Drei Alphatiere auf einer Bühne: Das Trio „Alte Mädels“ zeigt sich beim Innenhof-Festival stimmgewaltig im Gesang wie im Streit. Foto: Hella Schimkat

Drei Alphatiere sticheln und schmollen auf der Bühne. Die Freundschaft verkehrt sich schon mal in Feindschaft, hält aber allen körperlichen und verbalen Verrenkungen stand. Tanz und Gesangseinlagen wechseln in rasantem Tempo

Das Innenhof-Festival, das in diesem Jahr mit der 33. Auflage wieder rockige und abwechslungsreiche Abende bringt, präsentierte am Sonntag, bekanntlich ein Familientag, drei „Alte Mädchen“, die sich dem Popkabarett verschrieben haben, die auf Krawall gebürstet waren und sich mächtig stritten.

Wenn drei Alphatiere auf der Bühne stehen, tanzen und singen, und eine immer mal wieder beleidigt die Bühne verlässt, dann fragte man sich schon: „Was haben die anderen beiden falsch gemacht?“ Das konnten die übrig gebliebenen zwei auch nicht verstehen, wenn die beleidigte Leberwurst wieder erschien, verließ eine andere eingeschnappt die Bretter, die die Welt bedeuten.

Wortspiele und Ansagen an die Männerwelt

Dieser „Familienabend“ im überquellenden Innenraum des Innenhof-Festivals verlangte dem Publikum höchste Konzentration ab, denn die Wortspiele, Ansagen an die Männerwelt, Tanz- und Gesangseinlagen, wechselten in rasantem Tempo. Die so genannten „Alten Mädchen“ zeigten sich stimmgewaltig, nicht nur im Streit, sondern auch im Gesang, tanzten akrobatisch und wechselten genauso schnell ihre Garderobe, oder eigentlich immer mal wieder eine, sodass sie nicht mehr zu den anderen beiden passte, was ja wohl beabsichtigt war.

Die drei Alphatiere, jede wollte Chefin sein, hatten es nicht leicht, sich zu behaupten. „Sollen wir sticheln, mobben, abtauchen oder nach Männerart einfach mal ’ne Ansage machen?“. Sie versuchten alles, war wohl nicht so toll, wenn immer wieder eine schmollend abrauschte. Aber die Dreierfreundschaft, mal auch Feindschaft, hielt allen körperlichen und verbalen Verrenkungen stand, da konnten die vielen Paare unter den Zuschauern schon noch etwas lernen.

Kreischalarm im Raum

Im gewagten Tutu stürmten sie auf die Bühne, das gab schon hier und da Kreischalarm im Raum. Das Alphatier ganz links, das nicht unbedingt am Hungertuch genagt hatte, maulte über den gewagten Glitzer-Slip: „Das verdammte Ding ist zu eng.“ „Sollen wir vielleicht im Anzug erscheinen?“, giftete Nummer zwei, verschwand und erschien völlig deplaziert zwischen den Glitzerfummeln im Anzug. „Sollen wir uns vielleicht wie Lindner anziehen, wie heißt der nochmal mit Vornamen?“. Ah ich hab’s Patrick“.

„Wir sind ehrliche, singende, glitzernde Muschis“ waren sie sich plötzlich wieder „fast“ einig. Dann rocken sie, werfen die Arme mit einem „Huh“ hoch und wissen selbst nicht, ob sie Wikinger oder Hardrocker sind. „Dieses Outfit untergräbt meine Autorität, immer diese Sexualität“, ging es weiter, dann kam die wichtige Erkenntnis, dass Männer bei Frauen den Busen gar nicht da, wo er ist –nämlich auf dem Rücken – haben wollen. „Aber kurz über den Knöcheln auch nicht, wie das überhaupt aussieht „Die drei ‘Mädels‘, sie hassen diesen Ausdruck, erkennen, dass sie ein Problem haben und gründen einen Diskutierkreis, echoten jede Ansage: „Du wiederholst Dich“, „Ja ich wiederhole mich“... „Na, wie geht es Dir denn? Ich habe eine Gebärmutterzyste, die wurde weggelötet.“

Frauen erfahren das Klatschwissen ihrer Freundin

Eins war auch den Zuhörern klar: Wenn Frauen sich treffen, erfahren sie treffsicher das Klatschwissen ihrer besten Freundin, etwas, das die Männer sich mühsam ergoogeln müssen: „Na dann“.