Das Bad Bellinger Thermalbad ist in die Jahre gekommen. Foto: Claudia Bötsch

An der 580.000 Euro teuren Maßnahme führt kein Weg vorbei, machte Bürgermeister Vogelpohl im Gemeinderat deutlich. Der Außenbereich soll während der Arbeiten weiter nutzbar sein.

Für die Sanierung des Kuppeldachs gibt es bereits eine Förderung über das Tourismus-Infrastruktur-Programm in Höhe von 313.000 Euro. Den entsprechenden Antrag hatte die Gemeinde im Sommer vergangenen Jahres gestellt.

 

Neben dem Zuschuss von der Tourismusförderung hofft der Kurort nun auf weitere Gelder aus dem Ausgleichstock. Beantragt wurden hier rund 200.000 Euro. Wie viel und ob die Gemeinde überhaupt etwas bekommt, wird im Juli entschieden.

„Ich glaube nicht, dass wir komplett leer ausgehen“, zeigte sich Rechnungsamtsleiter Frank Spiegelhalter in der Gemeinderatssitzung zuversichtlich.

Schwimmhalle 1979 gebaut

Schlussendlich sei die Maßnahme aber ohnehin alternativlos, da die Sanierung für den Weiterbetrieb der Schwimmhalle unabwendbar sei.

Die Kuppel der Halle, die 1979 gebaut wurde, ist aus Holzleimbindern und Stahlstreben konstruiert. Die Holzleimbinder sind über die Jahrzehnte rissig geworden und die Stahlteile wegen der hohen Luftfeuchtigkeit im Gebäude stark korrodiert.

„Wir müssen es machen“, bekräftigte auch Bürgermeister Carsten Vogelpohl in der Sitzung. An der Sanierung der Holz- und Stahlkomponenten führe kein Weg vorbei. Das Ziel sei, die Halle „so lange wie möglich weiterzuführen“, gab Vogelpohl die Marschrichtung vor.

Gemeinderat stimmt zu

Das sah auch der Gemeinderat so, welcher der Maßnahme – bei einer Enthaltung von Wolfgang Müller – zustimmte. Damit verbunden ist der Auftrag an den Aufsichtsrat der Bade- und Kurverwaltung (BuK), den entsprechenden Baubeschluss in seiner nächsten Sitzung zu fassen.

Sanierung auf 2027 geschoben

Die Gemeinde plant, die Sanierung im Sommer 2027 durchzuführen. Dementsprechend würde die Maßnahme auch erst im kommenden Haushaltsplan Berücksichtigung finden, erläuterte Vogelpohl.

Keine Komplettsperrung

Für die Arbeiten wird mit einer Dauer von etwa drei Monaten gerechnet. Die Außenbecken und die Liegewiese sollen in dieser Zeit weiter nutzbar sein. „Eine Komplettsperrung wollen wir auf jeden Fall vermeiden“, macht Vogelpohl deutlich.

Grünes Licht vom Statiker

Ursprünglich war die Sanierung bereits für 2026 vorgesehen. Der Statiker habe jedoch grünes Licht gegeben, dass die Maßnahme auch erst 2027 stattfinden könne, berichtet Vogelpohl auf Nachfrage unserer Zeitung. In diesem Zusammenhang unterstreicht der Bürgermeister, dass das Dach zwei Mal pro Jahr akribisch untersucht und alles umfassend dokumentiert werde.

Weiter in der Gesamtplanung

Dieser Zeitplan komme der Gemeinde entgegen und sei mit dem Ziel verbunden, „dass wir im nächsten Jahr mehr wissen, wie wir insgesamt mit der Therme verfahren wollen“, erläuterte Vogelpohl die Hintergründe.

Die Sanierung und Modernisierung des in die Jahre gekommenen Thermalbads wird ein Kraftakt für Bad Bellingen. Foto: Claudia Bötsch

In den vergangenen Jahren gab es bereits eingehende Untersuchungen unter anderem zur Bausubstanz des Thermalbades. Die Gemeinde hat verschiedene Gutachten und daraus ein Konzept erstellt, um den Gebäudebestand schrittweise weiterzuentwickeln.

Nun gehe es darum, bei der Modernisierung „möglichst sparsam mit möglichst wenig Fläche“ vorzugehen, so Vogelpohl.

Einen kompletten Neubau soll es jedenfalls nicht geben. Die Pläne sehen zunächst ein zweites Innenbecken vor.

Klausursitzung im Juni

Auf dem Weg zur Sanierung der Therme steht jetzt erst einmal eine Klausursitzung von Verwaltung, Gemeinderat und Aufsichtsrat an, kündigte der Rathauschef im Gemeinderat an. Diese soll im Juni stattfinden. Unter anderem gelte es, ein Büro zu finden, dass die Thermensanierung begleitet.

Bei den konkreteren Planungsschritten soll auch die im Februar gegründete Arbeitsgruppe zur Thermen-Sanierung unterstützen. Dem siebenköpfigen Gremium gehören neben dem Bürgermeister die Fraktionssprecher und jeweils ein Stellvertreter an.

Kraftakt

Die Sanierung und Modernisierung des in die Jahre gekommenen Thermalbads wird ein Kraftakt für Bad Bellingen. „Ohne Landesmittel wird das nicht zu schaffen sein“, unterstreicht der Rathauschef.