Große Freude herrscht beim SVZ bei der Eröffnung des Inklusionsstützpunkts mit der VFB Stuttgart-Stiftung. Foto: Siegmeier

Große Freude beim SV Zimmern: Der Inklusionsstützpunkt wurde zusammen mit der VfB-Stuttgart-Stiftung eröffnet.

Vor gut zwei Jahren hat der SV Zimmern auf Initiative von Trainer Fernando Marquez ein Inklusionsteam gegründet, das er seither gemeinsam mit Thomas Schmelz und Markus Schondelmaier betreut.

 

Die Resonanz war und ist noch immer groß. 42 Spieler zählt das Team mittlerweile, der Jüngste ist sieben Jahre alt, der Älteste 65.

Aufeinander Rücksicht nehmen

Der Erfolg strahlte bis in die Landeshauptstadt Stuttgart aus, so dass auch bei der VfB-Stuttgart-Stiftung Interesse an der Mannschaft geweckt wurde. Und so konnte der SVZ vor wenigen Tagen den Inklusions-Pfiff-Stützpunkt mit der VfB- Stuttgart-Stiftung „Brustring der Herzen“ für Menschen mit Handicap auf dem Sportgelände eröffnen

Unter Leitung von Fritz Quien (VfB Stuttgart), Fernando Marquez (SVZ) und Markus Schondelmaier (SVZ) gab es ein Auftakttraining. Und die Begeisterung war groß.

Die Inklusionsmannschaft und die C-Junioren spielten im Unified-Modus, denn Menschen mit und ohne Handicap trainieren und spielen gemeinsam. Hierbei steht weniger der Leistungsgedanke als vielmehr Spaß und Motivation im Vordergrund. „Heute geht es nicht um den ersten Platz, sondern darum, miteinander Fußball zu spielen und miteinander Rücksicht zu nehmen“, betonte Fritz Quien.

Rund 600 Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Rund 600 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Handicap nehmen aktuell an den sieben Pfiff-Standorten im Land regelmäßig an einem Training teil.

Auf diese Zahl ist Fritz Quien durchaus stolz. „Das Interesse am Fußball ist bei vielen Menschen mit mentaler Beeinträchtigung da, einige von ihnen sind sogar so gut, dass sie auch im ‚normalen‘ Ligabetrieb mitspielen könnten – doch dazu haben nur die wenigsten die Möglichkeit. Ich musste feststellen, dass Menschen mit Beeinträchtigung kaum eine Möglichkeit haben, am Vereinsleben teilzunehmen“, betonte Quien.

Das Mitgefühl für Menschen mit geistiger Behinderung sei in Deutschland sehr gering. „Das Problem ist, dass wir ihnen im Alltag kaum begegnen, weil sie ihren Alltag in speziellen Einrichtungen verbringen“, sagt Quien.

Und umso mehr freut er sich über das tolle Inklusionsteam in Zimmern und die rührigen Trainer, die Woche für Woche das Training meistern. „Das ist ein Stück Normalität für Eltern und Kinder“, weiß Quien.

Begeisterung von Elternseite groß

Auch von Elternseite ist die Begeisterung groß. „Solche Angebote sucht man bei uns vergebens“, sagt eine Mutter aus dem Nachbarlandkreis. „Unsere Kinder haben wenig Möglichkeiten auf Sport“, ergänzt ein Papa. Auch wenn also für den SVZ viel Organisationsaufwand dahintersteht, der lohnt sich allemal.

Das Inklusionsteam spielt regelmäßig Turniere, auch in der Inklusionsliga. „Unsere gelbe Truppe ist Württembergischer Meister“, berichtet Trainer Thomas Schmelz. Und in den Herbstferien geht es zu einem internationalen Turnier nach Mallorca. Es ist also ganz schön was geboten.

„Der Inklusionsstützpunkt ist für uns jetzt das i-Tüpfelchen“, freut sich SVZ-Vorsitzender Frank Thieringer. Man erhoffe sich dadurch weitere Attraktivität. Einmal im Vierteljahr wird Fritz Quien das Zimmerner Inklusionsteam trainieren.