Die Gäubahn verbindet bisher den Hauptbahnhof Stuttgart mit Singen. Es gibt auch Direktverbindungen bis Freudenstadt. Die Initiative „Pro Gäubahn“ fordert jetzt, dass diese Direktverbindung bleibt. Foto: Jürgen Lück

Die Freudenstädter Initiative „Pro Gäubahn“ will das Thema in 21 Gemeinde- und Ortschaftsräte bringen. Sie wird unterstützt vom Kreisverband der Grünen und der SPD. Eberhard Valtinke: Wir wollen auch verhindern, dass der Freudenstädter Stern kaputt gemacht wird.

Das Subiaco-Kino im Kurhaus. Hier haben sich ein Dutzend Mitglieder des Freudenstädter Zweigs der Initiative „Pro Gäubahn – Wir wollen zum Hauptbahnhof“ versammelt. Das Ziel: 21 Gemeinderäte sollen Farbe bekennen, wie sie zur Kappung der Gäubahn stehen.

 

Eberhard Valtinke, auch Vorstand des Nabu Freudenstadt: „Wir sind froh, dass wir es geschafft haben, die Grünen und die SPD des Kreises auf unsere Seite zu bringen.“

Resolution geht an insgesamt 21 Bürgermeister und Ortsvorsteher

Walter Hornbach, Vize-Fraktionschef der Grün-Roten-Gemeinderatsfraktion in Loßburg: „Wir werden Ende der Woche unsere Resolution an 21 Bürgermeister und Ortsvorsteher schicken, mit der Bitte, die im Gemeinderat oder Ortschaftsrat abstimmen zu lassen. Das sind alles Kommunen, die auf die gute Zugverbindung zwischen dem Stern in Freudenstadt und dem Hauptbahnhof Stuttgart angewiesen sind.“

Dazu gehören nicht nur Freudenstadt, Loßburg, Baiersbronn, Schopfloch, Bittelbronn oder Horb, sondern auch Bondorf, Gäufelden, Herrenberg, Böblingen, Nagold, Rottenburg oder Jettingen.

Eine Frau aus der Initiative, die sich in Freudenstadt „Interessengemeinschaft Gäubahn Freudenstadt“ nennt, sagt: „Unsere Motivation ist folgende: Der Freudenstädter Stern wurde damals geschaffen, um optimale Verbindungen in drei Richtungen zu haben. Nach Karlsruhe, Direktverbindung nach Offenburg und nach Stuttgart. Das hat jahrelang reibungslos geklappt.“

Pro Gäubahn: Hey Stuttgart, sollen wir in Zukunft nur mit dem Zug nach Karlsruhe fahren?

Sie sagt weiter: „Die Direktverbindung nach Offenburg ist durch den Batteriezug schlechter geworden. Weil es dort keine Lademöglichkeit in Freudenstadt gibt, müssen wir jetzt in Hausach umsteigen. Dann der dritte Zweig: Die Verbindung – teilweise sogar direkt – bis zum Hauptbahnhof nach Stuttgart. Derzeit sind alle Pendler von den Gäubahn-Bauarbeiten betroffen. Doch wenn die Kappung der Gäubahn auf der Panoramabahn kommen würde, wird die bisher die beste Verbindung mit den Anschlüssen ab Hauptbahnhof schlechter. Jedes Umsteigen stört und erhöht das Risiko von Verspätungen. Das wollen wir nicht hinnehmen.“

Und die Bürgerin fügt noch ketzerisch hinzu: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Stuttgarter wollen, dass wir wegen der besseren Verbindung in Zukunft nur noch nach Karlsruhe fahren und nicht mehr in die Landeshauptstadt.“

Die S-Bahn Lösung stellt die Freudenstädter nicht zufrieden

Einstündige Bahnfahrt stellt für ältere Menschen ein Problem dar

Hornbach: „Auch eine S-Bahn Verlängerung bis Horb löst das Problem nicht. Wir sind ältere Leute. Die Fahrt über eine Stunde ohne Klo – das geht für uns gar nicht!“

Valtinke: „Deshalb kämpfen wir mit unserer Resolution, dass die Gäubahn weiterhin bis zum Hauptbahnhof fährt. Wir sind froh, dass uns nicht nur die Politik, sondern auch der Regionalverband Nordschwarzwald des BUND und der Bezirk Gäu-Nordschwarzwald des Nabu bei dieser Petition unterstützt.“

Hornbach: „Wir hoffen, dass in vielen Gremien die Resolution unterstützt wird und wir dadurch den Druck erhöhen.“

So passt die Resolution in die Strategie der Kappungs-Gegner

Die Resolution in 21 Gremien bringen. Das ist eines der Mittel, die auch Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, in Rottweil den Unterstützern von „Pro Gäubahn – Wir wollen von Hauptbahnhof“ empfohlen hatte.

Resch berichtete im Dezember nicht nur, dass ihn viele Bürgermeister und Oberbürgermeister bei der Klage gegen die Gäubahn-Kappung unterstützen. Resch weiter: „Wir haben die besseren Argumente – bei jeder Verhandlung. Egal, ob vor dem Verwaltungsgericht, dem Oberverwaltungsgericht oder dem Bundesverwaltungsgericht. Wir werden alle Leute nerven. Vielleicht kriegen wir vorher eine politische Lösung hin.“ Er forderte alle auf, die bei „Pro Gäubahn“ mitmachen, ebenso zu kämpfen und mit ihren Mitteln zu „nerven“.

In dieses Konzept passt auch die Initiative aus Freudenstadt. Bringt es doch das Thema Gäubahn-Kappung in jeder der angeschriebenen Kommunen auf den Tisch.

Gremiumsmitglieder wie Dieter Rominger-Seyrich (SPD) aus Horb werden wie Walter Hornbach aus dem Gemeinderat Loßburg sicherlich mit Anträgen dafür sorgen, dass das Thema „Gäubahn-Kappung“ in vielen Kommunalparlamenten auch dann auf die Tagesordnung kommt, falls sich die Oberhäupter dagegen sperren sollten.