwischen 51 und 54 Prozent – Bad Dürrheim hat somit noch einiges an Luft nach oben. Die Note vier oder schlechter vergaben in den Städten bis 50 000 Einwohner 13 bis 17 Prozent – und auch hier: Bad Dürrheim liegt in dem Segment bei 22 Prozent. Verbesserungspotenzial gibt es also. Nur: Wo setzt man an? Und welche Maßnahmen fruchten? Das sind die beiden zentralen Fragen, auf die sich wohl nur schwer die goldrichtige Antwort geben lässt.

In einigen Bereichen gut abgeschnitten

Schaut man bei der "City-Benchmark" genauer hin, liegt man im Bereich Ambiente und Flair bei 52 Prozent, die eine Schulnote eins oder zwei vergeben. 42 Prozent bewerten das Einzelhandelsangebot mit eins oder zwei. Und nur 44 Prozent sehen die Erreichbarkeit beim ÖPNV in diesem Bereich, 33,4 Prozent vergeben in dem Bereich die Schulnoten zwischen vier und sechs. Wobei 94 Prozent die Parkgebühr positiv bewerten – bekanntlich wird in Bad Dürrheim keine verlangt. Und Zweidrittel der Befragten sieht das gastronomische Angebot als gut und sehr gut an.

Bei den subjektiven Empfindungen sehen 84 Prozent der Personen die Innenstadt als "Ort der kurzen Wege". Ein Ort zum Wohlfühlen und Leute treffen" ist es für 72 Prozent, und 68 Prozent sehen die Innenstadt "digital gut aufgestellt"

ÖPNV zeichnet sich Bild ab

Beim ÖPNV hat die Stadt auch beim Schwarzwälder Bote Orts-Check nicht allzugut abgeschnitten. Das Rathaus weiß um das Manko, Bürgermeister Jonathan Berggötz kommentierte dazu kürzlich, dass man im Gespräch sei, die Situation zu verbessern. Bei der Schwarzwälder Bote-Aktion kam die Stadt insgesamt im Vergleich zu anderen im Schwarzwald-Baar-Kreis deutlich besser weg.

Diese Umfrage brachte noch eine weitere – eher erstaunliche – Antwort: 63 Prozent der Befragten gaben an, einen Solemar-Besuch nicht mit einem Besuch in der Innenstadt zu verbinden, nur 24 Prozent bejahten diese Frage. Hier wirft sich eine Frage auf: Wie würden die Antworten aussehen, würde diese Frage ausschließlich Solemar-Besuchern gestellt?

Nach Angaben der Statistiker stammen 58 Prozent der Befragten aus Bad Dürrheim, in einem Umkreis bis 25 Kilometer sind es 24 Prozent bis zu 50 Kilometer drei und bis zu 100 Kilometer vier Prozent.