Kreisel-Rückbau Nußfeld-/Landhausstraße in Rotensol: Es gibt unterschiedliche Meinungen im Ort. Seit Montag wird gearbeitet.
Der Rückbau des Kreisels Nußfeld-/Landhausstraße im Bad Herrenalber Stadtteil Rotensol hat pünktlich am Montagmorgen begonnen. Fachfirma, Bauhofmitarbeiter und Karl-Heinz Kull als Initiator und ehrenamtlicher Helfer machten sich an die Arbeit.
Ein Bild der Situation machten sich an diesem Tag auch der Rotensoler Ortsvorsteher Sven Feuchter, Martin Müller vom Ordnungsamt und Alexander Kunz vom Bauamt der Stadt Bad Herrenalb.
Sparsam Mit den im Haushalt 2024 für den Rückbau eingestellten 25 000 Euro wurde sparsam umgegangen: neben dem angebotenen Einsatz Freiwilliger bei einem Teil der Arbeiten fand die obere Bodenschicht am Waldkurhaus Verwendung, der Busch aus der Kreiselmitte wird künftig an der Schweizer Wiese eine Lücke schließen.
Drei Tage sind für die Baustelle veranschlagt. Und ab Donnerstag sollen die Rand- und Pflastersteine entfernt sowie die Fläche mit Bitumen überzogen sein.
Rechts-vor-links-Kreuzung Damit ist das Ziel erreicht, das Kull mit seiner Unterschriftenaktion vor mehr als zwei Jahren bezweckte: der Kreisel, der „überflüssig, pflegeaufwendig und verkehrsbehindernd war“ – unter anderem hatten Lastkraftwagen Schwierigkeiten zu rangieren – dieser Kreisel ist weg.
Für Irritationen gesorgt
Wie Müller erklärte, hat es sich gar nicht um einen Kreisel im eigentlichen Sinne gehandelt, bei dem die im Inneren befindlichen Fahrzeuge vorfahrtsberechtigt sind, sondern eigentlich um eine Rechts-vor-links-Kreuzung. Was manchmal für Irritationen sorgte.
Gestrichelte Linie? Bereits im Februar 2023 war in einer Ortschaftsratssitzung bekannt gemacht worden, dass Landratsamt beziehungsweise Polizei den Kreisel als Fehlplanung sehen und eine andere Verkehrsführung empfehlen.
Nach dem Rückbau wird die Rechts-vor-links-Regelung jetzt eindeutig zu erkennen sein. Es wird dazu keine bauliche Maßnahme wie etwa eine Insel an der Einmündung der Nußfeldstraße geben. Möglicherweise wird man diese durch eine gestrichelte Linie markieren.
Kontroverse Meinungen Alles gut also? Nicht wirklich. Er werde sich bestimmt nicht mehr in einer solchen Form bürgerschaftlich engagieren, betont Kull ausdrücklich.
Waren die Unterstützer des Anliegens seinerzeit schnell gefunden, gibt es doch bis heute auch Verfechter der „Kreisel“-Lösung. Denn auch sie hatten seinerzeit Gründe für dessen Einrichtung, nämlich die Verlangsamung des Verkehrsflusses.
Kein Fest
Die Art des Umgangs miteinander aber ist bedenklich. „Ich habe echte Anfeindungen erfahren“, beschreibt Kull am Montagmorgen, an dem er übrigens der einzige ehrenamtliche Helfer ist. Ortsvorsteher Feuchter bestätigt: „Es gibt zwei unterschiedliche Meinungen im Ort.“ Ein Fest, um den Kreiselabbau zu feiern, wird es bestimmt nicht geben. Der Erfolg schmeckt eher bitter.