Jürgen Ludi (von links), Gabriele Jansen und Sabine Ludi freuen sich auf die „Blindfisch“-Lesung. Foto: Schneider

Sabine Ludi liest am Dienstag, 2. Juli, sowie Samstag, 24. August, in der Halle 16 aus ihrem neuen Buch vor. Dabei gibt es viele lustige Alltagsbegebenheiten.

Wie ist es, blind zu sein? Dieser Frage will Sabine Ludi mit ihrer Lesung „Mein Leben als Blindfisch“ in der Halle 16 nachgehen.

 

Am Dienstag, 2. Juli, sowie Samstag, 24. August, lädt um 18 Uhr dazu ein, mit ihr zusammen ihre Kindheit, die Zeit an der Blindenschule und ihre Ausbildung zu erleben.

Küchenwaage und Langstock

Die 56-Jährige ist von Geburt an blind, hat aber auch einiges dabei, was ihr das Leben einfacher macht. „Ich bringe meine sprechende Küchenwaage und die Geldscheinschablone mit“, nennt sie zwei Dinge, die ihr im Alltag helfen.

Auch ihre Punktschriftmaschine und ein Brettspiel für Blinde und Sehende ist mit von der Partie. Und wer möchte, kann auch ihren Langstock nehmen und mit ihr gemeinsam durch die Halle gehen.

99 Prozent „wunderbar“

„Ich will Menschen ohne Handicap die Unsicherheit nehmen und für ein entspannteres Verhältnis sorgen“, sagt Ludi.

Denn ihre Blindheit sei schließlich nicht das ausschlaggebende. „Das ist nur ein kleiner Teil von mir, die restlichen 99 Prozent sind wunderbar intakt“, stellt sie fest.

Mit zahlreichen lustigen Alltagsbegebenheiten möchte sie dafür sensibilisieren, wie das Leben als blinder Mensch ist. „Wir Blinde haben einen ausgesprochen schwarzen Humor“, meint sie schmunzelnd.

Leben in Sulz

In der Veröffentlichung beschreibt Ludi ihre Kindheit und Jugend in der Blindenschule sowie die anschließende Ausbildung.

„Ich lese auch, wie ich meinen Mann kennengelernt habe und wir beide schließlich nach Horb zogen“, verrät sie.

Und sie hat sogar als nächstes Projekt ein zweites Buch geplant. „Da werde ich über mein Elektro-Mobil berichten und wie ich zu meiner Assistenz kam“, blickt sie in die Zukunft.

Spenden willkommen

Denn das ist einzigartig: „Ich bin der erste blinde Mensch mit solch einem Senioren-Gefährt, bei dem der Ehepartner fahren darf, erklärt sie.

Das Buch ist kostenlos erhältlich, doch freut sich Ludi auch über eine Spende.