Die Ausstellung zum zehnjährigen Bestehen des Ateliers „Frida“ zeigt die ganze Vielfalt des Schaffens der Menschen mit Handicap. Foto: Regine Ounas-Kräusel

Das Atelier „Frida“ der Lebenshilfe Lörrach fördert seit zehn Jahren die Begabung von Menschen mit Handicap.

Dieses Jubiläum haben die Atelierkünstler nun mit Begleitern und Freunden im Café Glashaus in Lörrach gefeiert. Gekommen waren die Kunstschaffenden Peter Ehrlich, Salvatore Mangiapane, Simone Lieber, Maik Fechner und Sandra Stankiewitz, Carmen Schäuble war verhindert.

 

Figürlich und abstrakt

Die Jubiläumsausstellung zeigt die ganze Vielfalt ihres Schaffens. Zu sehen sind figürliche und abstrakte Arbeiten in Schwarz-Weiß und in kräftigen Farben, ausdrucksvolle Portraits neben Naturstudien und Stillleben.

Mit kräftigen Händen greift der „Klavierspieler“ von Sandra Stankiewitz in die Tasten, die fast die Hälfte des roten Hintergrundes ausfüllen, darüber sein Gesicht mit großen Augen und Mund. „Nur die Beine fehlen“, sagt die Künstlerin verschmitzt: Aber die seien ja auch hinter dem Klavier. Zwischen dynamisch flirrenden Linien hat Salvatore Mangiapane seine „Köpfe der Tugend“ platziert. Zu sehen sind mit lockeren Linien gearbeitete Landschaften mit Bergen und Meer. Oder Köpfe aus minimalistischen Strichen, die den Besucher fröhlich-frech angrinsen.

„Wir vom Vorstand sind stolz auf unsere Künstler“, sagte Gerlinde Knöbel, die Vorsitzende der Lebenshilfe Lörrach, zur Begrüßung. Katrin Schröder-Meiburg, die das Atelier „Frida“ organisatorisch unterstützt, nahm die Gäste mit auf eine Zeitreise.

Schon im Jahr 2014 war alles ins Rollen gekommen, mit einer Ausstellung zum 50-jährigen Jubiläum der Lebenshilfe Lörrach im Café Glashaus. Christiane Puppel leitete das Kunstprojekt „Mensch sein“ im Rahmen der Jubiläumsausstellung. Im Jahr 2015 gründete sie, die bis zu ihrer Pensionierung Kunstpädagogin an der Helen-Keller-Schule war, dann das Atelier „Frida“. Im gleichen Jahr fand die erste Ausstellung im Lörracher Innocel statt.

Kunst als Teil der Arbeit

Schon bald zog „Frida“ vom Dachboden des Wohnheims am Blauenblick ins Brombacher Schöpflinareal in eine Etage mit weiteren Künstlerateliers. Die Gesellschaft könne es sich gar nicht leisten, auf die Stärken einzelner Menschen zu verzichten, formulierte Lebenshilfe-Geschäftsführer Philipp Bohner seine Vorstellung von Inklusion.

Um diesen Bildungsanspruch zu erfüllen, erlaube die Lebenshilfe ihren begabten Mitarbeitern mit Handicap einmal pro Woche während der Arbeitszeit den Atelierbesuch. Für sie sei das eine willkommene Abwechslung zu ihrer Arbeit im Service beim Café Glashaus, sagte Sandra Stankiewitz.

Dass er sich beim Malen völlig frei fühle, hatte Salvatore Mangiapane unserer Zeitung zuletzt bei einem Atelierbesuch erzählt.

Ausdruckskraft fördern

Im Atelier spricht Puppel mit den Kunstschaffenden über Maltechniken und Bildaufbau, denkt mit ihnen über die Wirkung ihrer Bilder nach und fördert so ihre Ausdruckskraft. Puppel greife aber nie manipulierend ein, betonte Bohner.

Katrin Schröder-Meiburg berichtete von zahlreichen Ausstellungen des Ateliers „Frida“ im Café Glashaus sowie in Galerien wie im Haus Salnegg in Rheinfelden und dem Rehmann Museum in Laufenburg/Schweiz.

Kunstprojekt „Inspiration“

Auch am Kunstprojekt „Inspiration“ des Dreiländermuseums nimmt „Frida“ teil. Puppel dankte allen Beteiligten für die wertschätzende Zusammenarbeit.

Den Künstlern dankte sie für ihre Begabung und ihr Interesse. Akkordeonist Karl Meng verzauberte die Gäste mit seinem mitreißenden Spiel.

Die Ausstellung im Café Glashaus in Lörrach ist noch bis 14. März zu sehen, jeweils zu den Öffnungszeiten dienstags bis samstags von 8.30 bis 17 Uhr.