Bei dem Sozialprojekt in Villingen-Schwenningen arbeiten Schüler Seite an Seite mit Menschen mit Beeinträchtigung an einem Werkstück. Foto: Simone Neß

Ein von der Freizeitwerkstatt gefördertes Sozialprojekt ermöglicht Kindern von der Schwenninger Neckarschule gemeinsam mit Menschen mit Beeinträchtigung an einem Werkstück zu arbeiten. Das Projekt fördert Inklusion und den Abbau von Barrieren.

Ein besonderes Sozialprojekt hat die Stiftung Liebenau gemeinsam mit Schülern der dritten und vierten Klasse der Neckarschule in Schwenningen organisiert. Unter dem Motto der Inklusion und des Abbaus von Barrieren arbeiten die Schüler Seite an Seite mit Menschen mit Beeinträchtigung an einem gemeinsamen Werkstück aus Holz. Gefördert wird das Projekt von der Freizeitwerkstatt der Lions Clubs Villingen, Schwenningen und VS Mitte.

 

Ziel ist es, durch die gemeinsame handwerkliche Arbeit Berührungsängste abzubauen und Begegnungen auf Augenhöhe zu ermöglichen.

Begeisterung für das Projekt weckte Gudrun Scherzinger bei den Schülern. Sie ist Lehrkraft an der Neckarschule, hat an der Schule die Projektleitung für das Sozialprojekt inne und bekommt dabei die vollste Unterstützung von Rektorin Fenke Härtel. Im Unterricht führte sie die Kinder behutsam an das Thema „Handicap“ heran. Dabei durften die Schüler von eigenen Erlebnissen und Begegnungen mit Menschen mit Beeinträchtigung berichten.

Anschließend wurde das Projekt an der Schule vorgestellt und interessierte Schüler durften sich anmelden. Dass das Interesse an dem Sozialprojekt so groß sein würde, hatte die Lehrerin nicht erwartet: Rund 40 Anmeldungen gingen ein, sodass das Los schließlich entscheiden musste, wer teilnehmen durfte. Schließlich konnten zwei Kurse mit je acht Schülern angeboten werden.

Sechs Nachmittage gemeinsam verbracht

Schon Wochen vor dem Projektstart sei die Lehrerin von Schülern gefragt worden, wann es denn endlich los gehe, freut sich Gudrun Scherzinger über das große Interesse aus der jungen Schülerschaft. Im Übrigen kam das Projekt auch bei den Eltern der Schüler gut an.

Ein Kurs trifft sich nun insgesamt sechs Mal an einem Mittwochnachmittag für je rund eineinhalb Stunden in der Behindertenwerkstatt. In dieser Zeit arbeiten die Beschäftigten der Werkstatt in der Prinz-Eugen-Straße in Villingen, in der sonst Industrieaufträge bearbeitet werden, gemeinsam mit den Kindern an einem Werkstück. Dieses soll später in der Neckarschule ausgestellt werden. Die Teilnahme an dem Projekt ist freiwillig und findet außerhalb der regulären Schulzeit statt.

Betreuer Philipp Wintermantel zeigt in der Werkstatt den Schülern der Neckarschule, wie ein Akkuschrauber funktioniert. Foto: Simone Neß

Für Gudrun Scherzinger, Felicitas Bichweiler von der Stiftung Liebenau und Roland Brauner vom Lions Club Villingen ist es schön zu sehen, wie Kinder und Werkstatt-Beschäftigte gleichermaßen voneinander lernen. „Es ist ein Geben und Nehmen“, sagt Gudrun Scherzinger. Schön sei für die Kinder, dass sie zum Teil das erste Mal einen Akkuschrauber oder eine Säge in der Hand halten und aktiv unter Anleitung benutzen dürfen.

Zweiter Kurs startet nach den Osterferien

Roland Brauner musste beim Thema Holz und Inklusion nicht lange von dem Projekt überzeugt werden, sagt der stellvertretende Forstamtsleiter der Stadt mit einem Augenzwinkern. Stellvertretend für die Lions Clubs betont er, wie wichtig den Clubs bei der Förderung der Projekte deren Inhalte seien. Die Freizeitwerkstatt habe zudem einen Fokus auf die Förderung von Kindern und Jugendlichen gelegt, so Brauner.

Der erste Kurs befindet sich bereits auf der Zielgeraden. Nach den Osterferien wird der zweite Kurs für sechs Wochen ans Werk gehen. Ob ein solches Projekt auch in Zukunft wiederholt werden könnte, dafür ist Gudrun Scherzinger auf jeden Fall offen.